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Emil Bulls: Kill Your Demons

Kurzweil ist garantiert
Wertung: 8,5/10
Genre: Crossover
Spielzeit: 45:36
Release: 29.09.2017
Label: AFM Records

Nu Metal, Alternativ Metal oder einfach nur Crossover? Genau diese Frage wird im Falle der Münchner Emil Bulls immer mal wieder aufgeworfen. Aber ganz egal wie man dies beantworten will, der Fünfer hat in den gut zwanzig Jahren ihres Bestehens seinen ganz eigenen Sound entwickelt und sich damit als feste Größe für Freunde der härteren Gangart entwickelt. Im vorigen Jahr steuerten sie anlässlich ihres Bandjubiläums mit „XX“ gar noch ein paar Akustikversionen bei, was die Bandbreite des Quintetts noch deutlicher machte.

Nun melden sich Emil Bulls mit „Kill Your Demons“ zurück und der zuvor ausgekoppelte Titelsong macht auf jeden Fall schon mal klar, das Candlelight-Feeling und Schmusekurs auf der neuen Scheibe wohl nicht wirklich anzutreffen sein werden. Und eben dieses Stück setzt gleich zu Beginn schon mal eine kräftige Duftmarke, die brachial und fett um die Nase weht. Breite Gitarrenwände, druckvoller Sound und treibendes Schlagzeug bescheren einen Einstand nach Maß, der auch beim folgenden „The Ninth Wave“ seinen Fortgang findet. Über die technische Versiertheit der Band braucht man sicher eh kaum noch Worte verlieren, immerhin wurde dies über die letzten Jahre ausreichend dokumentiert. Ebenso steht es um die Gesangsleistung von Frontmann Christoph, die aber ausdrücklich nochmals hervorgehoben sei, zumal er auf dem Silberling sich in schwindelerregender Leichtigkeit zwischen verschiedenen Gesangsstilen bewegt.

Verschieden oder besser gesagt vielseitig ist ebenso die optimale Beschreibung für das vorgelegte Werk. Emil Bulls wechseln nicht nur zwischen brachialen Einlagen und Melodik, sondern gleiten gekonnt durch verschiedenste Musikstile. Besonders „Miss Magnetic“ sticht zwischen den Stücken mit seinem ganz eigenen Drive hervor, ob der starke und teils auch recht poppige Elektro-Touch des Titels nun jedem gefällt, ist allerdings sicher Geschmackssache.

Bemerkenswert ist über die komplette Distanz von „Kill Your Demons“, dass die Münchner ein extrem gutes Händchen für die Hooklines haben. Selbst wenn „The Ninth Wave“ im Stakkato nach vorn weg geht und die Rhythmusfraktion fast schon salvenmäßig gen Hörerohr schießt, bietet sich doch wieder ein extrem eingängiger Refrain an, der mit hymnischen Sequenzen aufwartet. Etwas gemäßigter kommt zwar „Once And For All“ um die Ecke, dafür ist Emil Bulls hier eine echte Hymne gelungen, die schon förmlich darauf wartet live zum Einsatz zu kommen und ihr Mitgrölpotenzial unter Beweis zu stellen.

Während „Levels And Scales“ dann noch mit Sprechgesang überrascht, schiebt sich mit dem abschließenden „Winterblood“ noch eine kraftvolle Ballade auf die Scheibe, die das Album komplett abrundet. Schon aufgrund dieser Vielseitigkeit mag über die fünfundvierzig Minuten keinerlei Langeweile aufkommen, zudem sind die Stücke detailreich und teils gar verspielt ausgearbeitet. Dementsprechend ist es auch recht müßig, sich hier für Anspieltipps entscheiden zu müssen, da der Silberling insgesamt sehr gut funktioniert und alle Emil Bulls-Fans in höchste Zufriedenheit versetzen dürfte.

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