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Eradicator: Madness Is My Name

Amtliches Headbangen ist angesagt
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 47:03
Release: 04.05.2012
Label: Yonah Records

Seit Jahren spült die Thrash-Welle eine geile Band nach der anderen an die Szene-Oberfläche, verwunderlich nur, dass so viele erst jetzt mitbekommen, dass sich aus dem beschaulichen und sauerländischem Olpe schon etwas länger eine Truppe aufgemacht hat, genau diese Spielwiese frech und frisch näher zu bringen. Die Rede ist von den Jungspunden von Eradicator, die ja schon 2009 mit ihrem Debüt „The Atomic Blast“ voll punkten konnten und so manchem Old-School-Thrasher ein verdutztes „Huch“ ins Gesicht meißelten.

Mit „Madness Is My Name“ liegt nun die zweite Langrille vor, wobei man das auch wörtlich nehmen kann, denn stilecht erscheint dieser Tonträger auf Vinyl (clear green, 140-Gramm Plastik, neutrale Innersleeve, leider ohne Texte). Stilecht einfach schon deswegen, weil dadurch das von Kai Swillus gezeichnete Artwork deutlich besser zur Geltung kommt – hier fängt Old School schon an. Aber auch musikalisch gibt es in bester Bay-Area-Tradition eins auf die Glocke, nur manchmal blitzen einige teutonische Wurzeln aus dem riffigen Dickicht heraus.

Natürlich werden Eradicator sich nicht vor der Diskussion drücken können, dass doch schon alles mal da gewesen ist – aber bitte: Die alten Heroen sind doch häufig nur noch ein Schatten ihrer eigenen Vergangenheit, besonders wenn man einen Blick auf das Live-Gehabe wirft wie z.B. Pappnase Dave mit seinem affigen Megadeth-Gehabe. Da lobe man doch lieber eine weiterhin frisch daherthrashende Szene, die nicht nur frech ein erneutes Rifffeuerwerk aus den Gitarrensaiten pfeffert, sondern auch live den Old-School-Faktor neu aufleben lässt – man denke da nur an die Coverstunde weit nach Mitternacht beim Winternachtstraum Festival 2012, als noch überdurchschnittlich viele Metalheads die Birne zu den live gespielten Evergreens schüttelten.

So, das sollte mal kurz erwähnt werden, bevor es dann ans Eingemachte geht. Megadeth waren übrigens schon ein ganz gutes Stichwort, denn „Baptized In Blood“ mit der schlagzeug- und bassdominierten Einleitung haut da ganz gut in die Kerbe, geile Soli treffen auf das Doublebass-Gewummer, die Gitarrenarbeit ist erstklassig, Sebastians Gesang könnte zwar noch eine Spur mehr Rotzigkeit vertragen, was sich allerdings nach den nächsten hundert Shows und Whiskeyflaschen erledigt haben dürfte. Auch das nachfolgende „Final Dosage“ kommt nicht ohne Megatod-Reminiszenzen aus, gerade im Refrain wird das deutlich, allerdings nicht ganz so prägnant wie noch die norddeutschen Kollegen von Rezet.

Um sich am Eradicator-Metallerblut zu laben, muss man allerdings nicht lange warten, denn schon der Opener zeigt auf, dass sich die Jungs aus Olpe perfekt darauf verstehen, dem Bay-Area-Sound die positiven Seiten des Thrashriffgewitters aus dem Kreuz zu leiern, gepaart mit einem Powerfaust-Refrain – Old Schooler dürften schon beim ersten Track dankbar für soviel Frische zum Tonträger greifen.

Aber auch ein stark davon preschender Thrasher wie „Judgment Day“ mit leichter Testament-Schlagseite lässt den Adrenalin-Spiegel in die Höhe schießen, das treibende und dann auch wieder groovende „Last Days Of Defiance“ steht dem in nichts nach und auch der Rausschmeißer „Nuclear Overkill“ machte deutlich, wie verdammt fit die Jungs an ihren Instrumenten sind und auch geile Songs schreiben können – da wird nicht der Kopf geschüttelt, sondern amtliches Headbangen ist angesagt.

„Madness Is  My Name“? Klar, im Sauerland wohl ein bisschen mehr, ballern Eradictaor mit ihrer zweiten Platte doch direkt in die Old-School-Adern, wobei sie nicht bloß abkupfern, sondern die Bay-Area-Thrash-Szene als Inspirationsquelle durchaus zu nutzen wissen. Wer so frisch und frech auf dicke Hose macht, muss einfach mit acht Punkten belohnt werden.

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