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Employed To Serve: The Warmth Of A Dying Sun

Ein bitterböses Album, aber auf Dauer etwas eintönig
Wertung: 7/10
Genre: (Post-)Hardcore
Spielzeit: 42:32
Release: 19.05.2017
Label: Holy Roar Records

Employed To Serve gewinnen mit ihrer neuen Platte mal schnell den Preis für „Titel des Jahres”. „The Warmth Of A Dying Sun“ klingt nicht nur absolut apokalyptisch, es beschreibt auch die Musik der Briten ganz gut: heiß, beklemmend, zerstörerisch. Eine Platte, die keinen Funken Hoffnung lässt und erbarmungslos alles zu Boden walzt, was sich irgendwie in den Weg stellen könnte. Gerade bei Songs wie dem fies keifenden, von choralen Passagen durchzogenen „Lethargy“ erinnern Employed To Serve da schnell mal an die Kollegen von Brutality Will Prevail, ohne bei der bekannteren Truppe allzu offensichtlich abzukupfern.

Überhaupt sind Employed To Serve trotz zweier selbst gemanagter EPs, der offiziellen Debüt-EP „Change Nothing, Regret Everything“ und der ersten Full-Length „Greyer Than You Remember“ noch erstaunlich unbekannt hierzulande – und haben dennoch nach Lektüre der Titel ihren Ruf als negativ denkende Band schon ordentlich zementiert.

Der Sound auf „The Warmth Of A Dying Sun“ eignet sich dementsprechend nicht unbedingt für wilde Parties – oder zumindest nicht für solche, deren Grundlage gute Laune sein sollte. „Good For Nothing“ ballert beispielsweise aus allen Rohren, die Gitarren sägen schon tief gestimmt durch den Hintergrund, während Sängerin Justine sich ordentlich die Seele aus dem Leib kreischt. Die Frau kann man guten Gewissens mit Ladies wie Angela Gossow, Landmine Marathons Krysta Martinez oder  Rolo Tomassis Eva Spence in einen Topf werfen.

Ein Problem, das Employed To Serve aber im Verlauf der Platte nie ganz loswerden können, ist ihre Umständlichkeit. Kaum ein Track, zu dem man einfach mal straight abgehen kann, immer wieder wird der Drive unterbrochen von atmosphärischen Gitarren oder abrupten Tempowechseln, die mehr oder weniger interessant gestaltet sind, aber doch meist eher bremsen.

Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel und so müssen zwei Tracks doch besonders positiv hervorgehoben werden: „I Spend My Days (Wishing Them Away)“ hat nicht nur einen wahnsinnig lebensbejahenden Titel, sondern groovt auch noch ziemlich ordentlich in fast schon sludgigen Gefilden herum, dazu gibt’s gleich hinterher das finstere „Never Falls Far“, mit einer Gitarre, die sich anhört wie ein Schwarm aggressiver Hornissen, dazu Justines eher im Hintergrund stattfindendes Geschrei – ein geiler Song und ein definitiver Anspieltipp.

Und obwohl Employed To Serve es sogar schaffen, in dem ganzen bitterbösen Chaos die ein oder andere Melodie unterzubringen („Half Life“), bleibt am Ende ein etwas fader Nachgeschmack. Düster kommen die zehn Songs daher, keine Frage, technisch anspruchsvoll, nur wird das Ganze auf Dauer ein bisschen dröge. Einzelne Songs eignen sich gut zum Immer-wieder-Hören, insgesamt kann sich das Album aber „nur“ im guten Mittelfeld festsetzen.

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