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Entorx: Theta Waves

Die Band sollte man im Auge behalten
Wertung: 7/10
Genre: Progressive Metal, Death Metal
Spielzeit: 17:35
Release: 06.09.2011
Label: Eigenproduktion

Entorx aus Mannheim dürften die wenigsten Leser kennen, das frühere Trüppchen Project-Brain-Storm von Sänger Ilja vielleicht schon eher. Deren Zweitling „Pain“ kam bei uns seinerzeit eher mau weg, sechs Punkte gab’s und einen Klaps auf die Finger für das Abgucken bei diversen Speed-Metal-Größen. Neue Band, neues Glück – Entorx haben mit Speed Metal wenig am Hut, sondern verstehen sich eher auf das Zusammenmischen von Progressive-Elementen und Death Metal. 

Natürlich bewegt man sich produktionstechnisch nicht auf hohem Niveau, das heißt auch hier: Das Schlagzeug scheppert streckenweise eine Spur zu sehr, der Gesang hätte einen Spritzer Politur vertragen können und sämtliche Instrumente hätten einander besser angeglichen werden dürfen – macht aber nichts, schließlich hat man schon schlechteren Sound von „größeren“ Bands vorgesetzt bekommen. So schnell haut einen da nichts mehr um.

Insgesamt ist die Truppe noch recht jung, geht aber schon beim ersten Track „Black Remembrences“ ziemlich ambitioniert und vor allem motiviert zu Werke und das schlägt sich definitiv auf die Stimmung nieder: Mag das kurze, jazzig-chaotische Instrumental, das die Entorxer eingebaut haben, die Stimmung nach dem recht rohen Einstieg ein wenig trüben, so entwickelt sich der Track im Verlauf doch noch zu einem echten Stampfer mit zwar ausreichend progressiven Elementen, die den Hörer aber nicht erschlagen. Sänger Ilja grunzt sich souverän durch das Stück, vermeidet aber Gott sei Dank montones Geblubber, sondern setzt auf Vocals der etwas älteren Schule. Schönes Ding und als Opener genau richtig.

Auch „Death Machine“ haut ganz gut rein, richtig aufmerken muss man dann aber erst wieder bei „Politics“, wo erstmal etwas ertönt, was man annährend als klaren Gesang bezeichnen kann, aber mit sehr heiserem Unterton – genau dieser Unterton macht es aber aus, dass einem der Song und damit die ganze EP im Gedächtnis bleibt. Einen ordentlichen Wiedererkennungswert haben Entorx nun also sicher, zusätzlich bietet der Track auch noch eine etwas diffuse, aber nichtsdestoweniger interessante Mischung aus rasantem Death Metal und sphärischen Gitarrenleads, die mit geflüstertem Text unterlegt sind. 

Auch das finale „Soul Disease“ (besonders live sehr schön) wummert sich noch mal in die Gehörgänge, ohne allzu stumpf zu wirken. Der nicht optimale Sound kratzt hier ein wenig am Hörvergnügen, allen voran galoppiert hier natürlich wieder das etwas pappige Schlagzeug durch die Botanik, das zwischendurch schon mal ein bisschen stört. Ein bisschen regiert auch hier das Chaos, aber das macht die Band irgendwie auch so sympathisch – man hat das Gefühl, als wären die Jungs kurz davor, sich in ihren eigenen Songstrukturen zu verheddern, dann kriegen sie aber gerade noch mal so die Kurve, wie in diesem Track, wo plötzlich fiese Schreie einsetzen, bevor die Gitarrenarbeit allzu konfus werden kann.

Man darf und muss gespannt sein, was die Zukunft bringt. Entorx sind sicherlich noch längst keine Profis, aber das müssen sie auch gar nicht sein; hier greift natürlich der Sympathiebonus, da die Jungs auch live eine super Show abziehen, und auch musikalisch ist die Truppe auf einem guten Weg. Progressive Metal mit Todeseinschlag wird hier erwartet und geliefert, mal sehen, was die nächste Scheibe so bietet.

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