Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Eric Fish: Alles Im Fluss

Der Strom fließt bergauf
Wertung: 8/10
Genre: Akustik Rock
Spielzeit: 57:41
Release: 15.01.2010
Label: Esox Music

Es ist ein ums andere Mal interessant zu sehen, in welche Richtung Eric Fish sein Soloprojekt lenkt. Vom überwiegend aus Cover-Songs bestehenden Live-Album „Auge in Auge“ über „Zwilling“ zu „Gegen Den Strom“ wurden die Songs immer facettenreicher, immer neue Elemente kamen dazu. Das neue Album heißt „Alles Im Fluss“ – und wieder ist Neues zu vermelden: Wo schon das Klavier eine große Bereicherung für den eigenständigen Stil Eric Fishs war, wird er durch das neu hinzugekommene Cello von B. Deutung in ganz neue Welten gehievt.

In der Tat macht das Streichinstrument das Gesamtergebnis der akustischen Liedermacher-Musik, bestehend aus Akustik-Gitarren, Cello und Klavier eine ganze Spur eingängiger und spannender. Es verdrängt das Klavier von der vorher recht dominanten Position im Mix, verleiht den Tracks mehr Fülle und macht sie auf diese Weise noch emotionaler, noch intensiver.

Vom Charme eines Liedermachers, der allein mit seiner Gitarre in einer rauchigen Kneipe sitzt, hat sich der Subway To Sally -Sänger auf rein musikalischer Ebene entfernt. Noch immer wirkt jeder Track authentisch und ehrlich, doch merkt man, dass inzwischen eine ganze Band hinter dem Projekt steht und eben nicht mehr ein einzelner Musiker, der die Welt mit seinen Worten formen und seinen Gedanken freien Lauf lassen will. Das hat vor allem eine große positive Seite: Das Songwriting erscheint auf „Alles Im Fluss“ ausgefeilter, die ganze Scheibe kompakter als die Vorgänger. Man hat mehr als bei den älteren CDs das Gefühl, ein geschlossenes Ganzes vor sich zu haben; ein Album, zwar abwechslungsreich, aber dennoch von vorne bis hinten stimmig, alles im Fluss.

Totalausfälle sucht man vergebens. Im Gegenteil: „Alles Im Fluss“ kann es Track für Track durchgehend mit den allerstärksten Songs der letzten Alben aufnehmen. „Schuldig“ etwa besticht durch den hier besonders charismatisch vorgetragenen Gesang und den absolut starken Klimax am Ende des Tracks. Melodieführend ist hier wie auch in den meisten anderen Titeln das Cello. Mal sanft wie im wunderschön-sehnsüchtigen Song „Einfach Weg“, mal selbstbewusst wie im heiteren „Glaub An Dich!“. „Marietta“, ein vertontes Gedicht des Subway To Sally-Kollegens Bodenski, spielt den Trumpf der vielseitigen Instrumente voll aus. Beim Wechsel von Klavier und Cello in der Strophe breitet sich ein ums andere Mal eine Gänsehaut aus. So viel ist bei Eric Fish solo also inzwischen möglich.

Die nicht ganz ernst gemeinten Songs „Bildungsoffensive“ (Eric Fish mit russischem Akzent wettert augenzwinkernd gegen Vulgaritäten) und „Triskaidekaphobie“ (was das bedeutet, erklärt der Track sehr präzise) setzen ebenso wie der gelungene Abschluss „Zum Sterben Zu Viel“ den positiven Eindruck der Platte fort.

„Alles Im Fluss“ ist das stärkste Album des nimmermüden Subway To Sally-Fronters geworden. Die voranschreitende Entwicklung weg vom Solokünstler und hin zur Band steht dem Projekt mehr als gut – und macht vor allem neugierig auf die nächsten Überraschungen, die da noch kommen werden.

comments powered by Disqus

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands

Spektakulärer Abend, der kaum zu übertreffen ist

Das Wochenende klingt mit Volldampf aus

 

 

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“