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Ensiferum: 10th Anniversary Live

Läßt kaum Wünsche offen
Wertung: 7/10
Genre: Folk Metal
Spielzeit: 0:0
Release: 28.06.2006
Label: Spinefarm Records

Kaum ein Metal-Genre erfreut sich momentan einer so schnell wachsenden Beliebtheit wie die Folk-Viking-Pagan-Schiene. Und auf genau dieser fahren auch Ensiferum seit dem ersten Werk „Ensiferum“ im Jahre 2001 und haben sich inzwischen eine große Fanschar angeeignet. Doch der Weg war nicht immer eben; von der Gründungsbesetzung ist nur noch Gitarrist und Clean-Vokalist Markus Toivonen übrig, der nebenher auch das Songwriting nahezu komplett übernimmt. Vielleicht ist das der Grund, aus dem seither gerade einmal zwei Full-Lenght-Alben und eine EP, die nur einen neu komponierten Song enthielt, erschienen. Man entschloss sich nun scheinbar, die Publikationsdichte zu erhöhen, denn angesprochene EP „Dragonheads“ stand erst Ende März diesen Jahres in den Läden, für den Release des Nachfolgealbums peilt man den Februar 2007 an und aktuell gibt es sogar eine Live-DVD zu bestaunen.

Der Name „10th Anniversary Live“ verdeutlicht, warum der Zeitpunkt für die Veröffentlichung dieses Konzermitschnitts gerade jetzt – nach nur 2 ½ Alben – genau richtig ist. Zur Jahreswende traf man die nötigen Vorkehrungen im Club „Nosturi“ in Helsinki, um einen für alle Beteiligten unvergesslichen Abend visuell festzuhalten.

Die Fans, die nicht kurzfristig nach Helsinki reisen konnten oder sich lieber vom mitternächtlichen Feuerwerk berieseln ließen, haben nun also die Chance, das knapp 100minütige Konzert gemütlich bangend vom heimischen Wohnzimmersessel aus nachzuholen. Und bei der Tracklist hat man sich wahrlich nicht lumpen lassen: Mit ganzen 8 Tacks wurde das Erstwerk „Ensiferum“ vor „Iron“ (6 Tracks) deutlich bevorzugt. Von „Dragonheads“ muss der Zuschauer keinen einzigen Song vermissen, sogar das Amorphis-Cover „Into Hiding“ ist Bestandteil des Sets. Gleich von Anfang an geht es in gewohntem Tempo nach vorne: Die Songs „Hero In A Dream“ und „Guardians of Fate“ peitschen nach vorne, gefolgt von „Tale of Revenge“ und „Dragonheads“. Schon jetzt ist klar, dass man sich auf eine gut gemischte Songauswahl freuen darf. Weitere Highlights, wie „Lai Lai Hei“ und „Token Of Time“, fehlen ebenso wenig wie „Iron“ oder „Slayer of Light“. Nur 8 Songs der Band (von den beiden Full-Lenght-Alben jeweils 4) wurden nicht gespielt und bei zwei Songs besorgte man sich sogar prominente Unterstützung: Für „Into Hiding“ durfte die Stimme des Originals, Ville Tuomi, ans Mikro und die Songs „Tears“ und das „Finnish Medley“ singt Kaisa Saari. Die Sängerin der finnischen Folkband Tarujen Saari verlieh zwar bereits den Albumversionen dieser beiden Songs ihre Stimme, doch live mit Ensiferum auf der Bühne durfte man sie hier erstmals erleben.

Die Songs sind sehr nah am Original gehalten. Was neu ist, das ist die aggressive Growl-Stimme von Petri Lindroos (Norther), der die Band erst nach dem Album „Iron“ mit dieser bereicherte. So kann man also auch die älteren Songs mit neuem Gesang versehen hören. Die Atmosphäre wird passend übermittelt: Im Vordergrund steht die Musik, die Musiker geben ihr Bestes auf der Bühne und auf unnötigen Schnickschnack und Spielereien wird größtenteils verzichtet. Das Bild ist zu jeder Zeit klar und der Sound weitgehend gut abgemischt, jedoch wünscht man sich das ein oder andere Mal die klaren Singstimmen von Markus Toivonen und Bassist Sami Hinkka lauter und auch die realistische Übermittlung der Live-Atmosphäre ist durch die kaum hörbaren Fans nur begrenzt möglich.

Was fehlt, das ist das Bonus Material. Als Keyboarderin Meiju mir vor knapp zwei Monaten im Interview „besonders viele Specials“, „Bonus-Songs und Sachen, die man vorher noch nicht gesehen hat“ versprach, habe ich anderes erwartet. Bis auf ein Geburtstagslied von Finntroll geht der Fan in dieser Hinsicht leer aus. Vielleicht hätte man zu Gunsten dieses Materials auf einen der beiden Songs mit Kaisa Saari verzichten sollen, denn klassische Live-Songs sehen anders aus.

Dennoch lassen diese insgesamt 21 Tracks zumindest im Konzertteil der DVD kaum Wünsche offen. Gut zusammengestellt und dargeboten ist das Set ein Best-Of-Ensiferum – Programm erster Klasse, fast ohne auffallende Mängel und unnötige Special Effects, Pyros, etc. Dass das Bonusmaterial weitgehend fehlt, ist dank der Songanzahl ein nur leicht fader Beigeschmack, der das Gesamtbild nicht wesentlich trübt, jedoch den ein oder anderen Fan bitter aufstoßen lassen wird.

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Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend