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Equilibrium: Sagas

Der zweite Streich!
Wertung: 7.5/10
Genre: Pagan Metal
Spielzeit: 80:9
Release: 20.06.2008
Label: Nuclear Blast

Dieser Band kann man wahrhaft attestieren, einen Einstand nach Maß hingelegt zu haben. Schon ihr schlicht betiteltes „Demo 2003“ verschaffte Equilibrium einen guten Namen und etliche Fans. Der Plattenvertrag ließ nicht lange auf sich warten und auch das Debüt „Turis Fratyr“ schlug ein wie die viel zitierte Bombe. Die Musik des Sechsers lässt sich am besten als schnell gespielter, hochmelodischer Pagan Metal beschreiben. Der starke Folkeinschlag zeigt sich hierbei vor allem durch die dominant eingesetzten Keyboards, was sicherlich Geschmackssache ist.

Das zweite Album „Sagas“ ist für die Band die erste Veröffentlichung durch den Branchenriesen Nuclear Blast und weicht, natürlich, nur in Nuancen von der Marschroute des Vorgängers ab. Und dennoch haben Equilibrium die drei Jahre seit „Turis Fratyr“ dazu genutzt, ihren Sound zu verfeinern und so für eine höhere Halbwertszeit der Songs zu sorgen. Das erste Album litt nämlich ein wenig daran, dass man es sehr schnell „todgehört“ hat. Ob „Sagas“ wirklich länger nachwirkt, kann natürlich nur die Zeit zeigen.

Der „Prolog Auf Erden“ gleicht einer kurzen Fahrt durch den Stil der Band, denn hier wird sowohl aggressiv drauflos gebolzt, als auch auf ruhige Folkmelodien gesetzt. Als Intro wirkt das eher ungeeignet und ein wenig zu lang ist es auch geraten, aber schlecht klingt es nicht, zumal die Produktion die Gitarren etwas mehr in den Vordergrund rückt als in der Vergangenheit geschehen.

Das ist auch gut so, denn das witzig betitelte „Wurzelbert“ („Wurzelbert, Wurzelbert spiel die Fiedel“) hat ein erstklassiges Riff zu bieten. Ansonsten gibt es für die Fans den altbewährten und geliebten Stoff zu hören – pompöse Keyboards, Akkordeon und ein Chorus, der mitgesungen werden muss. Kurz gesagt: Ein optimaler Opener!

Und um es ein wenig abzukürzen: Equilibrium schwächeln im ersten Albumdrittel zu keiner Sekunde. Sicherlich werden Leute, die die Band vorher fürchterlich fanden, auch nun nicht zum Lager der Fans überlaufen, aber eben dieses erfreut sich dann eben alleine an Songs wie „Blut Im Auge“ oder „Unbesiegt“. „Blut Im Auge“ begeistert vor allem durch seine Tempiwechsel, was bei dieser Band aber relativ ist, denn eine Ballade sollte man nicht erwarten. Die Band hat übrigens noch einen Videoclip zu diesem Song gedreht, der im Stil des Albumcovers gehalten ist. Das nachfolgende „Unbesiegt“ variiert angenehmerweise ebenfalls hin und wieder das Tempo, was dann über das Keyboard hinwegsehen lässt, was zumindest mich frappierend an einen Schlager erinnert.

Aber sie können auch anders, denn „Verrat“ ist fast schon schwarzmetallisch. Die Keyboards setzen erst nach einer Minute ein und vorher regiert schnörkelloses Geballer. Als Vergleichsmöglichkeit fällt mir da spontan das Finntroll-Debüt „Midnattens Widunder“ ein. Interessant, aber nicht mehr. Im zweiten Albumdrittel übrigens keinen Seltenheit, denn die Songs vermischen sich teilweise zu einer Einheit, bei der man manchmal vergisst, wann welcher Song endet und der nächste beginnt. Aus dieser Masse sticht nur das kurze „Heimwärts“ heraus, was der perfekte Nachfolger von „Met“, dem Hit des Vorgängers, werden könnte.

Fans werden aber dennoch mit allen Liedern dieses Albums bestens bedient sein, denn qualitativ sind sie alle hochwertig. Das Problem ist der Overkill, den die Band teilweise betreibt. Ähnlich wie Blind Guardian vor einigen Jahren geht es bei „Sagas“ immer höher und weiter hinaus. Andererseits ist das ja auch jetzt schon ein Markenzeichen der Band. Am besten funktioniert dieser Stil beim abschließenden „Mana“, was ein über 16 Minuten langes Instrumental-Monster geworden ist. „Wozu braucht man bei dieser Band ein Instrumental?“, wird man sich fragen, „klingt das dann nicht wie ein Soundtrack für einen Fantasyfilm?“ Ja, das tut es und das tut es extrem gut. Ich will hier nicht auf Details eingehen, aber Equilibrium müssen an „Mana“ wirklich lange gefeilt haben. Und es hat sich gelohnt!

Fazit: Fans greifen zu, alle anderen mögen die Band auch weiterhin nicht – so kurz kann ein Fazit sein! Wie die Band klingt, weiß doch mittlerweile ohnehin jeder.

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