Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Eradicator: Slavery

Frisch, gereift und bärenstark
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 43:01
Release: 30.01.2015
Label: Yonah Records

Gilt eigentlich noch die vor zig Jahren aufgestellte Regel (wenn sie überhaupt jemals gültig war), dass das dritte Album ein „make it or break it“-Dingen ist? Eradicator aus Olpe liefern nun mit „Slavery“ eben jenes dritte Studioalbum ab und bieten noch immer eine Mischung aus Bay-Area-Einflüssen und teutonischen Elementen. Wobei der Fokus auf Ersterem liegt. Einen ersten Vorgeschmack gab es ja schon Ende September mit der auf 222 Stück limitierten Split-EP „Thrashed Vol. VI“, wo sich die Olpener im wahrsten Sinne des Worter mit den befreundeten Godslave duellieren und neben einem Coversong auch schon mit „Smash The Masquerade“ aufhorchen ließen.

Herrschte auf dem Vorgänger „Madness Is My Name“ noch vornehmlich der grüne Farbton im Gesamtartwork, so strahlt die neue Platte in ihrem blau ein etwas kühleres Ambiente aus – aber keine Panik, die Riffattacken sind genauso feurig wie gewohnt. Und genau da liegen auch die Stärken der Sauerländer, die sich anscheinend immer wieder gerne an den Bay-Area-Urgesteinen die Klingen wetzen, aber beileibe nicht den Kopierstempel auspacken. Und so thrashen die vier herrlich frisch die zehn neuen Nummern, in ihrer Art kompromisslos und selbst im Midtempo wie bei „Evil Command“ immer im vollen Hörgenussanschlag.

Manchmal am Anschlag liegt dabei Sebastian mit seinem Gesang (gerade in den höheren Gesangspassagen wie in „Scars“), dem man zudem auch die teutonische Herkunft nicht absprechen kann, aber im Gesamtbild passt die Platte wie Arsch auf Eimer. Im Mittelpart bei „Two Thousand Thirteen“ packen sie sogar kurz die Akustikklampfe aus und spiegeln sich dabei ein wenig im Metallica-Glanz. Bei „Bloodbath“ setzen sie auf die volle Basspower (wenn da mal nicht Anthrax mit „Got The Time“ Pate gestanden haben), wälzen aber später dann doch wieder speedig thrashig daher und schrecken auch nicht vor einer hardcorigen Duftnote zurück.

Als besonders erstaunlich stellt sich aber heraus, dass Eradicator auch gegen Ende nicht von Abnutzungserscheinungen heimgesucht werden, sondern mit aggressiven Nummern wie „One Man Jury“ (was ein geiler Gitarrenlauf) oder dem mit dramatischen Aufbau startenden und später mit schönem Moshpart ausgestatteten „The States Of Atrocity“ auf ganzer Linie punkten können. Thrashhead, was willst du eigentlich einmal mehr nach Übersee schielen?

Frisch, gereift, bärenstark, so die wohl passenden Prädikate für die dritte Langrille aus dem Hause Eradicator. „Slavery“ will sich gar nicht erst mit den ganz großen messen, sondern lieber auf einer eigenen Ebene überzeugen, kratzt aber dermaßen am Thron der Etablierten, dass Olpe zur neuen Homebase für frischen Thrash made in Germany aufsteigt.

comments powered by Disqus

„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“