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Equilibrium: Rekreatur

Ein guter Wein muss reifen
Wertung: 9.5/10
Genre: Pagan Metal
Spielzeit: 62:21
Release: 18.06.2010
Label: Nuclear Blast

Wie heißt es so schön? Ein guter Wein muss reifen. Diese Weisheit lässt sich im alltäglichen Leben auch auf mannigfaltige Themen übertragen. Im Falle der Münchner Aufsteiger im Pagan Metal-Himmel, Equilibrium, kann man ebenfalls davon sprechen.

Seit deren ersten Album „Turis Fratyr“ und dem Nachfolger „Sagas“ von 2008, der bis auf Platz 30 der deutschen Media Control Charts vorpreschte, hat sich die Band nämlich konstant weiter entwickelt und befindet sich nun mit der aktuellen und nebenbei gesagt erst dritten Langrille „Rekreatur“ auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, möge er, in die Zukunft blickend, noch mehr zu steigern sein, umden Fans auf kommenden Releases neue wohlige Schauer über die Rücken laufen zu lassen. 

Als die Band im vergangenen März mit Robert “Robse” Dahn, der zuvor bei Vrankenvorde tätig war, ihre Neubesetzung am Mikro bekannt gaben, sorgten sie damit bei nicht wenigen ihrer Fans für Fragezeichen. Wie würde sich die Zukunft der Band fortan gestalten? Nun, „Rekreatur“ ist die Zukunft, die Anfang des Jahres also mit Fragezeichen behaftet war, und da gehen wir nun einmal genauer drauf ein. 

Fast schon eine kleine Spur zu dick auf trägt das Intro zu „In Heiligen Hallen“, denn die Keyboards drängen sich hier schon ziemlich in den Vordergrund. Diese geringen Zweifel zerstreuen sich aber wie Staub im Winde, als alle Bandmitglieder mit Vollgas in das Stück einsteigen. Welch mitreißende Melodien voller Ausdruckskraft... Wahnsinn, wie schon dieser erste Song des Longplayers in die Vollen geht. Immer wieder wird in Sachen Tempo variiert – da geht es vom Midtempo flugs in rasende Gefilde, des weiteren kann man während des „Hey, hey“-Parts aus vollem Hals mitschreien. 

Ein sehr intensives positives Gefühl vermittelt „Der Ewige Sieg“, denn die Melodieführung ist einfach nur erste Sahne. Oder ist die Rezensentin zu diesem Zeitpunkt doch einfach nur schon vollends gefesselt von dem Dargebotenen? Völlig schnuppe, denn Fakt ist, dass dieses Stück so dermaßen ausgereift ist, dass man nirgendwo auch nur einen Hauch an Kritikpunkte ansetzen könnte. Der Pagan Metal-Fan wird bei diesem Stück zum Methornschwingen zu begeistern sein. 

Ist „Verbrannte Erde“ die Intonierung dessen, was die Band hinterlässt, nachdem sie eine Location eingenommen haben? Stampfend wird eingangs des Stückes Fahrt aufgenommen. Dieser Song ist erhaben und majestätisch gehalten, gerade auch durch die Melodieführung, die im Midtempo ihre ganze Pracht zu versprühen weiß.

Genug in mittelschnellen Tempozonen verbracht, denn bei „Die Affeninsel“ wird wieder auf das Gaspedal gedrückt. Die vorherrschende Melodie ist wiederum eine sehr gefällige, wobei in diesem Stück all die vielen Stilwechsel einen leicht unrunden Eindruck machen.  

Ganz leise, sanfte Töne leiten das folgende Stück „Der Wassermann“ ein – zauberhaft. Im Folgenden zeigt sich dieses Stück als ein weiteres, starkes Teil der Süddeutschen, das an ähnlich strukturierte Songs von Thrudvangar erinnert, auch wenn Equilibrium dem Ganzen eine moderneren Touch geben.

Gerade im Sektor Melodie kann danach auch das tempotechnisch abwechslungsreiche und mit über neun Minuten sehr lange „Aus Ferner Zeit“ wieder die volle Punktzahl absahnen. Im weiteren Songverlauf wird man durch nett anzuhörende Folkeinschübe zum Schunkeln, Feiern und Metsaufen verführt. Welch ein Stück!

Mit einem angeworfenen Motor geht es los bei „Fahrtwind“ – soso. Das will aber doch irgendwie nicht zu Pagan Metal passen, oder liege ich da falsch? Was Robse da allerdings am Mikro wieder raushaut, ist gute, alte Equilibrium-Kost. Gefällig klingen hier auch die kurz angespielten Gitarren-Doppelläufe, wobei mir hier die Gitarren insgesamt ein wenig zu rockig ausgerichtet sind. 

Eine gedämpft und leicht melancholisch klingende Akustikgitarre läutet das im weiteren Verlauf überaus mächtige, aber gleichzeitig leider auch irgendwie belanglose „Wenn Erdreich Bricht“ ein, auch wenn die Melodie angenehm klingt. Angenehm halt aber nur – nicht vom Hocker reißend. Lediglich die Frauenstimme am Songende hält die Fahne für dieses Stück hoch.

Kommen wir schließlich zum Ende des Albums, das da heißt „Kurzes Epos“: Haha, dass ich nicht lache, denn dieses Instrumental dauert läppische 13 Minuten. Sollte wohl ein kleiner Scherz am Rande sein, diese Namensgebung. Das, was in der knappen Viertelstunde alles an Eindrücken auf den Hörer losgelassen wird, ist beileibe kein Scherz, sondern vielmehr eine überaus eindrucksvolle Darbietung der Musiker. Dieses Epos hätte eigentlich weit mehr als zehn Punkte verdient. Mitreißende Melodien treffen auf zum Mitfeiern animierende Parts; dann dieser ruhige, melancholische Part, der stark an die Filmmusik des genialen Kinofilm „Braveheart“ erinnert, dazu die Frauenstimme – sehr ergreifend, episch, grandios!   

Fazit: Alles in Allem trotz der angesprochenen Mäkel ein sehr starkes Album! Sollte auf jeden Fall auf der Einkaufsliste eines jeden Pagan Metal-Fans stehen.  

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