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End Of You: Mimesis

Die Finnen sind eindeutig besser im Gothic- und Melancholiesektor
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Gothic Metal / Rock
Spielzeit: 40:4
Release: 06.06.2008
Label: Spinefarm Records

Begab man sich im Jahr 2006 mit dem Album „Unreal“ der Finnen End Of You auf eine düstere und beklemmende Reise des Gothic Metal, liegt nun, zwei Jährchen später mit „Mimesis“ das Nachfolgewerk der Jungs auf dem Tisch.

Wenn man es der Band positiv auslegen möchte, dann sind sich die Finnen auf jeden Fall selbst treu geblieben. Zu treu, werden jetzt die einen sagen, denn dieser Output bietet kaum etwas, das vom Hocker zu reißen vermag; kaum etwas, was man als neue Impulsgeber bezeichnen könnte.

Erwartungsvoll starten wir mit „Better God“ in die neue Scheibe. Das Synthieintro lässt Hoffnung wachsen, man wähnt sich … nun, wo wähnt man sich ob der Beats denn nun? Der erste Gedanke meinerseits war, dass dieser Song genauso gut auf der „Unreal“ hätte vertreten sein können. Wie gesagt: Schön, dass die Jungs ihrem Stil treu geblieben sind, werden die einen sagen, doch die anderen werden ein wenig ernüchtert dreinblicken.

„You Deserve More“ startet mit süßlichen Spieluhrklängen, die dann vom Gitarrenriffing adaptiert werden. Der Beat, von dem dieser Song lebt, ist allerdings keineswegs mit Metal verwandt, sondern eher in seichten Popgewässern zuhause.

„Memoir“ besticht durch ein wirklich sehr, sehr schönes Pianointro. Man möge mir diese Bezeichnung verzeihen, aber dieser Song klingt nach HIM auf Baldrian – zum einen wegen des gedrosselten Tempos und zum anderen wegen der dennoch schönen, an HIM erinnernden Melodieführung. Trotzdem, oder gerade deshalb, ist dies der bislang beste Song des Albums.

Sind wir jetzt auf dem James-Bond-Trip, oder was? „Goldeneye“, das Tina Turner-Cover hätte man ruhigen Gewissens weglassen können. Das Ganze hier passt nämlich so gar nicht zu der Aussage, die sonst von der Mucke der Finnen ausgeht.

„Over And Out“ lässt sehr schön eine Melancholie durchblicken in diesem ganzen Synthiegeplänkel zu Beginn. Dafür gibt es auch einen Extrapunkt von mir für diese trostlose Stimmung der Güteklasse 1a. Auch das folgende „Paper Trails“ ist einfach unsagbar stark, da man mit einer solchen Intensität Melancholie in Musik verpackt, dass einem Tränen in die Augen steigen. Da kann man nicht anders als mitleiden. Großes Kino.

“Blind Rhythm” dagegen ist ein Stück, welches man liebend gern einfach nur wegdrückt, weil es schlichtweg einfach nur unspektakulär klingt. Den schlichten Titel „Number 8” trägt das ... moment, lass mal nachzählen… genau, der achte Song des Albums. Aber was ist das? Downtempo, technoide Samples und Geflüster? Aha, im Refrain gibt es dann doch noch Gesang, der tanzflächentauglich untermalt wird. Eignet sich vielleicht für die düsteren Tanzflächen, aber nicht für meine Ohren, die bei so etwas dann doch eher mal abschalten.

Langsam wird es jetzt nochmal Zeit für einen Song, der mitreißt, in dem man mitleiden kann und große Emotionen spürt. “Driving Down The Void” kann diesem Wunsch allerdings nicht so ganz nachkommen. Obwohl hier sogar ein Klassikeinschub enthalten ist. Ein Cello wird gezupft eingangs “In Elegance (Closure)” und mit Percussion begleitet. Textlich sicherlich düster ausgelegt, aber die musikalische Umsetzung lässt eindeutig zu wünschen übrig. Das mit dem Cello machen die Landsmänner der Jungs, Apocalyptica, eindeutig besser und auch sonst ist dieser Song einfach nur als seltsam einzustufen. Kann leider nicht überzeugen.

Abschließend gesehen gibt es eindeutig Licht und Schatten auf dieser Scheibe. Eine gewisse Anziehungskraft übt die Scheibe stellenweise schon aus, aber es gibt auch Stücke, die in ihrer ganzen Art einfach zu zahm sind und zu wenig Aussagekraft haben. Auch „Goldeneye“ will da in seiner Gesamtheit so gar nicht zu dem Rest passen. Am besten gefallen die Jungs ganz klar und eindeutig in ihren richtig düsteren und melancholischen Momenten, zu hören in „Over And Out“, „Memoir“ und dem großartigen „Paper Trails“. Man kann hoffen, dass die Musiker auf ihrem nächsten Output dann eher in genau diese Kerbe schlagen werden, denn diese Songs stehen ihnen am allerbesten.

Fazit: Insgesamt hätte man doch etwas mehr erwarten können, denn die Jungs hatten mit zwei Jahren genügend Zeit für neue Ideen. Traditionalisten, die „Unreal“ schon liebten, werden aber auch an „Mimesis“ Gefallen finden. End Of You sind eindeutig besser in den Stücken, in denen sie ihr Gothic- und Melancholierepertoire voll ausfahren.

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