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Epsylon: The Gift

Nach der Enttäuschung sphärischer Melodic Metal von guter Qualität
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Metal
Spielzeit: 58:36
Release: 17.07.2009
Label: Fastball Music

Melodic Metal mit einer aus lediglich zwei Mitgliedern bestehenden Band – das kann nicht wirklich funktionieren. Dies erkannten auch Sylvie Boisieux und Yves Vermeersch, die beiden Überbleibsel der einst sechsköpfigen belgischen Band Epsylon, und holten sich für die Aufnahmen ihres Debutalbums "The Gift" einige Gastmusiker ins Studio: So stand Masterplan-Bassist Jan-Sören Eckert für einige Songs am Bass, für andere sogar am Mikrophon und auch Heather Shockley, Sängerin der Band Rock Ignition, steuerte einige Gesangsspuren bei. Bei allen Songs nahm währenddessen Ex-Epica-Drummer Jeroen Simons Platz hinter den Kesseln Platz.

Bei so einer Mannschaft ist die Vorfreude auf ein gutes Album groß, vor allem, wenn es um Melodic Metal mit sphärischem Einschlag geht. Doch direkt nach dem Intro "Ascension", einem eineinhalbminütigen keyboardbasierten Track, der eine geheimnisvolle, getragene Atmosphäre schafft, wird durch den Beginn des Songs "Liar" mit einem recht gesichtslosen, melodiös allein stehenden Gitarrenriff eben diese Atmosphäre abrupt vernichtet.

Auch wenn der Song im weiteren Verlauf durch den Einsatz des Keyboards wieder etwas an Klangfülle gewinnt, können die Riffs insgesamt weiterhin nicht überzeugen – sie bleiben nicht im Ohr hängen.

Die Halbballade "Forever Angel" entschädigt hierfür: Sie ist der erste Vorbote von extrem melodiösen Liedern auf "The Gift". Anfangs lediglich durch Akustikgitarre und Keyboard-Streicher begleitet, entfaltet Sängerin Sylvie ein großes Stimmpotential – bis Jan Eckert zur Mitte des Songs, begleitet von einem E-Gitarren-Einsatz, die agressivere Gegenstimme übernimmt.

Stilistisch auffallend ist auf dem Album vor allem der Song "The Pirate". Getreu dem Titel geht es hier vom Rhythmus her seefahrerisch zu: Ein getragener Dreivierteltakt eines Cembalos versetzt den Hörer in eine andere Zeit. Getragen bleibt das Tempo über den ganzen Song hin, durch mehrstimmigen Gesang sowie eingängige Gitarrenlicks bleibt der Song über die komplette Dauer von sechseinhalb Minuten spannend.

Zum Ende des Albums hin werden geradezu symphonische Geschütze aufgefahren: Im Track "Masquerade", einer weiteren Halbballade, kommt zeitweise eine sakrale Pfeifenorgel zum Einsatz, was zu einer beachtlichen Soundwand führt – dabei allerdings über die erste Hälfte des Songs einen balladiösen Charakter beibehält. Mitten im Song wird durch ein Gitarrenlick zu dem mehr gitarrenorientierten zweiten Teil übergeleitet – zwar wird der Ton so etwas härter, doch dies stört nicht wirklich; Sängerin Sylvie schlägt hier gekonnt eine Brücke zwischen beiden Teilen.

Trotz einer anfänglichen Enttäuschung bietet "The Gift", das Debutalbum von Epyslon, größtenteils spärischen Melodic Metal von guter Qualität. Zwar ist "Liar" nicht der einzige Song, der nicht wirklich überzeugen kann, doch die guten Momente überwiegen. "The Gift" kann man hierdurch als gelungenen Erstling ansehen, den Fans des melodiösen Metals einmal unter die Lupe nehmen sollten.

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