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Entorx: Broken Ways

Mit neuem Sänger zu neuen Ufern
Wertung: 7,5/10
Genre: Death Metal, Thrash Metal, Progressive Metal
Spielzeit: 52:47
Release: 15.11.2013
Label: Logischdenker Records/Eigenproduktion

Vor fast genau zwei Jahren stand im Fazit der „Theta Waves“-Rezi der Mannheimer Truppe Entorx: „Man darf und muss gespannt sein, was die Zukunft bringt“. Mittlerweile befinden wir uns in jener Zukunft und man muss sich ein wenig die Augen reiben: Entorx sind mittlerweile das erste Mal überhaupt zum Quintett angewachsen und was am meisten ins Auge bzw. Ohr fällt: Es gibt einen neuen Sänger. Ille hat die Koffer gepackt und dem guten René den Platz am Mikro überlassen. Ob der Mann mit der Mischung aus Thrash, Death und Prog zurechtkommt, bleibt zu erforschen – schon von Anfang an haben die Jungs nämlich erstaunlich anspruchsvolle Vocals einfließen lassen, in denen von Keifen über Schreien und etwas heiseren Klargesang so ziemlich alles abgedeckt wurde.

Bei den Aufnahmen zur neuen Scheibe waren die Herren freilich noch zu viert, da der neue Gitarrenmensch Tim erst im Herbst diesen Jahres überhaupt dazu stieß; das tut dem Sound, der mit ordentlich Druck, aber auch einer Menge Transparenz daherkommt, aber keinen Abbruch. Das Intro „Relent To Dispair“ tut da gerade so, als hätte man es mit einem ruhigen Album zu tun, das man auch mal auflegen könnte, um die Kinder in den Schlaf zu wiegen – das folgende „Last Thought“ wird dann mit einem knackigen Drumsolo eingeleitet, zu dem sich recht flott flirrende Gitarren gesellen. Fast schon tanzbar wird der Rhythmus hier aufgebaut, live haut das Ding sicher die Leute um. Die ersten Töne des neuen Sängers ertönen und ich muss sagen – bei den eingestreuten, fast schwarzmetallischen Kreischern fällt mir ein bisschen die Kinnlade herunter. Wahnsinn, was der Mann hier veranstaltet! Richtig gut kommt dann auch der klare Gesang dazu, obwohl hier noch eine Spur mehr Übung erforderlich wäre.

Nach einem solchen Einstieg kann man nicht anders als noch mal zurückzuskippen. René pendelt zwischen tiefsten Death-Vocals und fiesem Geschrei als wäre es nichts. Da haben Entorx auf jeden Fall einen guten Griff gelandet.

Die Jungs zocken sich lässig aus dem Handgelenk durch knallige Stücke wie „Human Soil“ und vergessen auch fast zum Schluss nicht das auf der EP ebenso wie live schon zu Ehren gekommene „Soul Disease“. „Blood Vengeance“ hat dann gegen Ende noch ein paar sehr coole und nicht alltägliche Rhythmen im Programm, die ordentlich Groove verbreiten und irgendwie auch zum Tanzen einladen. Überhaupt haben Entorx in Sachen Groove ordentlich zugelegt, das beweist nicht nur der eben erwähnte Titel, sondern auch Songs wie „Inaction“, bei dem außerdem auch gesanglich einiges geboten wird.

Mit dem fast zehnminütigen Track „Emptiness“ geben sich die Mannheimer dann noch mal die Ehre und verwursten von Death-Vocals über leichte Prog-Gitarren so ziemlich alles, was ihnen in die Finger kommt; dabei wirkt aber stets alles stimmig und der Song mausert sich mit seinem Sprechgesang und dem hysterischen Geschrei direkt noch zu einem Anspieltipp.

Fazit: Man merkt der Combo den Spaß an der Sache an, die Musiker wissen ziemlich genau, was sie können und zeigen das auch, ohne dass hier Griffbrettwichserei betrieben wird. Sämtliche neue Musiker sind eine Bereicherung für den Sound und die Band klingt um einiges geschlossener als noch zu „Theta“-Zeiten. 7,5 Punkte gibt es auf jeden Fall – jetzt muss nur noch die Zeit für einen Live-Abstecher gefunden werden, um die neue Aufstellung zu begutachten.

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