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Endovein: Waiting For Disaster

Thrash Metal von der Stange
Wertung: 4/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 35:02
Release: 23.04.2010
Label: Punishment 18

Endovein – eine weitere Band, die im Zuge der wiedererstarkten Thrash Metal Bewegung aus dem Underground nach oben drängt? Nun, das ist sie sicherlich, aber sind die Fünf aus Turin auch qualitativ stark genug, um sich einen Namen zu machen? Wenn man bedenkt, dass sie bereits seit 2004 aktiv sind und es in dieser Zeit auf drei Demos sowie Konzerte mit Größen wie Onslaught oder Sodoms Tom Angelripper gebracht haben, sollte man ja einiges erwarten können. Die Demos und Gigs haben ihnen immerhin einen Deal verschafft. Punishment 18 Records nennt sich das Label und hat unlängst mit „Waiting For Disaster“ das Debüt des italienischen Quintetts auf den Markt gebracht.

Es wundert mich wirklich, wie viele italienische Metalbands extrem an ihren Vorbildern kleben. Im Power Metal Bereich scheint alles aus dem Hamburger Bereich schwer angesagt zu sein, im Bezug auf den Trash Metal sind entweder die großen deutschen Drei (Kreator, Sodom und Destruction) das Nonplusultra oder die berühmte Bay Area mit ihren unzähligen Bands. In vorliegendem Falle wird sich eindeutig an den amerikanischen Vorbildern orientiert.

Spaß bei der Musik hat die Band auf jeden Fall, das ist nicht schwer herauszuhören. Das macht auch ein wenig die schwache Produktion wieder wett, der man aber auch einen gewissen Old-School-Charme nicht absprechen kann. Wie das einem gefällt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich störe mich nicht daran. Das Problem liegt für mich vielmehr im austauschbaren Songmaterial.

„Waiting For Disaster“ ist (wie in der Einleitung angedeutet) nur ein Album von einer „weiteren Band“. Riffs im Stile der alten Megadeth, hohe Vocals, welche ein wenig an Death Angel erinnern und zwischendurch darf auch mal mehrstimmig in das Mikrofon gegröhlt werden: Das gefällt dem Trasher, das funktioniert nach ein paar Bierchen ganz hervorragend. Das Problem an der Sache ist aber folgendes: Wen interessiert die x-te Thrash Metal Band, die völlig ohne Höhepunkte daherkommt und die nächste biedere Mittelmaßproduktion auf den Markt wirft? Es ist anscheinend wie immer, denn kaum ist ein Stil interessant, werden unzählige Bands gesignt, deren schiere Masse dem Markt alles andere als gut tut.

So leid es einem für die recht sympathisch wirkende Band tun mag, aber auf ihrem Debüt klingt ein Song wie der andere. Sie sind niemals schlecht und wie erwähnt mit hörbarem Enthusiasmus bei der Sache, aber Einheitsbrei wie „Endless Prophecy“, „Kick In Your Ass“ (lustig stumpf betitelt) oder „Lynched By Fate“ (dem Ex-Drummer gewidmet) wird dadurch auch nicht besser. Mit viel gutem Willen kann ich vier positive oder zumindest hervorstechende Aspekte aus „Waiting For Disaster“ benennen: „Sono Stufo!“ in der eigenen Landessprache zu singen, ist ein netter Einfall. „Endovein Are Adrenaline......For Your Fuckin'Summer !!!“ ist ein witziger Songtitel. Das Artwork sticht aus der Masse heraus und der Einfall in „Problem Of Humanity“, das Theme aus der „Benny Hill-Show“ einzubauen, zeugt von einer gewissen Genialität.

Fazit: Aber wer soll das alles kaufen? Sicherlich eine Frage, die sich jeder schonmal gestellt hat, aber leider scheint sie nie an Aktualität zu verlieren. Denn wenn der CD-Player das Album nach 35 Minuten (und einem infantilen „Rülps-Outro“) auswirft, ist man sich sicher, wieder einmal absolute Durchschnittsware gehört zu haben. Das geht mir so und da werden mir viele Fans des guten, alten Thrash Metals zustimmen.

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