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Emperor: Live Inferno

Perfektion, die ihresgleichen sucht, die Live-Atmosphäre aber dennoch nicht zerstört
keine Wertung
Genre: Black Metal
Spielzeit: 150:13
Release: 24.04.2009
Label: Candlelight Records

Dass Emperor eine der wichtigsten und einflussreichsten Schwarzmetall-Combos sind, weiß jeder, der sich auch nur ein wenig mit Black Metal auskennt und mal solch grandiose Werke wie „In The Nightside Eclipse“ oder „Anthems To The Welkin At Dusk“ gehört hat.

Auch Emperor – oder zumindest einige ihrer Mitglieder – waren an den Skandalen, die sich in den Neunziger Jahren innerhalb der norwegischen Black-Metal-Szene zutrugen, maßgeblich beteiligt, musikalisch jedoch ist die Band über jeden Zweifel erhaben. Wohl keine andere Gruppe verstand es so gut, aggressiven, größtenteils rasend schnellen Black Metal mit atmosphärischen Keyboards zu verbinden, ohne dass man jemals das Gefühl bekam, man hätte es hier mit übertriebenem Pathos oder gar Kitsch zu tun.

Mit ihren häufig langen Stücken und dem technisch höchst anspruchsvollen Stil waren sie vielleicht so etwas wie die erste progressive Black-Metal-Band. 2001 lösten sie sich nach dem eher zwiespältig aufgenommenen Album „Prometheus: The Disciple Of Fire And Demise“ auf, um sich 2005 wiederzuvereinen und im Folgejahr auf einigen ausgewählten Festivals zu spielen. Das Resultat dessen findet sich auf der vorliegenden Doppel-CD „Live Inferno“ wieder, die den Gig vom norwegischen Inferno-Festival auf der ersten Scheibe und den Wacken-Auftritt auf der zweiten beinhaltet.

Ich bin ja der Meinung, dass man erst bei Live-Konzerten, bzw. Live-Alben hört, was eine Band tatsächlich auf dem Kasten hat, da man im Studio schließlich hundert Versuche hat, um etwas, was nicht gleich funktioniert, noch mal einzuspielen und die Möglichkeit der digitalen Nachbearbeitung hat. Emperor jedenfalls sind eine jener Bands, die live mindestens so gut sind wie auf Platte. Was die Norweger auf „Live Inferno“ abziehen, sucht seinesgleichen – diese Perfektion ist fast schon erschreckend. Der Sound ist absolut glasklar und druckvoll, sämtliche Instrumente plus Gesang sind perfekt aufeinander abgestimmt, alles klingt gleichwertig – und dann natürlich das technische Vermögen! Das Drumming ist schlichtweg nicht von dieser Welt, jedes Break sitzt wie eine Eins und falsche Töne hört man zu keinem Zeitpunkt.

Doch trotz dieser Perfektion kommt die Live-Atmosphäre immer noch sehr gut und authentisch herüber – nie hat man das Gefühl, hier wäre etwas nachbearbeitet worden. Auch die Ansagen wurden draufgelassen, die Ihsahn mal mit krächzig-heiserer und mal mit normaler Stimme vorträgt (es soll ja genügend Live-Dokumente geben, wo die Ansagen herausgeschnitten wurden – eine ziemliche Unsitte; wo bleibt da die Live-Stimmung?) und Rufe aus dem Publikum und Applaus sind deutlich zu vernehmen.

Die Setlist kann sich ebenfalls sehen lassen – alle wichtigen Songs sämtlicher Alben wurden berücksichtigt. Das Debütalbum „In The Nightside Eclipse“ wurde im Prinzip fast komplett gespielt, da neben den fünf Stücken „Cosmic Keys To My Creations And Times“, „Towards The Pantheon“, „The Majesty Of The Nightsky“, „I Am The Black Wizards“ und „Inno A Satana“ gleich zu Beginn auch noch das Medley „Inifinity Burning“ vertreten ist, welches aus den beiden Songs „Into The Inifinity Of Thoughts“ und „The Burning Shadows Of Silence“ besteht. Nur auf „Beyond The Great Vast Forest“ wurde verzichtet.

Von „Anthems To The Welkin At Dusk“ gibt es „Ye Entrancemperium“, „Thus Spake The Nightspirit“, „The Loss And Curse Of Reverence“ und „With Strength I Burn“ zu hören; „Curse You All Men!“ und „An Elegy Of Icaros“ stammen von „IX Equilibrium“ und „In The Wordless Chamber“ von „Prometheus“. Des weiteren ist mit „Wrath Of The Tyrant“ ein Stück vom 1992-er Demo zu hören.

Ein guter Querschnitt also, nur wird sich mancher sicherlich fragen, warum man unbedingt ein Doppelalbum herausbringen musste, da sich die beiden Sets vom Inferno und Wacken Open Air eigentlich nicht im Geringsten unterscheiden, wenn man mal davon absieht, dass der Wacken-Set leicht gekürzt wurde. Auch im Sound oder in der Performance sind nicht wirklich Differenzen auszumachen, zumal die Musik Emperors nicht gerade viel Raum für Improvisationen zulässt. Vielleicht lassen sich bei weiteren Durchgängen ja tatsächlich ein paar interessante Unterschiede feststellen, so oder so ist „Live Inferno“, welches wahlweise als Doppel-CD oder Doppel-CD plus DVD herauskommt, ein klarer Pflichtkauf für jeden Fan.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann