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Emperor: Live At Wacken Open Air 2006 - A Night Of Emperial Wrath

Sehr professionell gemacht, aber zu viele Schnitte
keine Wertung
Genre: Black Metal
Spielzeit: 139:00
Release: 24.04.2009
Label: Candlelight Records

Auf das Konzert selbst, das Emperor 2006 beim W:O:A spielten, muss an dieser Stelle eigentlich nicht näher eingegangen werden. Die norwegische Black-Metal-Institution ist schlichtergreifend eine Macht und lieferte eine tadellose Vorstellung, bei der alle wichtigen Songs der Bandhistorie berücksichtigt wurden. Nähere Ausführungen findet ihr außerdem im Review zum Doppel-Livealbum „Live Inferno“, auf das neben dem auf dieser DVD enthaltenen Wacken-Auftritt außerdem noch der Gig vom Inferno-Festival aus demselben Jahr gepresst wurde.

Was die DVD selbst betrifft, ist nun logischerweise auch die gewaltige Kulisse zu sehen, die auch Frontmann Ihsahn höchstpersönlich ziemlich zu beeindrucken scheint, wie man seinem Gesichtsausdruck entnehmen kann, insbesondere, wenn die „Emperor!“-Sprechchöre aufbranden. Zwischen den mit spektakulären Pyros und Lichtshow gewürzten Songs hört man wie auf der CD außerdem immer mal wieder Musik von einer der anderen Bühnen, was jedoch nicht weiter stört, sondern eher irgendwie lustig wirkt, denn dies kennt man schließlich nun mal von Wacken.

Der Ton ist wie bei der CD absolut makellos, alle Instrumente sind hervorragend ausbalanciert und auch beim Bild gibt es nichts zu meckern. Es ist sicherlich Geschmackssache, ob man auf den ständigen Wechsel zwischen Bunt und Schwarzweiß und auf jede Menge Slowmos sowie einige Zeitraffer steht, aber zumindest von der Schärfe her kann man sich nicht beklagen. Sicherlich sollen diese Effekte eine gewisse Atmosphäre transportieren, was ich im Prinzip nicht schlecht finde, aber erstens sollte man es damit nicht übertreiben und zweitens wird die Atmosphäre meiner Ansicht nach durch unsäglich viele Schnitte leider ein wenig derangiert. Bedauerlicherweise ist es inzwischen allerdings ja zum Standard geworden, in einer Sekunde drei Cuts zu setzen oder ständig mit Kamerazooms zu nerven und damit eine völlige Überreizung hervorzurufen.

Sicher, Emperors Musik ist häufig schnell, doch auch sehr atmosphärisch und außerdem will ich den Jungs bei ihren überirdischen spieltechnischen Fähigkeiten doch auch ein bisschen auf die Finger gucken. Weniger ist manchmal eben mehr.
Trotzdem handelt es sich natürlich um einen sehr professionellen Mitschnitt eines wie erwähnt hochklassigen, wenn auch mit 70 Minuten etwas kurzen Konzerts.

Zwar findet sich dafür in Form von Live-Bootlegs und Behind-the-Scenes-Material von der Länge her fast noch einmal genauso viel Bonusmaterial, doch handelt es sich hier weitestgehend um Verzichtbares. Die Bootlegs schwanken teilweise erheblich in ihrer Qualität und ein vollständiger Song ist eh nie zu hören, da hier immer nur Auszüge gezeigt werden. Es ist auch eher wenig interessant, die Band bei Autogrammstunden zu beobachten, eine dumme Journalistenfrage zu hören wie: „You’re finally back on stage, we’re all happy. How was it looking down on us?“ – die wahnsinnig überraschend mit „it’s great“ beantwortet wird – oder zu erfahren, dass Ihsahn total auf Bathory steht. Wäre ich nie drauf gekommen.

Was noch ganz interessant ist, wäre ein Bootleg, bei dem die Kamera direkt hinter Drummer Trym steht und man so die Möglichkeit hat, ihm mal richtig bei der Arbeit zuzusehen, sowie eine Session von Ihsahn und Samoth für das Guitar World Magazine, wo die ganzen aufwändigen Harmonien innerhalb der Stücke erst so richtig deutlich werden und man einmal mehr Bauklötze über das technische Vermögen der Jungs staunt. 

Dennoch: Den Hauptteil der Boni bilden die Bootlegs und die machen wenig Spaß, wenn man nur Songfetzen zu hören bekommt und so erwischt man seinen Finger des Öfteren bei der Skip-Taste. Man hätte das Ganze ja zumindest etwas besser unterteilen können und nicht einen einzigen Film aus dem Bonusmaterial machen müssen, denn da sich die Bootlegsequenzen und die Backstage-Szenen abwechseln, wirkt die Angelegenheit reichlich zusammenhanglos.
Trotz dieser Abstriche muss man wegen des tollen Konzertes dennoch von einer Kaufempfehlung sprechen.

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