Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Entorx: Faceless Insanity

Nächstes Mal warten wir hoffentlich keine sieben Jahre...
Wertung: 8,5/10
Genre: Progressive Metal, Death Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 50:34
Release: 29.05.2020
Label: Eigenproduktion

Gute Güte, sieben Jahre ist die Veröffentlichung des ersten Entorx-Full-Length-Scheibchens „Broken Ways“ her, jetzt steht mit „Faceless Insanity“ endlich der langersehnte Nachfolger in den Startlöchern. Zeit wurde es, dieses Mal hat die Truppe sich auch gleich in ein etwas professioneller wirkendes Gewand gekleidet und ein mörderisch gutes Artwork von Threadbare Arts gezaubert bekommen.

Auch die beiden bislang veröffentlichten Songs „Hypocritical Faith“ und „P.T.S.D.“ konnten sich hören lassen – ersteres mit überraschenden klargesanglichen Einsprengseln und flirrenden Riffs, letzteres eine Old-School-Dampfwalze vor dem Herrn. Dabei hätte man von der Truppe einen etwas polierteren Sound erwartet, quasi passend zum Artwork – tatsächlich ballern sich die Jungs aber kompromisslos durch ihre Prog-Death-Thrash-Mischung und klingen dabei immer noch herrlich roh, beinah wie zu Anfangszeiten, ohne dabei in labbrigen Soundmatsch zu verfallen. Im Gegenteil, gerade Stücke wie das brutale, alles zerfetzende „Madness Unchained“ mit seinem unfassbar genialen Gitarrenintro wissen zu überzeugen, kristallklare Produktion hin oder her.

Die Überraschung des Albums ist sicherlich „Morbid Rage“, das recht brachial und mit stampfendem Groove beginnt, bevor tatsächlich eine entspannte Reggae-lastige Melodie über den Hörer hereinbricht – inklusive Klargesang. Live wird das sicherlich ein absolutes Mitsing-Highlight und wenn man den ersten Schock überwunden hat, kann man sich mit dem Track nicht nur anfreunden, sondern will ihn auch immer wieder hören. Mutig und endcool, was Entorx hier abziehen!

Der Zehnminüter „Doomed“ macht seinem Namen dann alle Ehre, ohne die Doomigkeit, die ja bisweilen etwas dröge werden kann, allzu sehr auszureizen: Immer wieder werden Blastbeat-Parts in den Vordergrund gestellt, nebenbei keift sich Sänger René mit einer Seelenruhe die Stimmbänder kaputt, der ganze Song bleibt aber dann doch im entspannten Midtempo. Eigentlich wäre der Track ein würdiges Finale, der Tradition wegen haben Entorx mit „Death Machine“ dann aber noch einen Song von der mittlerweile ausverkauften, weil überhaupt nur auf 100 Stück limitierten Debüt-EP „Theta Waves“ mit auf die Tracklist gepackt.

Das Gesamtpaket passt natürlich derzeit wie Arsch auf Eimer zur Gesamtsituation, man nehme nur den Opener „Overture: Condemnation“, in dem unser aller Lieblings-US-Vorzeigeidiot sich u.a. für Waterboarding begeistert – ein düsteres, kompromissloses, aber zu keiner Zeit stumpfes Album, das sich hauptsächlich dem Todesmetall verschrieben zu haben scheint, aber zu jeder Zeit in die Thrash- und Prog-Schiene ausbrechen kann. Schön, dass die Jungs es nach sieben Jahren endlich geschafft haben, ein neues Album zu schneidern und dann auch noch eine ganze Menge starker Songs darauf zu versammeln.

comments powered by Disqus