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Ensiferum: Unsung Heroes

Sehr gelungen, wenn auch nicht perfekt
Wertung: 9/10
Genre: Pagan Metal, Folk Metal
Spielzeit: 61:22
Release: 24.08.2012
Label: Spinefarm Records / Universal

Ein paar finnische Bands haben die Metalwelt massiv beeinflusst. Vor allem durch den Melodienreichtum und die oft vertrackte Spielweise zeichnen sich Gruppen aus dem Land der tausend Seen verstärkt aus. Eine hier geplante Aufstellung über Bands aus Finnland fällt wieder weg, weil es einfach zu viele nennens- und vergleichswerte gibt. Ensiferum sind sicherlich eine der erwähnenswerten Gruppen. Spätestens seit sie im Jahr 2007 ihr Album „Victory Songs“ veröffentlicht haben, hatte sie praktisch jeder Folk- und Pagan-Metal-Jünger auf dem Schirm. Das letzte, auf Makrolon gebannte Lebenszeichen der Band erschien im Jahr 2009 in Form des Langspielers „From Afar“. Die Langrille war sehr hochwertig, konnte jedoch die Hymnen des Vorgängeralbums nicht erreichen.

Nun kommt der neue Rundling in die Regale. Die Scheibe hört auf den Namen „Unsung Heroes“ und schafft es auf eine beachtliche Spielzeit von über einer Stunde, wozu gerade einmal zehn Lieder notwendig sind. Die Stücke sind wie gewohnt stilistisch breit gefächert. Neben recht schnellen Nummern wie „In My Sword I Trust“, das mit typischen Ensiferum-Stakkato-Riffs gespickt ist und fast konstant von einer wummernden Doublebass getragen wird, gibt es auch extrem epische Ausflüge „Burning Leaves“ ist hierfür das passende Exempel. Die getragene Hymne ist angereichert mit einer ganz besonderen Melancholie, die gerade dadurch so gut ins Lied passt, weil sie eigentlich nicht passt – der perfekte Soundtrack für ein Lagerfeuer zur Mittsommerwende im nördlichen Skandinavien. Das Lied ist verspielt und verträumt und strotzt trotzdem vor einer unterschwelligen Energie, der man sich nur schwer entziehen kann. Mit dieser Nummer haben sich Ensiferum eindeutig eine neue Erkennungsmelodie erschaffen.

Nicht ganz so hochkarätig, aber dennoch viel mehr als nur hörbar ist der Titelsong ausgefallen. „Unsung Heroes“ ist ein sehr schöner Midtempo-Stampfer geworden, der immer wieder durch chorale Gesangsparts aufgelockert wird, wobei auch die Stimmung in keinster Weise vergessen wird. Immer wieder bremst man das Tempo und das Keyboard übernimmt mit atmosphärischen Klängen den zentralen Part. Etwas weit ins Folkig-Poppige geht „Celestial Bond“. Das Stück ist gewiss eine Nummer, die ein gewisses Flair aufweist, es könnte aber genauso gut von Blackmore’s Night stammen.

Ganz anders sieht es mit „Retribution Shall Be Mine“ aus. Die Nummer fetzt wieder richtig und die nun wieder aufwogende Stimmung wird leider abermals mit einer Vollbremsung zu Fall gebracht. „Star Queen“ sorgt für diesen abrupten Entschleunigungsvorgang. Das Stück ist wirklich gut, aber an dieser Position wäre ein druckvollerer Song vielleicht besser platziert gewesen.

Dieses Auf- und Abschwellen zieht sich nun bis zum letzten Lied durch. Damit wird der CD ein bisschen Schaden zugefügt, denn das Konzept klingt zu unausgeglichen. Das ändert nichts daran, dass praktisch alle Lieder auf der Scheibe durchweg ihre Daseinsberechtigung haben. Vor allem das abschließende „Passion Proof Power“ mit seinen psychedelischen Einlagen kann noch einmal voll überzeugen, auch wenn der gesprochene Mittelpart wirklich obskur ist.

Fans der Finnen kommen um das Album nicht herum: Qualität, Songs und Sound sind sehr gut, was auch das Interesse von genrefremderen Hörern wecken wird. Ensiferum haben ein geniales Album produziert, das trotz einiger minimaler Schwächen regen Absatz finden sollte.

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