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Embrional: The Devil Inside

Markanter Hammer aus Polens Underground
Wertung: 7,5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 43:06
Release: 28.02.2015
Label: Godz Ov War/Third Eye Temple

Gerade in der Diskussion um sehr harten Stoff mit Schlechte-Laune-Botschaften im Todesmetalgewand ist Polen schon seit langem einer der Top-Kandidaten überhaupt, wenn auch nicht immer mit der gleichen Aufmerksamkeit verfolgt wie Stoff aus Schweden oder Amiland. Embrional, früher auch mal unter Embrional Necrophilism aktiv, legen mit „The Devil Inside“ ihre zweite Full-Length-Todeseinheit vor und haben eigentlich ganz gute Chancen, sich ein wenig mehr aus der Undergroundumklammerung Polens zu befreien. Das heißt nun hier aber nicht, dass die Truppe aus Gliwice auf Nummer sicher geht, vielmehr schlittern sie auf Death-Metal-Pfaden auch mal zu ganz kurzen Black-Metal-Abzweigungen und gerade die manchmal vertrackten, keineswegs eingängigen Nummern gehen nicht gerade die als der Eingängigkeit letzter Schluss durch.

Embrional scheinen einen kleinen Faible für Intros zu haben, wobei man ihnen auch gleich nachsagen kann, dass sie hier ein gutes Gespür haben, denn gleich ob Gesurre wie aus „Angriff der Killerbienen“ bei „Venom“ oder das verzweifelte Schluchzen beim Rausschmeißer „Whores, Drugs And Brain Dead“, immer passen sie wie Arsch auf Eimer zur jeweiligen Nummer. Gerade letztgenannter Song hebt sich vom kompletten Album insofern ab, als dass sie hier den Todesstahl einmal links liegen lassen und eher in Full-Speed-Manier auch mit entsprechenden Vocals auf Thrashpfaden wandeln und somit den bisherigen Songs in die Parade fahren - wirkt wie aus einer anderen Aufnahmesession und wurde zum Glück wie ein Bonustrack hintenan gehängt.

Allein das schon einleitende Intro „The Devil Inside“ baut eine bedrohliche Stimmung auf, die durch die fies schrägen Gitarren wie beim eigentlichen Opener „Evil's Mucus“ noch mehr Gewicht erfährt. Dazu kommen der schön räudig, knurrend derbe Gesang, das ständige Dauer-Doublebass-Gewummer und die blastartigen Snare-Attacken, wobei Embrional schon auch hier auf Abwechslung und gegen Ende der Nummer eher auf schwermetallischen Groove setzen und mit diabolischem Lachen ausfaden. Auch die zweite Nummer, „Funeral March“, lebt einmal mehr durch die sirrend schiefen, bedrohlich wirkenden Gitarren, dabei bewegen sich die Polen trotz des Doublebass-Dauerfeuers fast ausschließlich im Midtempo und lassen nur gelegentlich ein paar schnellere Ausflüge zu.

Während in der Hochgeschwindigkeitsnummer „910“ vor allem einmal mehr die Leadgitarre die wirklichen Akzente setzt, so punkten Embrional viel mehr mit der doomigen, fast schon psychedelisch melancholische Nummer „Madman's Curse“, hebt sich der Track doch erheblich von den anderen Songs ab, und selbst wenn gegen Ende noch ordentlich Fahrt aufgenommen wird, geht das Psychedelische dabei nicht verloren. „In Darkness“ dagegen wirkt in all seiner Geschwindigkeit zu unrund, sodass der rote Faden außer Blickweite gerät, der allerdings einmal mehr in „(Behind) The Mask Of Sanity“ durch die erneut wieder schräge Gitarren im Fokus gerät. Embrional setzen hier mehr auf eingängige Riffs und erwecken mit den immer gleichen Anschlägen eine Form von Erwartung, dass es doch jetzt gleich losgehen muss, was noch ein bisschen mehr herausgekitzelt, dann aber durch ein geiles Gitarrensolo abgerundet wird.

Natürlich wird man bei Embrional nicht immer den Eindruck los, dass man auch mit Heroenlegenden wie Behemoth oder Morbid Angel auf der mangelnden Eigenständigkeit herumhacken könnte, doch das polnische Quartett, ergänzt auf dieser Platte durch Sessiondrummer Kriss, hat auch so ausreichend Doublebass-schlagende Argumente, um sich noch ein Stückchen mehr aus dem polnischen Underground freizuschwimmen.

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