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Enter Shikari: Live At Alexandra Palace

Rundum gelungene Live-Vertonung
Wertung: 9/10
Genre: Post-Hardcore/Crossover
Spielzeit: 101:02
Release: 18.11.2016
Label: PIAS

Mit ihren jährlichen Veröffentlichungen zwischen 2009 und 2013, haben Enter Shikari in ihrer Karriere schon eine ganze Reihe an Live-Alben unters Volk gebracht. Seitdem wurde es zumindest in dieser Hinsicht etwas ruhiger um die Briten; mit „Live At Alexandra Palace“ stellen sie allerdings klar, dass ihre energiegeladenen Shows noch immer zu jeder Zeit das Potential für eine weitere Veröffentlichung haben. 

Was Intensität und Stimmung angeht, muss man sich bei den Konzerten des Quartetts ohnehin kaum Sorgen machen, die größte Schwierigkeit liegt vielmehr darin, den komplexen, von Synthesizern, abstrusen Übergängen/Dynamikwechseln, und abgedrehten Stilmixen geprägten Sound angemessen einzufangen. Auf „Live At Alexandra Palace“ gelingt das den Soundingenieuren in etwa so gut, wie wohl nur irgend möglich. So ist dem Endergebnis zwar in der Regel noch gut anzumerken, dass hier live agiert wird, große Teile der Aufnahmen kommen dennoch schon beinahe auf Album-Level daher, sodass man dem Quartett nicht nur meisterhafte Publikumsinteraktion, sondern auch mehr als solide Handwerkskunst zusprechen muss. Großartig zum Beispiel, wie Fronter Rou Reynolds den Stimmungs- und Tempowechsel auf „Price On Your Head“ moderiert und wie gelungen unter anderem „The Last Garrison“ umgesetzt wird.

Dem Publikum bleibt aufgrund des Frequenz-abdeckenden, Schikarischen Soundsumpfes zwangsläufig nur begrenzter Raum, dank dem gekonnt orchestrierenden Fronter werden die vorhandenen Möglichkeiten für Interaktion und Feedback allerdings nahezu perfekt ausgenutzt, sodass trotz des Fokus auf die Musik noch genügend Live-Elemente übrigbleiben. Überdies gibt es neben Livemusik auch eine ganze Fülle an Audio-Snippets und Ansagen zu hören, die den sozio-politisch relevanten Songs ein gewisses Maß an Kontext geben. Dass es Enter Shikari um mehr als nur die Musik geht, wird so schon beim Intro des Konzertmitschnittes deutlich, wobei auch im Rest der Show nicht an sozialpolitisch kritischen Ansprachen gespart wird.

Auch was die Songauswahl anbelangt, kann man dem Vierer keinerlei Vorwürfe machen. Neben Hits wie „Sorry You’re Not A Winner“, „The Last Garrison“, „Anaesthetist“, „Juggernauts”, oder „Redshift”, sind mit „Gandhi, Mate, Gandhi” und „Arguing With Thermometers” auch meine persönlichen Favoriten auf dem Silberling vertreten. Der Fokus der Show liegt logischerweise auf den härteren Nummern, schließlich sind Enter Shikari alles andere als bekannt dafür, ihr Publikum sanft einzulullen, mit beispielsweise „Redshift“ gibt es allerdings auch ein paar ruhigere Momente zum kurzen Durchschnaufen.

Alles in Allem ist „Live At Alexandra Palace“ ein rundum gelungenes Live-Album geworden, auf welchem bei guter Songauswahl gekonnt und ohne zu große Soundkompromisse die Live-Atmosphäre eingefangen wird. Das nicht jeder Ton stimmt (nur fast jeder) und nicht jede Nummer so perfekt umgesetzt wird, wie beispielsweise "The Last Garrison" ist in Anbetracht der Umstände absolut normal, und so ist die Scheibe für Fans der Gruppe in jedem Fall allemal eine Überlegung wert - auch wenn das Original selbstverständlich jederzeit vorzuziehen ist.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann