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Enemy Within: Of Ashes / Face Facts: No Place To Hide (Split)

Bei beiden Bands ist mehr drin!
Wertung: 6/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 40:44
Release: 01.12.2009
Label: Eigenproduktion

Äußerlich erweckt diese Split-CD der Duisburger Enemy Within und Face Facts schon mal einen sehr professionellen Eindruck, Cover und Fotos (na ja, letztere sind ja von unserem Jörg, also müssen sie natürlich gut sein) machen durchaus was her. Nett ist auch die Gestaltung: Auf Vorder- beziehungsweise Rückseite des Inlays erblickt man Cover und Foto der einen Band, doch wenn man das Ganze quasi umstülpt (es handelt sich beim Inlay lediglich um eine Doppelseite), kann man das Cover und Bandfoto der anderen Combo ansehen und gewissermaßen wahlweise als Vorder- oder Rückseite benutzen. 

Das ist alles sehr erfreulich, doch wie klingt nun die Musik? – Nun, beide Gruppen haben sich unüberhörbar dem Thrash Metal verschrieben, wobei Enemy Within noch anführen, man agiere mit moderner Schlagseite, jedoch auch mit einer guten Portion Old School Doom-, Death- und Heavy Metal-Einsprengseln.

Das Intro, welches den bedeutungsschwangeren Titel „Tears Of A Lost Entity In The Dream Of A Dying Mistress“ trägt, hört sich jedoch noch gar nicht danach an. Schon der seltsame Titel lässt ja fast einen leichten Gothic-Touch vermuten, was die hin und wieder auftauchende, elegische Frauenstimme, die wohl eben jene sterbende Madame darstellen soll, noch unterstreicht; hier hat man eher das Gefühl, gerade eine Platte von The Vision Bleak aufgelegt zu haben, deren Intros ähnlich klingen.

Bei sämtlichen folgenden Songs geht es allerdings ordentlich zur Sache; größtenteils wird im Uptempo gerifft, hin und wieder gibt es ein paar langsamere Passagen, die tatsächlich düstere, leicht doomige Anleihen besitzen (so am Ende von „Marching Into Battle“ oder in der Mitte vom Titeltrack „Of Ashes“), Gitarrensoli gibt es im Gegensatz zu den alten Thrash-Bands allerdings leider gar keine, dafür ein paar melodische Läufe, die besonders bei „Exit Damnation“ hervorstechen, dort bedauerlicherweise jedoch teilweise irgendwie schief klingen.

Das handwerkliche Niveau ist dennoch gut, das Riffing kommt sehr tight und auch der kehlig-rotzige Gesang von Frontmann Christian Karasch ist okay und einigermaßen textverständlich. Vor allem produktionstechnisch ist die Angelegenheit jedoch beeindruckend, wenn man bedenkt, dass alles in Eigenregie aufgenommen wurde, wenngleich ein bisschen mehr Bässe nicht geschadet hätten. Ein ziemlich professionell gemachtes Tondokument liegt hier aber definitiv vor, was bei den Songs etwas fehlt, ist die Catchiness, es bleibt leider auch nach mehreren Durchläufen eher wenig hängen, und ein paar mehr ruhigere Passagen, wie am Ende des letzten Songs „A Gun And A Deathwish“ stünden der Band gut zu Gesicht, um etwas abwechslungsreicher zu klingen.

Bei der zweiten Combo Face Facts, die ihren Teil der Scheibe „No Place To Hide“ getauft hat, hört man sofort, dass sie stärker im Hardcore verwurzelt ist (soll der Titel „Fear My Thoughts“ eine Hommage an die gleichnamige, gerade aufgelöste Band sein, die ja ebenfalls starke Core-Elemente besaß?); allein schon der eher gebrüllte beziehungsweise gebellte Gesang zeigt diesen Einfluss eindeutig auf, wobei Sänger Sebastian insgesamt etwas schwach auf der Brust klingt. Mein Ding wird diese Art des Gesangs eh nie sein, aber das ist natürlich Geschmackssache.

Der Sound ist wesentlich dumpfer als bei Enemy Within, für ein Eigenprodukt aber immer noch okay. Handwerklich sind auch diese Jungs auf einem akzeptablen Niveau, auch wenn manche Leads irgendwie etwas krude klingen und das Timing nicht immer zu hundert Prozent stimmt; trotz allem merkt man hier dann halt doch, dass die Band weniger Erfahrung hat als ihre Kollegen von Enemy Within, die vor „Of Ashes“ immerhin bereits zwei Tondokumente vorgelegt haben. Auch hier muss noch am Songwriting gefeilt werden, das Ganze wirkt noch ein wenig orientierungslos, aber da es sich um den ersten Output von Face Facts handelt, ist da ja noch Luft nach oben.

Insgesamt haben beide Bands sicherlich Potential, sie müssen nur an den angesprochenen Punkten arbeiten, um sich von der Masse abzuheben – so ist das alles noch nicht Fisch und nicht Fleisch, sondern lediglich guter Durchschnitt. Enemy Within würde ich mit 6,5 Punkten bewerten, Face Facts mit 5,5 – macht insgesamt also sechs Punkte. Da ist mehr drin!    

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann