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Engelsblut: Ich, Krähenfürst

Genreübergreifende Experimente
Wertung: 9.5/10
Genre: Darkwave, Folk, Gothic, Pop
Spielzeit: 81:37
Release: 08.03.2009
Label: Eigenproduktion

Eingängige, leicht verträgliche Songs mit Ohrwurmcharakter: Dies war immer schon ein Markenzeichen von Engelsblut. Die musikalische Richtung des Underground-Projektes von Benjamin Luikenga ist seit jeher schwer zu definieren – zwischen Darkwave, Gothic und Folk schwankend bezeichnete der Künstler selbst sie einmal uns gegenüber als „Folk-Rock-Gothic-Pop-Gedudel“.

Mit dem neuen Album „Ich, Krähenfürst“, welches Schritt für Schritt auf mp3.de veröffentlicht wird und dort, wie auch die zahlreichen Alben vor ihm, kostenlos herunterladbar ist, wird die Genreeinordnung nicht gerade einfacher: Benjamin „Krähenfürst“ Luikenga wagt hier mehr denn je den Spagat zwischen düsteren, gotisch angehauchten und poppigeren, lockeren Stimmungen; geäußert meistens in Form von Balladen.

In die zweite Kategorie, die poppig-leichte, passen zum größten Teil die Songs, die direkt vom Krähenfürst selbst handeln – in einigen Fällen erscheint er auch in den Einleitungen als Dialogsprecher. In diesen Songs, beispielsweise im Opener „Krähenfürst“, wie auch in „Robin Hood“ und „Teegeflüster“, dominiert eine akustische Gitarre, die sich mit ihren nicht zu komplizierten, eingängigen Akkordfolgen ins Gehör frisst – die restliche Instrumentierung bleibt da Ausschmückung, um die im Text erzählten Geschichten noch besser zu untermalen.

Doch das Album hat auch eine andere Seite: „Träne“ zum Beispiel, ist schon durch den Einsatz von Streichern hymnischer und entwickelt sich im Refrain zu einem leicht rockigen Sounderlebnis, bei dem verzerrte Gitarren und Bass eine tiefe Soundwand bilden und von einer staccato spielenden Streichermelodie und weiteren epischen Streichern ergänzt werden. In diesen dichten Sound integriert sich die Stimme von Benjamin, der für alle einsamen Menschen der Welt singt, perfekt.

Der extremste Song im Sinne der düsteren Einflüsse ist sicherlich „HassLiebe“: Hier wird bereits von Anfang an durch die tiefe, verzerrte Gitarrenarbeit eine düstere Stimmung erzeugt. Zwar wird sie durch die Streicher im Refrain ein wenig relativiert wird, aber fühlbar ist sie dennoch zu jeder Zeit; eine Stimmung, die als Abwechslung zwischen zwei heiteren Songs mehr als angenehm ist.

Auch hier geht es anders: „Emokind“ bildet das extreme Gegenpol. Dieser Song ist der poppigste des Albums und damit sicherlich nicht jedermanns Sache. Anfangs an Deichkinds „Krawall und Remmi Demmi“ erinnernd entwickelt er sich zu einer Klage über Emos im ähnlichen Stil. Dieser Song bleibt aber die Ausnahme auf der CD.

„Ich, Krähenfürst“ ist eins der abwechslungsreichsten Alben in der langen Zeit, in der das Projekt Engelsblut nun schon existiert. Dass es dank der vermehrten Pop-Einflüsse auch zu den fröhlichsten und leicht verträglichsten Alben gehört, tut dem guten Eindruck keinen Abbruch. Beim Durchhören der insgesamt 22 Songs erfährt der Hörer die verschiedensten Gefühlszustände und so ist für jeden etwas dabei – egal wie er nun gestimmt ist. Reinhören ist dringend empfohlen.

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