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Epica: The Solace System

Hochwertiger Nachschlag zum großartigen letzten Full-Length-Album
Wertung: 8,5/10
Genre: Symphonic/Progressive Metal
Spielzeit: 29:57
Release: 01.09.2017
Label: Nuclear Blast

"The Holographic Principle“ ist erst ein gutes Jahr alt und zeigte Epica auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, auch knapp zwölf Monate nach dem Release gibt es auf diesem Meisterwerk keine Schwächen auszumachen. Wer glaubt, dass uns die Niederländer nach so kurzer Zeit schon wieder mit einem neuen Album verwöhnen, sieht sich getäuscht, so schnell sind sie dann doch nicht. Vielmehr handelt es sich bei „The Solace System“ um eine EP, aber immerhin eine, auf der tatsächlich alles previously unreleased ist – dass sich hinter derartigen Kurzalben häufig Mogelpackungen verbergen, ist schließlich nichts Neues.

Das hier vorliegende Material entstand während der Sessions zur letzten Großtat, passte jedoch aus Platzgründen nicht mehr auf das eigentliche Album und die Idee einer Doppel-CD fand die Gruppe nicht attraktiv. Laut Bandleader Mark Jansen waren die noch übrigen Stücke aber einfach zu gut, um sie der Öffentlichkeit vorzuenthalten bzw. sie lediglich als Bonustracks zu deklarieren. Logisch, dass er als Bandmitglied selbst das halbe Dutzend, das sich auf dem immerhin halbstündigen Rundling befindet, kaum als minderwertig bezeichnen wird, doch verhält es sich tatsächlich so, dass jene Songs keineswegs als reine Ausschussware bezeichnet werden müssten.

Das Material präsentiert sich vielfältig wie das ursprüngliche Album, wartet selbstverständlich mit demselben großartigen Sound auf und hat schon gleich mit dem Opener und Titeltrack einen echten Höhepunkt zu verzeichnen: Der fantastische Refrain läuft sofort bestens rein und lässt sich problemlos mitsingen, und wie effektiv hier wieder das Orchester eingesetzt wurde, wie Metal und symphonischer Bombast verschmelzen, ist erneut à la bonne heure.

Nach der im Midtempo angesiedelten Eröffnungsnummer wird es mit „Fight Your Demons“, wie allein der Titel beinahe vermuten lässt, härter und schneller, ohne dass auch weiterhin auf Orchesterpomp verzichtet würde, versteht sich – und auch hier stehen bei aller Komplexität Melodien mit Widerhaken im Vordergrund. Auch „Wheel Of Destiny“ gehört zu den härteren Songs auf „The Solace System“, munter wird in der Strophe drauflos gethrasht, was sich ziemlich gut macht, während der Refrain pathosgetränkt daherkommt; „Architect Of Light“ hingegen wurde durch die besonders prominenten Chöre im Chorus mit einer gehörigen Portion Epik gewürzt.

Mit „Immortal Melancholy“ steht außerdem eine hübsche Gitarrenballade zu Buche – geradezu ein Novum, da Epica laut Jansen bislang ja nur Pianoballaden im Repertoire gehabt hätten. Gern hätte er das Stück bereits auf dem Album gesehen, doch die anderen seien dagegen gewesen. Hier ist es dann vor allem Simones Engelsstimme, die gefeatured wird, teilweise singt sie hier sehr hoch, was aber überhaupt nicht nervig oder aufgesetzt wirkt.

Den Abschluss bildet „Decoded Poetry“ – der längste und progressivste Song der Scheibe, in welchem in der Mitte durch Zurückfahren des Härtegrades schön Raum für Orchester und Chor gelassen wird, insgesamt eine dieser Kompositionen, die alles enthält, was der Fan an den Holländern liebt. Heißt zusammengefasst, dass „The Solace System“ ähnlich bärenstark ausgefallen ist wie das Original-Album, von bloßen Outtakes kann wirklich nicht die Rede sein. Muss man als Fan also haben.

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