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End Of Green: High Hopes In Low Places

Authentischer Gothic Rock in gewohnter Qualität
Wertung: 8.5/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 43:19
Release: 20.08.2010
Label: Silverdust Records

Obwohl sie schon seit langem höchsten Standards genügen und qualitativ problemlos auch im internationalen Wettbewerb mithalten können, wurde den Gothic Rockern End Of Green nie die Aufmerksamkeit zuteil, die sie vielleicht verdient hätten. Mit ihrem letzten Album „The Sick's Sense“, das in der Presse fast ausschließlich hohe Wertungen einfuhr, konnte die Band ihre Popularität ein ganzes Stück weit steigern und schickt sich nun mit dem Nachfolger „High Hopes In Low Places“ an, diese Tendenz fortzusetzen. Zwar wurde der Härtegrad seit dem letzten Werk insgesamt ein wenig heruntergedreht, die typische End Of Green-Finsternis haftet den Stücken aber nach wie vor an.

Den Grundstein bildet weiterhin düsterer Rock mit Alternative-Einschlag und etwas härteren Passagen, zudem greift man noch immer gerne auf Doom-Elemente zurück. Obwohl die Band im Gegensatz zu HIM und Konsorten wesentlich rauer und dreckiger herüberkommt, lässt sich ein gewisses Pop-Appeal im Songwriting und in den einprägsamen Melodien nicht leugnen, doch gerade dadurch funktioniert die Mischung so gut. Wie gewohnt überzeugt auch Frontmann Michelle Darkness, der mit seiner markanten Stimme gekonnt zwischen tiefem Gesang und rauen, kraftvollen Tönen wechselt. Gab es auf den vorangegangen Alben noch Überhits wie „Dead End Hero“ oder „Killhoney“, die sich schon nach dem ersten Hördurchgang im Gehirn festsetzten, brauchen die neuen Songs deutlich mehr Zeit, um ihre volle Wirkung zu entfalten.

Ein Paradebeispiel für diesen Fall liefert gleich zu Anfang „Blackened Eyes“: Wirkt der Song anfangs in seiner Schlichtheit noch unscheinbar, entwickelt er sich nach einer Zeit zu einem schleichenden Ohrwurm, der mit seiner düsteren Atmosphäre und dem emotionalen Gesang definitiv zu den Höhepunkten der CD zählt. „Goodnight Insomnia“ erinnert anschließend mit seinen „Yeah Yeah Yeah“-Chören und dem rockigen Riffing nicht wenig an The 69 Eyes, besitzt aber glücklicherweise auch das gleiche Maß an Eingängigkeit. Wesentlich ruhiger geht es mit dem finsteren Song „Carpathian Gravedancer“ weiter – die langsamen Strophen sind doomig gehalten und werden von Michelle in sehr tiefer Stimmlage unterstützt, während im sehnsüchtigen Refrain wieder hoch und rau gesungen wird. „Under The Sway“ kommt fast schon ein wenig post-punkig daher und verzichtet auf harte Riffs, überzeugt aber mit einem melancholischen Refrain, der gegen Ende geschickt mit einigen Gesangslinien modifiziert wird.

„Tie Me A Rope... While You're Calling My Name“ legt dann wieder etwas an Härte zu und gibt sich schleppend und zäh, während der ebenso finstere Titeltrack „High Hopes In Low Places“ mit schnellen Riffs und dem aggressiven Gesang auftrumpft – im starken Refrain brüllt Michelle sogar gelegentlich ins Mikrofon. „Awful Day“, neben „Starlight“ die einzige Ballade auf dem Album, präsentiert sich trotz leidendem Gesang gänzlich unkitschig und bringt die Emotionen authentisch herüber, während „Starlight“ zwar dank Synthie-Unterstützung recht atmosphärisch ist, aber nicht so sehr berührt wie der andere Vertreter des balladesken Sounds. Eine kleine Überraschung gibt es mit „Saviour“ auch noch zu hören: Die normalerweise verwendeten eher schlichten Songstrukturen müssen hier zugunsten einem sehr interessanten Aufbau weichen, der Assoziationen zu Post-Rock-Acts weckt – auch ist die Stimmung zwar melancholisch, aber nicht so hoffnungslos wie bei den anderen Stücken. Für End Of Green sicherlich ein ungewöhnlicher Song, aber optimal umgesetzt und eine willkommene Abwechslung zu den restlichen Tracks.

Trotz der etwas ruhigeren Ausrichtung wird jeder End Of Green-Fan, der „The Sick's Sense“ mochte, auch mit dem neusten Werk glücklich werden, denn qualitativ knüpft man nahtlos an die vorangegangen Alben an. Noch immer funktioniert das Gemisch aus Gothic und Alternative Rock mit härteren Einschüben hervorragend und profitiert enorm von dem facettenreichen Gesang Michelles, der dem Material die nötige emotionale Tiefe verleiht. „High Hopes In Low Places“ ist definitiv eine der stärksten Gothic Rock-Veröffentlichungen des bisherigen Jahres und sollte von jedem Fan des Genres zumindest einmal angetestet werden, denn so glaubwürdig wie bei End Of Green klingt dieser Sound derzeit nur bei wenigen vergleichbaren Combos.

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