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Eradicator: Into Oblivion

Positiv generierte Schnappatmung
Wertung: 9/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 44:18
Release: 09.03.2018
Label: Green Zone Music

Natürlich kann man immer seinen Blick auf jeden noch so aufgeblasenen Hype in Übersee werfen, natürlich kann man sich weiterhin verwundert die Äuglein reiben, dass Thrash Metal einfach nicht tot zu kriegen ist... oder aber man öffnet seine Ohren und Klüsen einfach für den edlen Härtevertreter Eradicator aus Lennestadt mitten im Sauerland, wo eben nicht viel herkommt und man irgendwie immer wieder das Gefühl hat, dass gerade die Metalszene gegenüber Schützenfesten und Karneval nicht anstinken kann.

Und dann kommen eben die noch immer als Jungspunde durchgehenden Eradicator daher und haben mit „Into Oblivion“ auch schon ihren vierten Longplayer zusammengeschraubt; doch nicht auf irgendeinem Hinterhof im Hobbymodus, sondern unter den Fittichen von Martin Buchwalter, der ja neben seiner eigenen Combo Perzonal War auch solch illustre Old-School-Vertreter wie Tankard mit dem richtigen Sound auf die Metalmenschheit losgelassen hat. Und auch die Lennestädter-Thrasher verwöhnen mit transparentem Sound, der sich locker der Old School hergibt und trotzdem modern voller Punch aus den Boxen drückt.

Gleich der Opener „Moshproofed“ gehört zu den Vorzeigeheadbangern, der schnell für positiv generierte Schnappatmung sorgt – gediegene Moshparts wechseln sich mit schnelleren Riffattacken ab und lassen früh erkennen, dass Eradicator weiterhin an ihrer eigenen Mischung aus Thrash aus der Bay Area meets teutonischer Ruppigkeit arbeiten und dieses mit geilen Klampfensoli sowie eigenständigem Gesang – jederzeit verständlich und trotzdem mit gehöriger Aggression ausgestattet – kombinieren. Damit ist die Marschroute schon angezeigt, die Messe aber bei weitem nicht gelesen, denn das Sauerländer Quartett fährt in der Folgezeit einfach mit hochklassiger Leistung weiter durch den Thrash-Parcour.

Passend zum düsteren Artwork ist dann auch so mancher Song nun neu im Repertoire: „Overcome The Blackness“ trumpft mit fettem Groove auf und sorgt im Midtempo und mit ein paar sachten, unaufdringlichen und vollkommen gelungen Tempiwechseln für eine nicht so ganz arge Nackenbeanspruchung, was so auch für den Titeltrack „Into Oblivion“ stehen bleibt. „Drown The Truth“ trägt im Grunde diese Tradition fort und entwickelt sich kurz vor Schluss zum schwer groovenden Riffmonster mit intensivem Solo und kurzen eruptiven Vollgasthrashattacken zwischendrin.

Und selbst wenn die Vier an Tempo zulegen, so bleibt die Melodie nicht außen vor. Eher schon rockig beginnen sie in „Doomsday“, präsentieren sich rund um das Mainriff ein bisschen verspielt, ohne auf den Prog-Zug aufzuspringen und galoppieren sich zum Refrain ein bisschen straighter zum Ziel, nur um dann im Finale in bester Bay-Area-Thrash-Abrissmanier die Keule auszupacken. Wie es dann mit voller Breitseite geht, wird mit „ Read Between The Lies“ deutlich, denn schon bei der Einleitung weiß man: Hier wird gleich abgerissen – fettes Solo, halsbrecherisches Tempo und trotzdem eben auch ausreichend Platz für Groove und Melodie.

Während „Wake Up To War“ eher verspielt und aggressiv zugleich sich zum straighten Thrasher mit sehr gediegener gelungener Klampfenarbeit erhebt, liefern Eradicator mit „Paint The White Flag Black“ in bester Death Angel-Manier ein thrashendes Manifest auf die Fresse, welches im Refrain mit einer überraschend dominanten Griffigkeit aufwartet und bestens die Stärken des Quartetts hervorhebt.

Reifer werden hört sich immer so nach Altern an, aber am Ende ist der Prozess bei Eradicator mehr als deutlich, denn das mittlerweile vierte Studioalbum ist schlussendlich eine konsequent Weiterentwicklung, befeuert sich selbst und ist somit auch die bisher beste Scheibe aus der Sauerland-Hütte. Für Thrasher ein Fest und ein Muss, ohne Frage.

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