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Emil Bulls: XX

Auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig
Wertung: 8/10
Genre: Crossover Metal
Spielzeit: 59:07
Release: 29.01.2016
Label: AFM Records

20 Jahre – ein solches Jubiläum schaffen wenige Bands und falls doch, wünscht man sich oftmals, dass die Truppe schon früher die Vorhänge zugezogen hätte. Nicht so Emil Bulls, die Bayern veröffentlichen nämlich mit schöner Regelmäßigkeit Full-Length-Scheiben (zuletzt 2014 „Sacrifice To Venus“), die den Fans eine Mischung aus Alternative Rock und Metal bieten und sich der Einfachheit halber immer mal als Crossover deklarieren lassen. Dabei schafft die bayrische Band es nicht nur auf Platte zu überzeugen, sondern fast noch mehr live und ist eine der wenigen Combos, die sowohl auf großen Festivals wie dem SummerBreeze als auch bei kleinen Clubshows mit 200 Zuschauern gleichviel Spaß machen und die Menge ins Schwitzen bringen.

Bereits 1995 gegründet, konnte die Truppe mit einigen EPs vor allem im Underground ein erstes Standbein aufbauen, das spätestens mit dem „Monogamy“-Album 2000 verfestigt wurde. Bereits im Jahr 2007 versuchten sich die Bulls erstmals an akustischen Interpretationen ihrer sonst recht knalligen Songs („The Life Acoustic“) und erschufen so eines der Lieblingsalben der Schreiberin dieser Zeilen. Mit „XX“ kommen nun also neuere Songs zu einer ähnlichen Ehre, wurden diese doch in so genannten „Candlelight“-Versionen neu arrangiert – als besonderes Schmankerl haben die Herren sich zu einer Jubiläumstour hinreißen lassen, bei denen manche Konzerte ebenfalls in der Kerzenlicht-Version stattfinden, während andere Gigs als „Hellfire“ die „normalen“ Emil Bulls präsentieren.

Im Voraus wurde mit „The Most Evil Spell“ bereits ein Appetithäppchen präsentiert, das wie erwartet gut ankam und den eigentlich rasant nach vorne galoppierenden Track in ruhigerem Gewand zeigt. So gut das bei solchen Songs wie dem genannten oder „Hearteater“ auch funktionieren mag (wobei die meisten Songs im neuen Gewand kurioserweise einen leichten Achtziger-Touch aufweisen), so wenig klappt das Ganze bei einem Song wie „Nothing In This World“, der im Original einfach so heftig Arsch tritt, dass sämtliche Bissigkeit im Candlelight leider verloren geht. Bei einem Song wie „Dear Sadness“ steigt dann auch schon mal der Kitschpegel – dem gegenüber stehen dann aber wieder solche Knaller wie „Not Tonight Josephine“, wobei natürlich Sänger „Christ“ nicht unwesentlich an dem positiven Effekt beteiligt ist.

Insgesamt ist es als Fan der härteren Stücke der Band recht schwierig, sich ein Urteil über die 15 Candlelight-Versionen zu bilden – im direkten Vergleich kann man sich bei Erwerb des Digipaks die Originale auf CD Nummer zwei noch mal zu Gemüte führen, uns liegt aber nur die neu arrangierte Version vor. Sicherlich brauchen die meisten Songs im neuen Outfit eine Weile, um zu wirken – und mit ziemlicher Sicherheit verbreiten sie live eine interessante Atmosphäre. Somit kann „XX“ immerhin acht Punkte einfahren.

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“