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Enslaved: Ruun

Ein weiteres Stück Enslaved-Kosmos
Wertung: 9/10
Genre: Dark Metal
Spielzeit: 46:3
Release: 22.05.2006
Label: Tabu Recordings

Die Schwermetal-Welt erwartet wohl dieser Tage kein Album mit mehr Spannung und Aufregung als das neue Werk der Norweger Enslaved. Zum einen weiß der geneigte Fan ja nie mit Sicherheit, was einen nun wirklich auf einem neuen Album der Mannen erwartet. Zum anderen war der Vorgänger „Isa“ nicht zuletzt durch die gewonnenen Grammys alles andere als ein Ladenhüter. Da kann man sich gut vorstellen, dass ein nicht gerade unbedeutender Erwartungsdruck auf den Schultern von Enslaved ruhte. Und diesem sind sie ohne Abstriche und ohne Wenn und Aber mehr als gerecht geworden. Sicherlich nicht nur für mich stellt „Ruun“ die perfekte Weiterentwicklung von „Isa“ dar. Zeitloser Metal trifft auf Prog Rock mit 70er Flair und natürlich auf Black Metal. Enslaved haben stimmig ihre Wurzeln mit der Entwicklung ihres Sounds der letzten Jahre in Einklang gebracht. Dabei wurde soundtechnisch wieder das volle Programm aufgefahren. Jedes Instrument ist detailliert herauszuhören und kann sich perfekt entfalten. Und besonders bei den Gesängen wurde augenscheinlich so lange an jeder Ecke gewerkelt, bis man von Güteklasse 1A reden konnte.

Enslaved geben ihre Vorreiterrolle in Sachen Abwechslung und Atmosphäre auf dem dunklen Pfad des Metals zu keiner Sekunde ab. Diese These untermauern sie gleich unumstößlich mit dem Opener „Entroper“. Gestampft wird in einem schönen Midtemporiff, welches mit einer verträumten Melodie verziert wurde. Man könnte die Melodieführung schon beschwingt nennen. Aber kaum lässt sich der Mundwinkel zu einem kurzen Lächeln hinreißen, geht’s mit dem Tempo bergab und ein disharmonisches, morbides Riff quält sich aus den Boxen. So pendelt der Track hin und her. Flüstern unter den sonst prägnanten Kreischgesang wirkt sehr hypnotisch. Im weiteren Verlauf wird das Spektrum der Vocals durch den einsetzenden cleanen Gesang noch erweitert. Ein wunderschönes Stück dunkle Tonkunst. Ohne Mängel.

Auch „Path To Vanir“ setzt auf das Wechselspiel zwischen rockiger Attitüde und dunklen, gemäßigten Vibes. Wobei bei den Slow-Passagen der Kreischgesang eingepackt und die Death-Growls ausgepackt werden. Das eingeschobene Akustikintermezzo mit den cleanen Vocals ist nur als kurze Verschnaufpause zu werten, denn danach regiert wieder der schiebende Metal. Zusammen mit „Fusion Of Sense And Earth“ ein Doppelpack, das alle Facetten des neuen Outputs in sich vereint. Denn dieser holt zu Beginn die Thrashkeule heraus und sorgt im weiteren Verlauf dafür, dass auch Fans von Stoner Rock an Enslaved Gefallen finden könnten. Dazu passen das geile Solo und die satten Death-Growls schon erschreckend perfekt.

Ihr Faible für progressive Klänge vorhergehender Jahrzehnte verarbeiten die Bergener zu Hauf in „Ruun“, „Tides Of Chaos“ und „Api-vat“. Unzählige Gänsehautmelodien, vielschichtig arrangierte Gesänge und teils straighte, teils verspielte Songaufbauten. Die überladene Note einiger Songs aus der Vergangenheit von Enslaved wird insgesamt gekonnt umschifft.

„Essence“ sorgt dann mit lupenreinen Blastbeatattacken noch für freudiges Herzklopfen aller Black Metal-Jünger. Aber auch der Rest des Songs mit seinem Seventies-Flair und seiner morbid-beschwingten Art wirkt gerade im Einklang mit den eingestreuten Attacken abwechslungsreich und trotzdem nicht verfahren.

Was soll man sagen? Ob Enslaved einen weiteren Grammy-Anwärter erschaffen haben, sollen andere Leute entscheiden, die sich dazu berufen fühlen. Der große Rest kann sich ohne Bedenken auf die Reise durch ein weiteres Stück Enslaved-Kosmos begeben. Und dieser scheint unendlich groß und voller Details und Überraschungen zu sein. Schreibt euch das Releasedatum fett in den Kalender. Es lohnt sich.

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