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Enemy Of The Sun: Shadows

Waldemar Sorychtas Rückkehr
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 53:39
Release: 07.12.2007
Label: Massacre Records

Es war im Grunde genommen abzusehen, dass Grip Inc. nach Dave Lombardos Rückkehr zu Slayer auf kurz oder lang von der Bildfläche verschwinden würden. Zwar legte das Thrashcore-Projekt von Waldemar Sorychta mit „Intoxicated“ noch ein astreines Albums aufs Parkett, da die Zeit jedoch immer begrenzter war und auch Gus Chambers zwischenzeitlich abtrünnig wurde. War das Ende einer der innovativsten Bands der späten Neunziger endgültig besiegelt.

Der Chefdenker hat sich hiervon aber nicht aus der Bahn bringen lassen; schneller als erwartet kehrt Sorychta nun mit einer neuen Band zurück, übernimmt dabei einen großen Teil der wesentlichen Grip Inc.-Versatzstücke, wagt sich vor lauter Experimentierfreudigkeit heuer aber auch in Gebiete, die im brutalen Soundkostüm der Vorgängertruppe noch unbegehbar schienen. Bei Enemy Of The Sun geht es teilweise sogar melodisch zu; eingebettet in einen durchaus Nu-Metal-tauglichen Klang nimmt die Band Elemente aus aktuellen, zeitgemäßen Genres mit auf, schreckt selbst vor dezenten Anleihen an Slipknot und Konsorten nicht zurück und bleibt dem klassischen Thrash die meiste Zeit über unsagbar fremd.

Das Potenzial der neuen Songs ist dabei auch gar nicht mit dem bisherigen Werk des Hauptkomponisten vergleichbar; die Songs auf „Shadows“ sind vor allem vielseitiger, teils sogar auch relaxt und bisweilen auch vertrackter. Ständig wird das Material von Wechseln zwischen heftigen Brutalo-Grooves und geradezu entspannten Singalongs geprägt, so zum Beispiel in gewöhnungsbedürftigem Stoff wie „Brain Sucking Machine“ oder „Lives Based On Conflicts“. Dennoch lässt sich der Gitarrist nicht nehmen, einige Grip Inc.-Zitate unter das Material zu streuen, speziell in den riffbetonten Songs. „Weak“ zum Beispiel ist hinsichtlich des rhythmischen Aufbaus und der kompromisslosen Gangart sicherlich ein deutlicher Querverweis auf die Vergangenheit, ebenso wie das brachiale „Carousel“, einer der besten Tracks des Gesamtwerks „Shadows“. Als direkter Schritt zwischen den beiden Epochen ist das Album aber trotzdem recht gewagt, weil die Parallelen insgesamt doch nur andeutungsweise erkennbar sind und Sorychta spürbar bemüht ist, mit gänzlich neuen Mitteln und Klangfacetten etwas vollkommen Neues zu etablieren.

Kompositorisch ist „Shadows“ dementsprechend überaus interessant und auch sehr innovativ strukturiert. Enemy Of The Sun leben auf dem Debüt das Chaos, beherrschen und kontrollieren es jedoch in völliger Perfektion. Ihr erstes offizielles Lebenszeichen bietet eine Fülle innovativer, teils auch progressiver Sounds im Rahmen eines brachialen Klanggerüsts, welches von Sorychtas genialer Gitarrenarbeit und dem sehr variablen Gesang des Neulings Jules Näveri zusammengehalten wird.

Fazit: Kurz vor Abschluss eines ereignisreichen Metal-Jahres erfolgt hier noch einmal ein echter Knall, den man keinesfalls mit Nichtbeachtung strafen sollte. Diese Platte kickt gewaltig!

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