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Enemy Territory

Uneingeschränkt zu empfehlen
Wertung: 99/10
Genre: EBM und Gothic Rock
Spielzeit: 72:5
Release: 10.03.2006
Label: Out Of Line

Achtung, Achtung! Bitte nicht von dem etwas verunglückten und leicht kitschig wirkenden Cover dieser Compilation irritieren lassen. Schließlich kommt es bekanntlich nicht nur auf die (oberflächliche) Äußerlichkeit an. Sondern auf das, was hinter dieser ganzen Fassade steckt. So eben auch beim ersten “Enemy Territory“ – Sampler, aus dem hauseigenen Fearsection – Label von Chris Pohl (Blutengel, Terminal Choice und Tumor).

“Enemy Territory“ bietet auf insgesamt 16 Songs verteilt, eine kleine Werkschau der bei “Fearsection“ unter Vertrag stehenden Bands. Aber da Compilations dieser Art oftmals (und nicht zu Unrecht) als Abzocke angesehen werden, umging man die üblichen Mechanismen des Musikmarktes und verzichte sowohl auf eine große Werbekampagne, als auch auf ein gewinnträchtiges Entgelt: So kostet der vorliegende Sampler den erfreuten Endverbraucher gerade einmal 4,99€ (unverbindliche Preisempfehlung) und ist bis zum Bersten gefüllt mit genialer (und oft exklusiver) Musik aus dem Dark Electro und Gothic Rock Genre. Somit sollte also für (fast) alle Schwarzkittel etwas Passendes dabei sein.

Nochmals hervorzuheben ist die Tatsache, dass sich neben dem einen oder anderen schon bekannteren Stück Musikgut (z.B. Staubkind mit “Sonne“ aus dem Jahre 2004), auch viele Erstveröffentlichungen einfinden. So rief beispielsweise Chris Pohl eigens sein ehemaliges SM- und Fetisch Projekt Seelenkrank wieder kurzzeitig ins Leben zurück. Um damit eine fulminante Neueinspielung des ´97er Klassikers “Meister Der Verbotenen Träume“ präsentieren zu können.

Nicht weniger interessant ist der brandneue Titel “Keine Rettung“ der EBM Formation Trümmerwelten, der schon gewaltig Lust auf ein neues Album der Band um Sänger und Texter Arne Schaub macht (ebenfalls enthalten ist hier auch der letztjährige Club Hit “Engelsleiche“). Sehr elektronisch geht es ebenfalls weiter mit den düster-morbiden Tracks “Der erste Blick des Mädchens“ (aVoid Kharma) und “Angry Fairy“ (Fake Baba). Wer hingegen mehr auf knalligen und atmosphärisch-melancholischen Gothic Rock stehen sollte, darf in keinem Falle “Reality Won´t Do“ (Beyond The Void), “Dark Rock Show“ (Dryland), sowie “Bringing The Loss“ und “Society II“ (beiden von Thora) verpassen.

Eine gelungene Mixtur aus treibenden Elektrogitarren, EBM-Elementen und sanft anschmiegsamem Gesang gibt es ebenfalls auf dieser Compilation zu vermelden: Hier wäre einmal der exklusive Remix zum Staubkind Song “Deine Nacht“ zu erwähnen und nicht zu vergessen “Crystal Image“ von Eminence of Darkness. Eine Combo, von der man (wie man wirklich sagen muss) in naher Zukunft sicherlich noch viel Hören wird. Denn hier stimmt einfach alles: Ein Ohrwurm lastiger Männergesang, sowie raue Gitarrenriffs im Zusammenspiel mit zart eingewobenen Synthesizereffekten. Einfach grandios und fernab von längst ausgelatschten Klischeepfaden!

Und wer letztendlich auf sanfte Klavierklänge, mit engelhaftem Frauengesang steht, sollte in jedem Falle mal “Call The Ships To Port“ von Cinderella Effect antesten: Dies ist nämlich eine wahnsinnig Gänsehaut fördernde Coverversion des hiesigen Convenant Klassikers geworden. Und wenn letztlich auch noch solche rein auf Tanzflächentauglichkeit ausgerichtete Tracks wie “Pussy Killer“ (Miss Construction 666), “Fade To Grey“ (Silent Assault) und “Hey Guys, Hey Girls“ (von Jesus And The Gurus im Blutengel Remix) erklingen, bleibt sowie keine hochtoupierte „Robert Smith Gedächtnisfrisur“ da, wo sie eigentlich sein sollte. Nun ja: C´est la vie... Wie wir Franzosen sagen. Aber schließlich lebt man nur einmal und da ist die Zeit für schlechte Musik wahrlich ZU kurz!

Somit sei “Enemy Territory“ nicht nur allen sparsamen Schwaben unter uns empfohlen. Sondern auch allen Freunden von guten, melodiösen, innovativen und tanzbaren Dark Electro und Gothic Rock Musikliebhabern uneingeschränkt zu empfehlen. Noch eine kleine, abschließende Bemerkung am Rande: Auf Grund eines Druckfehlers fehlt in der Tracklist des Albums auf der Rückseite der letzte Song (Nr. 16, Dryland – “Dark Rock Show“). Dafür ist dann aber die Tracklist im beiliegenden Booklet vollständig.

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