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Erben Der Schöpfung: Narben Der Zeit

Verlierer im direkten Vergleich
Wertung: 5/10
Genre: Gothic Rock / Metal / Electronic
Spielzeit: 56:04
Release: 20.11.2009
Label: Soulfood, Audioglobe

Wer bereits das Review zum neuen Album „Catharsis“ der liechtensteinischen Gothic Metaller Elis gelesen hat, ist bereits informiert, dass die Sängerin Sabine Dünser im Jahr 2006 plötzlich an einer Gehirnblutung verstarb. Warum dies auch in diesem Review zu erwähnen ist? Weil Frau Düner einst ebenfalls bei „Erben der Schöpfung“ sang. Aus dieser Band entstand nach dem Ausstieg des Masterminds Oliver Falk dann die neue Band Elis, bestehend aus den übrigen Bandmitgliedern von Erben der Schöpfung. Ganz schön verwirrend, da schließlich Oliver Falk doch eigentlich ausgestiegen ist – und da veröffentlicht er nun unter diesem Namen ein neues Album und der Rest der Band nennt sich parallel dazu um. Dies liegt daran, dass Mr. Falk den Bandnamen als Marke hat schützen lassen, die Lizenz für das Debüt-Album „Twilight“ wurde allerdings den restlichen Bandmitgliedern zugesprochen.

Doch nun genug der alten Alben und schon oft erzählten Geschichten, Zeit sich dem neuen Album „Narben Der Zeit“ zu widmen: Der erste Song „Frequency“ ist EBM-lastig und weißt einige Synth-Spielereien auf, die jedoch hauptsächlich im Loop vor sich hin spielen, ohne großartig zu überzeugen – ebenso wie die Gitarre, deren Riffs viel zu abgenutzt klingen und auch der teils weibliche und teils männliche, geflüsterte Gesang bestechen nicht durch schöne Melodien. Erst die Piano-Ballade „Homeless“ vermag es, die Stimme der neuen Sängerin Dina Falk gebührend zu betonen.

Der erste deutschsprachige Song „Der tote See“ hingegen schlägt in eine ganz andere Richtung und orientiert sich wieder mehr an elektronischen Klängen, gepaart mit einigen Pianoklängen, die man auch hier vernehmen kann. Gemeinsam weiß der sonst recht treibende und verhältnismäßig aggressive Song zu überzeugen und könnte in den entsprechenden Clubs durchaus für Bewegung sorgen. Die beiden Höhepunkte der CD sind damit auch schon genannt – über weite Strecken kann die Scheibe leider nicht aus dem Einheitsbrei hervorstechen.

Oftmals scheitert es an mitreißenden Gesangsmelodien, die im Gehör hängen bleiben – obwohl die erforderliche Stimme eigentlich vorhanden ist. Auch die Gitarrenarbeit ist ein Mangelkriterium, da die Riffs derart alt und oft gehört sind, dass sie wahrhaftig niemanden mehr interessieren. Einzig und allein die elektronische Komponente stellt einen neuen Aspekt dar, denn wirklich viele Gothic Rock-Bands mit Anleihen aus dem EBM-Bereich gibt es nicht, gerade nicht im deutschsprachigen Raum.

Das eine Woche später erscheinende Album von Elis gewinnt den direkten Vergleich mit dem neuesten Werk der Erben der Schöpfung, allerdings kann man allen Fans von Gothic Rock oder -Metal mit symphonischen Einflüssen und Sopran-Gesang nur ans Herz legen, sich auch mit dem am 18. Dezember erscheinenden Album „Fabula Magna“ von Coronatus zu befassen, die immer konstant solidere und überzeugendere Werke ablieferten. Unterm Strich kann „Narben der Zeit“ sich nicht aus dem Einheitsbrei herauskristallisieren und wird allenfalls mit dem Song „Der tote See“ Erfolg in den schwarzen Tanztempeln einfahren.

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