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Entrench: Violent Procreation

Mit Vollgas in die Hölle
Wertung: 7,5/10
Genre: Death Metal / Thrash Metal
Spielzeit: 49:57
Release: 21.11.2014
Label: War Anthem Records

Aus den nordischen Ländern rumpelt es momentan ja wieder schwer. Nun legen die Schweden Entrench mit einem massiven Brett das nächste Scheit auf das Feuer. Ganz im Stile vergangener Death Metal und Thrash Metal Pioniere, haben die Normannen genau an der Wurzel des schwedischen Death Metal angesetzt. Konsequent wird dieser Weg auch durchgesetzt. Vom ersten bis zum letzten Lied scheppert es gewaltig auf „Violent Procreation“. Die Platte wurde relativ roh vertont. Der Sound ist leicht dumpf und basslastig. Die Gitarren sägen schwer im mittleren Frequenzbereich und darunter kann man deutlich die Bassgitarre hören. Der Schreigesang klingt kehlig und hohl. Einen Menschen erkennt man als Sänger kaum mehr. Am meisten oldschool ist der Drumsound. Hier wurde auf jegliches Hightech verzichtet. Roh und brutal zu klingen muss eines der großen Ziele beim Erarbeiten dieses Albums gewesen sein. Dieses Ziel wurde erreicht.

Die Songs sind durchaus verschachtelt aufgebaut und gar nicht so simpel, wie man am Anfang meinen möchte. Oft werden viele Riffs in einen Titel verbaut. Dazu gibt es jede Menge Rhythmikwechsel und auch das Tempo ändert sich gerne mal. Die einzige Konstante ist in der Regel der Schreigesang, der, wie leider bei vielen anderen Gruppen auch, sehr monoton ausgelegt ist. Dementsprechend ist er auch das, was zuerst auf die Nerven geht. Schon nach der ersten Hörrunde kann man das hohle Gekeife kaum mehr ertragen.
Ganz anders verhält es sich mit der Musik. Wenn man erst mal Zugang zu den verkapselten Liedern gefunden hat. Dann kann man auf eine andauernde Entdeckungsreise gehen. Zu entdecken gibt es nämlich viel. Hier ein verstecktes Solo. Hier ein aberwitziger Break oder auch eine schöne Bridge wie zum Beispiel bei „Chemical Holocaust / The Mental Wasteland“. Fast ausnahmslos alle Lieder haben Überlänge. Nur ein Stück liegt im Bereich von drei Minuten („Senseless Slaughter“). „Adjust To Summit“ kommt sogar mit über acht Minuten daher. Interessant bleiben aber auch die längeren Lieder. Vor allem wegen oben schon genannter Spielereien kann man sich auch locker acht Minuten lang auf ein Stück konzentrieren.

Auch nach vielen Stunden anhören bleibt das einzige Manko der nervige Gesang. Dummerweise ist das Geschrei auch noch ziemlich weit nach vorne gemischt und nervt somit ziemlich schnell immer mehr, was letztendlich dazu führt, dass der Silberig wieder aus dem Schacht fliegt.

Bis dahin vergeht aber einiges an Zeit und garantiert wird die Platte auch mit dem monotonen Geschrei (vielleicht ja sogar genau deswegen) ihre Anhänger finden. In der Extrem-Metal-Szene wird man mit Sicherheit auf den ehrlichen Sound und das Können der drei Protagonisten abfahren. Für Freunde der härteren Gangart kann man hier also eine volle Empfehlung aussprechen. Zum Anfreunden sollte man sich vor allem die Titel „Chemical Holocaust / The Mental Wasteland“ und „Senseless Slaughter“ reinziehen.

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