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Eric Fish: Gegen den Strom

Ein sehr gutes Akustik - Rock Album
Wertung: 8.5/10
Genre: Akustik - Rock
Spielzeit: 46:10
Release: 02.03.2007
Label: ESOX-Music

Nach “Auge in Auge - Live” und “Zwilling” erscheint mit “Gegen den Strom” nun der dritte Solo - Streich von Eric Fish, der wohl jedem von Euch als Frontmann von Subway To Sally bekannt sein dürfte. Man fragt sich wirklich, wie dieser Mann es überhaupt schafft, neben dem enormen Tourpensum, welches Subway To Sally jährlich absolvieren, noch Zeit für ein Soloprojekt zu finden, mit welchem er ebenfalls oft genug die deutschen Clubs live unsicher macht. Eric Fish ist eben ein absoluter Vollblutmusiker und verdient allein dafür grossen Respekt.

Wer das bisherige Solo - Treiben von Eric Fish kennt, weiss, dass dieses mit Subway To Sally im engeren Sinne überhaupt nichts zu tun hat. Ohne jeglichen Rückgriff auf druckvolle, verzerrte Riffs, treibende Drums oder mittelalterlich angehauchte Passagen zeigt Eric sich von einer ganz anderen Seite. Auch auf “Gegen den Strom” bietet er schönen, akustisch gehaltenen Rock und zeigt, warum er 1988 im DDR - Endausscheid der Nachwuchsliedermacher stand, schliesslich gibt es hier und da immer wieder kleinere Ausflüge in den Singer / Songwriter - Sektor. Begleitet wird er dabei von Rainer Michalek, Uwe Nordwig und Gerit Hecht.

Veredelt werden die zwölf neuen Songs wieder einmal von Erics intimen, ehrlichen Texten, mit welchen sich wohl jeder Hörer identifizieren kann. Der Sänger schafft es mit seiner unnachahmlichen Stimme wie kaum ein Zweiter die Realität zu reflektieren, Alltagssituationen zu erschaffen oder den Hörer mit träumerischen Songtexten in seinen Bann zu ziehen. Wer Eric bisher nur von Subway To Sally kennt, wird sich an die doch ganz anderen Texte erst einmal gewöhnen müssen, aber wer diesen Prozess abgeschlossen hat, weiss, wie wertvoll die lyrischen Ergüsse doch sind.

Der erste Song „Steh auf!“ gehört zu den rockigeren Stücken des Album und der Titel ist hier wirklich Programm, schliesslich möchte Eric seine Fans wachrütteln und dies gelingt ihm auch, da es wohl niemanden geben dürfte, der die besungenen Situationen und Gefühle nicht kennt.

Das folgende „Reden“ geht nicht nur textlich in eine ganz andere Richtung. Hier zeigt der Sänger auch, wie sehr seine Stimme mit den Jahren gereift ist. Untermalt von den verträumten Akustikgitarren präsentiert er sich von seiner persönlichsten Seite und trifft mit diesem Song schon beim ersten Hören Kopf und Herz gleichermassen. Höhepunkt des Songs ist der schöne und sehr eingängige Refrain.

„Willst Du wirklich?“ verfolgt musikalisch eine ähnliche Spur wie „Reden“ und brilliert durch den tollen Refrain, der erneut verdeutlicht, welches Talent Eric als Songwriter doch hat. Textlich gehört „Willst Du wirklich?“ ebenfalls zu den Highlights auf „Gegen den Strom“ und ist eine Art Appell an all diejenigen, die stur und egoistisch durch die Welt gehen und dabei auf Nichts und Niemanden Rücksicht nehmen.

Sehr ungewöhnlich kommt „Der Zocker“ daher und hat durch den Einsatz einer Mundharmonika einen deutlichen Country - Touch. Einzige leichte Schwäche des Songs sind vielleicht die Backingvocals, die auch an manch anderen Stellen des Albums etwas wackelig und nicht wirklich überzeugend sind. Hier sollte man auf jeden Fall noch einmal dran arbeiten.

Kommen wir nun zum grössten Highlight der Platte, welches auf den Namen „Sonnenkalt“ hört und eine wunderschöne Ballade mit einem himmlischen Refrain ist. „Sonnenkalt“ ist nicht nur wegen des grossartigen Text einer der besten Songs, die ich überhaupt je gehört habe. Schon beim ersten Hören hatte ich eine Gänsehaut, die sich so schnell nicht wieder legen wollte, was vor allem an Erics grossartigem Gesang liegt. Auf zukünftigen Konzerten könnte dies ein echtes Erlebnis für Fans und Band werden.

Sehr schön ist auch „Vergebung“, welches hauptsächlich von Klavier und Gesang getragen wird und wieder einmal tief unter die Haut geht. Mit „Ein langer Weg“ endet „Gegen den Strom“ mit dem rockigsten Song der Platte, in dem auch wieder ein leichtes Country - Feeling aufkommt. „Ein langer Weg“ erzählt von dem steinigen Weg eines Sängers, der trotz der Kritik und des Unverständnisses anderer Menschen immer an sich geglaubt und niemals aufgegeben hat. Im Refrain wird hierzu gekonnt und passend der AC/DC - Klassiker „It's A Long Way To The Top (If You Wanna Rock 'N' Roll)“ adaptiert.

Ein qualitativer Ausfall ist nicht zu vernehmen, auch wenn beispielsweise „Geld“ oder „Prinzessin auf der Erbse“ meiner Meinung nach nicht ganz die Klasse der Albumhighlights halten können. Gut sind diese aber allemal.

Fazit: Mit „Gegen den Strom“ ist Eric Fish erneut ein sehr gutes Akustik - Rock Album gelungen, welches Fans der ersten Alben auf jeden Fall ansprechen wird. Besonders „Sonnenkalt“ und „Willst Du wirklich?“ haben es mir angetan und werden so schnell nicht meinem CD - Player entkommen. Hoffen wir nur, dass das Musik - Jahr 2007 so stark weitergeht, wie es begonnen hat. Dies auch dank Eric Fishs „Gegen den Strom“.

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