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Eneera: Personal Perception

Anders und nicht schlechter als die EP
Wertung: 7,5/10
Genre: Modern-Groove-Thrash-Metal
Spielzeit: 50:16
Release: 01.06.2013
Label: DIY

Vor knapp zwei Jahren hatten die Ösis Eneera mit ihrer Debüt-EP „Gears Of Life“ durchaus überraschen können. Ein fettes Pfund groovigen Thrashs, der zwar hin und wieder deutlich offenbarte, wo die Inspirationsglocken hängen, aber dennoch eigenständig genug war, um hier mit 7,5 Punkten sicher im oberen Mittelfeld zu landen. Im dem hier eingegangenen Doppelpaket liegt dann auch die CD „Personal Perception“ im schnieken Digipack bei, was schon allein optisch für eine Eigenkreation punkten kann. Punktabzug gibt es allerdings dafür, dass das Booklet fehlt und somit auch keine Texte vorliegen – wäre doch immer wieder interessant, was auch die nachrückenden Bands so mitzuteilen haben.

Sei es drum, wenden wir uns der Musik zu, die sich eigentlich gar nicht so sehr gewandelt haben dürfte, ist die Truppe doch noch in derselben Konstellation unterwegs wie auf der EP. Aber schon der erste Durchlauf offenbart eine Kurskorrektur im Eneeraschen Lager, denn der noch immer groovige Thrash hat eine gehörige Portion Modern Metal in Richtung In Flames abbekommen. Davon zeugt sicherlich auch „Fan The Flames“ allein vom Titel her, doch auch die Musik lässt hier eindeutige Merkmale der Schweden erkennen. Waren es früher Machine Head, so ist man nun am anderen Ende der Welt angekommen.

Und bitte nicht falsch verstehen: Eneera sind keine popeligen Kopisten, auch wenn man bei „Virus“ durchaus drauf kommen könnte, würde man parallel zur „A Sense Of Purpose“ greifen. Egal, denn wie schon bei „Gears Of Life“ gilt: Besser inspiriert als schlecht gemacht, denn „Virus“ ist ein gnadenloser Ohrwurm mit fies ballernden Drums, bösen groovig-schreddernden Gitarren und leichten Downbeatanleihen mit wuchtigem Wums – definitiv ein Anspieltipp. Und wenn man schon auf „In-Flames-Suche“ ist, dann nehmen wir da gleich „Someone To Trust“ mit ins Boot. Deutlich wird, dass Fronter Pu in den Strophen besonders aggressiv zu Werke geht, in den Refrains der Kontrast aber wegen der erhöhten Melodieführung gesteigert wird.

Den einzigen Ausreißer aus dem groovigen Thrashgerüst bildet die Halbballade „Confined“, kommt doch hier erst die Akustikklampfe zum Einsatz, Pu legt einen halben „spoken word“ ähnlichen Part hin, würzt beim Einsetzen der E-Gitarren das Ganze wie bei den anderen Tracks mit angepissten Derbvocals, um dann wieder in diesen Sprechgesang zurückzufallen. Wie gehabt wird der Melodiefaktor auch hier im Refrain angezogen.

Letzteres zieht sich wie ein roter Faden durch „Personal Perception“, denn immer wieder neigen Eneera dazu, gerade die Refrains melodischer auszustatten, was über die komplette Spielzeit hinweg etwas eintönig wirkt. Apropos Spielzeit: Die ist mit etwas mehr als 50 Minuten fast dreimal so lang noch wie auf der EP, wobei es die Band lobenswerterweise vermeidet, auch auf Songs von damals zurückzugreifen, wie es ja viele Bands machen, um das Longplay-Debüt tatsächlich auf Longplaylänge zu hieven.

Nein, schlecht ist die modernere Ausrichtung der neuen CD „Personal Perception“ von Eneera beileibe nicht, hat das österreichische Quintett doch durchaus einiges an Potenzial in den Gitarrengriffeln, um sich zwar keine eigene Nische zu erspielen, aber durchweg mit einer gesunden Mischung aus Härte, Angepisstsein und Groove zu punkten. Über die komplette Spielzeit aber hinweg fehlen die Spitzen nach oben, die zackigeren Tempoverschärfungen und -verschleppungen, denn allzu schnell hat man sich an den Komponierschemata warm gehört, sodass der nächste Songs dann keine wirkliche Überraschung mehr bringt und birgt. Mit der Gewissheit, dass Eneera auf ihrem zweiten Longplayer dann alles in Grund und Boden ballern, hagelt es hier erneut 7.5 Points from Germany.

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