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Emil Bulls: Sacrifice To Venus

Die Fans werden feiern
Wertung: 8,5/10
Genre: Crossover, Alternative Metal
Spielzeit: 53:22
Release: 08.08.2014
Label: AFM Records

Da muss das bayerische Abrisskommando Emil Bulls erst das sage und schreibe achte Studioalbum herausbringen, um überhaupt in CD-Form auf unserer hübschen kleinen Seite rezensiert zu werden. Eigentlich traurig, auch wenn die Auftritte der Herren schon einige Seiten Liveberichte füllen.

Immerhin, man kennt die Jungs mittlerweile ohnehin. Bereits um das Jahr 2000 krachten „Monogamy“ und „Angel Delivery Service“ in die deutsche Alternative-Metal-Landschaft und man kann ohne Übertreibung postulieren, dass hier etwas zelebriert wurde, was so noch keine Band vorher hinbekommen hatte. Der schwer zu beschreibende Sound des (mittlerweile) Quartetts fraß sich rasant in Herz, Hirn und Beine, Songs wie „Smells Like Rock’n’Roll“ oder „Leaving You With This“ ließen einen beim besten Willen nicht mehr los und verfolgen einen noch Jahre später.

Die ganze Story der Truppe auszubreiten wäre müßig, geht es doch ähnlich weiter: großartige Songs, großartige Liveshows, sei es im kleinen Club oder auf großen Festivalbühnen – es gibt nichts, was die Jungs nicht können. Zeit wird es also für die neue Platte „Sacrifice To Venus“, die am achten August in die Läden kommen soll.

Vorab wurde via Newsletter-Anmeldung der Downloadlink für die Single „Hearteater“ vergeben, die so ziemlich absolut perfekt nach Emil Bulls klingt – bratende Gitarren, tightes Schlagzeug, aggressiver Gesang in den Strophen und der unnachahmliche Klargesang im Refrain; Sänger Christ beherrscht glücklicherweise beides auch live wunderbar, sonst wären die Gigs der Bayern sicherlich nicht halb so mitreißend. Als erste offizielle Single wird nun übrigens „Pants Down“ veröffentlicht, das zugehörige Video inklusive Fans ist bereits abgedreht, live geht der Track aber sicherlich eine Spur mehr ab als auf Platte – auch oder gerade weil „we're gonna party with our pants down“ sicherlich von einigen Zeitgenossen wörtlich genommen wird.

Schon mit dem Opener „The Grave“ legen Emil Bulls den Härtelevel recht hoch an, die Kombination mit dem sphärischen Refrain erinnert stark an Kracher wie „All In Tune (With The Universe)“ und kann auch genauso sehr überzeugen. Generell geht die Band auf der neuen Platte ordentlich zur Sache, es knallt an allen Ecken und Enden, da kommt das galoppierende „The Way Of The Warrior“ gerade recht, um ordentlich Frust abzulassen, zumal mit „The Reckoning“ gleich nachgelegt wird. Im Geiste schwitzt man schon mal prophylaktisch bei der Livedarbietung der Songs.

Mit „Gone Baby Gone“ findet sich dann fast schon ein Stadionrocker auf der Titelliste, und obwohl hier mit recht poppigen „Ohohoho“-Gesängen losgelegt wird, entwickelt sich der Song zu einem recht typischen Emil-Bulls-Stück – und auch das folgende „Man Or Mouse“, obwohl wesentlich aggressiver angelegt, passt genau in diese Kategorie.

Nach gefühlten 15 Stunden Dauerbeschallung (lief die Platte doch als Hintergrundmusik für diverse Schulaufgaben) fühlt man sich wieder angekommen im Bulls-Multiversum. „Sacrifice To Venus“ ist eine standesgemäße Platte, in der zwar nur wenige Gänsehautmomente vorkommen, diese haben sich dafür aber gewaschen. Selbst Nicht-Anspieltipps gehen als starke Lieder durch – man kann hier als Fan nicht viel falsch machen.

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