Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Entomb The Machine: Entomb The Machine

Interessante Ansätze, hoch talentierte Musiker
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal, Deathcore
Spielzeit: 23:30
Release: 19.11.2010
Label: Eigenproduktion

Entomb The Machine rüsten sich für den Krieg gegen die Maschinen – so steht es auf dem Promozettel der Combo und so mutet auch der Sound der Jungs an: aggressiv, leicht steril, kompromisslos. Will man die junge Band nach dem ersten Hören noch in die Deathcore-/Tech-Metal-Schublade stecken, muss man diese Idee nach mehreren Durchläufen wieder abschütteln. Technisch sind sie, keine Frage, aber vor allem todesmetallisch kommen die fünf Tracks durch die Boxen - und erstaunlich professionell für eine Frischlingscombo: Der Sound knallt, die Instrumente sind alle an der richtigen Stelle, der Gesang passt lautstärketechnisch super ins Bild.

Dass die Stuttgarter als Einflüsse nicht unmaßgebliche Bands Devildriver, All Shall Perish oder Meshuggah nennen, hört man beim ersten Durchlauf. Beziehungsweise man zermatert sich das Hirn, an welche Bands einen der Sound erinnert und fasst sich dann an den Kopf, wenn man es in einem ETM-Interview liest. Nach zwei Demos aus den Jahren 2008 und 2009 ist es nun also Zeit, diese Einflüsse auf eine „richtige“ Scheibe zu bannen, wenn auch vorest nur in EP-Länge, was in diesem Fall knapp 24 Minuten entspricht. Die reichen aber auch erstmal, um den Staub aus den Boxen zu pusten – ein Arschtritt nach dem anderen, angefangen beim Opener „S.P.F.S.P.“. Bis hin zum Rausschmeißer „Bitterness Comes Around“ gibt das Quintett nicht eine Sekunde Ruhe.

Schon zu Beginn des ersten Tracks wird mit allerhand technischer Raffinesse gezockt, vor allem die beiden Gitarreros Benni und Andre hauen in die Saiten, als gäbe es kein Morgen, aber auch Drummer Jannis zeigt im Verlauf der ganzen Platte durchgängig, warum gerade er hier hinter der Schlagbude sitzt. Sänger Arndt sägt sich stimmgewaltig durch die Gitarrenwand – von leicht heiseren Screams über tiefe Growls bekommt der Hörer hier die volle Breitseite. Wunderbar satt kommt der Sound daher, vor allem die kreischenden Gitarrenlicks wurden gut in den Vordergrund gemischt.

Bei „The Faceless Ones“ hat man zuerst den Eindruck, dass die Dynamik ein wenig flöten geht, aber letztlich reißen die Herren das Steuer doch noch herum und dreschen wie die Irren drauflos. Doublebass, fliegende Gitarrensaiten und manisches Geschrei, wo man hinhört – wer sich hier nicht wohl fühlt, hat mit gutem Metal nicht viel am Hut. Wo noch relativ traditionelle Gitarrenspuren gefahren wurden, klingt „Wake Up“ wesentlich moderner – Geschmackssache, würde man meinen, klingt der Song doch zumindest zeitweise ein bisschen zu sehr nach Modern Metal.

In eine ähnliche Richtung schlägt leider „Catch-22“. Zwar zerkloppen die Fünf ihre Umwelt nach wie vor auf technisch hohem Niveau, aber irgendetwas fehlt. Daran ändert leider auch das Wechselspiel zwischen sehr tiefen Growls und Screams in der zweiten Hälfte des Songs nichts – der Funke springt nicht über, so wie bei den ersten beiden Songs, sondern verglimmt im Metal-Nirwana. „Bitterness Comes Around“ bietet dann mit klarem Gesang und sphärisch-düsteren Gitarren einen ganz anderen, interessanten Ansatz und fällt damit ordentlich aus dem Rahmen; zumindest, bis Arndt wieder voll loslegt. Richtig schön wütend wird hier geschreddert, unterbrochen von gruselig gedoppelten Growls, die dem Song eine ganze andere Dimension geben. Der Satz „Das Beste kommt zum Schluss“, kann hier durchaus als Weisheit des Tages stehen.

Fazit: Nach dem starken Einstieg kam die Enttäuschung, als zwei von fünf Songs einfach in einem nicht unbedingt hübschen Modern-Metal-Kostüm an einem vorbeirasten, aber insgesamt haben Entomb The Machine hier wirklich gute Arbeit geleistet. Tracks wie „Bitterness Comes Around“, das ohne Frage als Highlight der Platte genannt werden kann, verheißen eine große Zukunft für die noch junge Combo, wenn sie nur den Modern Metal rauslassen würden – aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.

comments powered by Disqus

Das Wochenende klingt mit Volldampf aus

 

 

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“

Perfekter Tour-Abschluss, der mehr Zuschauer verdient hätte

Kurzweiliger Abend mit kleinem Vorgeschmack auf das kommende Album

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging