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Era Vulgaris: What Stirs Within

Überzeugt keinesfalls
Wertung: 4/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 55:24
Release: 07.07.2007
Label: Eigenproduktion

Vor Bands, die sich dem progressiven Musikschlachtfeld verschrieben haben, ziehe ich ja größtenteils meinen nicht vorhandenen Hut. Es ist in meinen Augen schon verdammt schwer, mit technischen Spielereien und vertrackten Songsaufbauten aufzuwarten, sich dabei jedoch nicht zu verzetteln und nicht den roten Faden zu verlieren. Außerdem besteht ja immer die Gefahr, dass der eigentliche Song in den Hintergrund tritt und unsinnige musikalische Quantensprünge innerhalb des selbigen vollzogen werden. Für ein paar Freaks sicherlich interessant, für den Rest eher dröge und langweilig. 

Um den Kampf mit sich selbst aufzunehmen, ziehen die Iren von Era Vulgaris jetzt in den musikalischen Krieg. Dabei stellt „What Stirs Within“ zwar nicht das erste Lebenszeichen der Band aus Dublin dar, doch eine 2-Track-Single von November 2006 soll mal außen vor bleiben. 

Wenn es handwerklich was zu meckern geben würde, wäre mein Review spätestens hier zu Ende. Schließlich erwartet man das doch als Mindestmaß, wenn das Banner mit dem Slogan Progressive Metal bedruckt ist. Wenn die Jungs ihre Instrumente in Zaum halten und flott nach vorne spielen, kommen mir dann und wann Pantera in den Sinn, deren Sound sie augenscheinlich in sich aufgesogen haben. Zum einen vom Riffing und zum anderen vom Gesang her. Aber das zieht sich nicht durch alle Tracks. Durch diese zieht sich eher eine psychedelische Schlagseite, die auch mal Richtung Wüstenrock abdriftet. 

So weit, so gut. „Wenn das Wörtchen WENN nicht wäre“…pflegte meine Mutter immer zu sagen. Das WENN ist der wirklich gänsehauterzeugende Cleangesang. Leider eher im negativen Sinne. Manchmal frag ich mich, ob das bewusst schief klingen soll oder wirklich an mangelndem Können liegt. Ein weiteres WENN sind die progressiven, vertrackten Passagen, die urplötzlich nach einem geilen Thrashfeger beginnen, irgendwie nicht zu den Teilen davor passen und bemüht verfrickelt wirken. Erinnert mich irgendwie an Soulfly. Erst ein ordentlicher Song und danach noch Bongospielereien, die vollkommen austauschbar sind und wahlweise an jeden Song hätten drangepappt werden können. So klingt das auch bei Era Vulgaris. 

Es fällt mir schwer, einen wirklich herausragenden Song zu nennen. Eher müsste ich jeden Song auseinanderpuzzeln und die Minutenzeiten auflisten, zwischen denen der Song geil ist. Glaubt mir, es sind wirklich interessante Parts auf „What Stirs Within“, ohne Frage. Vielleicht sollten sich die Iren beim nächsten Album auf diese konzentrieren und die Frickelei den anderen Bands überlassen. Hat ja niemand was dagegen, wenn sie weiterhin ihr technisches Können unter Beweis stellen. Doch dann songdienlich bitte.

Fazit: Ich für meinen Teil kann mit „What Stirs Within“ kaum etwas anfangen. Bands wie Opeth, Tool, Threshold usw. legen die Messlatte einfach zu hoch und zeigen eindrucksvoll, wie man auch mit kopflastiger Mucke wirklich überzeugen kann. Ja, sicherlich kann man jetzt sagen, dass Era Vulgaris ja gerade mal ihr Debüt auf dem Markt haben. Doch eben genannte Bands haben mich auch schon mit ihren Debütwerken überzeugt. Era Vulgaris schaffen das nicht.

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