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Endeavour: Island Of Sirens

Sirenengesang inklusive
Wertung: 8/10
Genre: Hardcore, Metalcore, Metal
Spielzeit: 29:33
Release: 28.05.2021
Label: Deafground Records

Die Berliner Core-Truppe Endeavour gibt es jetzt schon gut über zehn Jahre, untergekommen sind mir die Jungs bisher aber nie. Das wundert erst mal nicht, wenn man bedenkt, dass mit dem aktuellen Output „Island Of Sirens“ gerade mal Full-Length-Platte Nummer zwei veröffentlicht wurde – ein schmaler Backkatalog, den die Mannschaft da im Handgepäck mit sich führt und der dem geneigten Hörer auch schon mal durch die Lappen gehen kann. Unter dem Core-Banner holzen die Herrschaften auf dem neuen Scheibchen aber acht brandneue Tracks runter, die sich durchaus hören lassen können – eine Mischung aus Core- und Metal-Elementen sorgt für gehörigen Dampf, ohne die Melodieführung außer Acht zu lassen. Und das Beste: Kein jammeriger Klargesang stört die Idylle.

Der Opener „Violent Creatures“ markiert gleichzeitig die erste Singleauskopplung, die bereits seit dem 1. Mai im World Wide Web kursiert, ein solider Metalcore-Stampfer mit frickeligen Gitarren, einem hochmotivierten Schlagzeuger und einem schreitüchtigen Sänger – alles Zutaten, die man erwarten konnte und die zu einer schmackhaften Mischung verknetet wurden.

Seit Anfang Juni ist auch „The Deep“ als Video veröffentlicht, ein sehr viel deutlicher am Old School Hardcore angelehnter Track, der heiseres Geschrei ebenso wie fiese Break beinhaltet und sehr viel weniger Mainstream-tauglich daherkommt. Ein starker Song mit absolut bösartiger Breitseite, auch wenn zur Mitte hin ein bisschen mehr Melodie Einzug halten darf.

Auch beim Titeltrack bolzen sich die Berliner, die auf dem Bielefelder Qualitäts-Label Deafground ihr Zuhause gefunden haben, solide durch die Botanik, ohne allzu stumpf daherzukommen. Allein schon die manisch gespuckten Vocals sind Gold wert, gleichzeitig versuchen Endeavour, mit cleveren Tempowechseln mehr Bewegung in die Sache zu bringen und schwanken so zwischen flirrenden Death-Metal-Anleihen und druckvollem Hardcore-Gestampfe. „What Exceeds Our Minds“ entpuppt sich dann schnell als das Herzstück der Scheibe; hier kommt besonders schön zum Vorschein, dass sich 4/5 der Band die Vocals teilen und Sänger Hagen nicht die volle Last auf den eigenen Schultern zu tragen hat – von heiserem Geschrei bis hin zu tiefem Gebell ist alles dabei, versehen mit einem absolut mächtigen Refrain, bei dem man die Fäuste in die Luft recken und mitgrölen will.

Der Albumtitel würde natürlich nur bedingt Sinn machen, wenn die Berliner nicht auch irgendwo eine Sirene eingebraut hätten. Überraschenderweise taucht diese dann im insgesamt eher solide gebauten „Downer“ auf, dafür aber mit voller Wucht. Die eigentlich dezenten weiblichen Gesänge hüllen, auf entsprechender Lautstärke abgespielt, angenehm ein, verbreiten sogar ein wenig Gänsehaut und unterstreichen nochmals das clevere Songwriting, das Endeavour hier abliefern.

„Island Of Sirens“ kann man zuerst mal skeptisch gegenüber stehen, allein die technische Vielfalt der Tracks lässt aber das Herz eines jeden Core-Fans höher schlagen. Dabei streut die Truppe immer auch metallische Elemente ein, sodass eigentlich ein breites Publikum zufrieden sein sollte, ohne sich jedoch in irgendeiner Form anzubiedern. Eine schöne Platte mit einigen Highlights, von denen gerade auch „Downer“ mit seinem Bezug zum Albumtitel nochmals besondere Aufmerksamkeit erhalten sollte.

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