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ElvenStorm: Of Rage And War

Kurzweilige Unkreativität mit melodischem Flitzefinger
Wertung: 7/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 38:56
Release: 28.12.2011
Label: Infernö Records

Frankreich ist nicht gerade die Metaladresse Nummer eins und doch blitzt immer wieder ein hoffnungsvoller Power-Metal-Lichtblick am Baguette-Horizont – wer kann abstreiten, dass z.B. Lonewolf durchaus Potential erkennen lassen? Hier geht es aber um die 2008 gegründete Formation Elvenstorm, die es locker schafft, mit Bandnamen und Albumartwork auf gleich zwei falsche Fährten zu schicken. Zum einen wäre da der Bandname, der eher symphonische mit Flöten und sonstigem Zeugs beladene Musik vorgaukelt, zum anderen das schon fast apokalyptische Artwork mit Schlachtenendzeitstimmung – man meint schon fast, den verdorbenen Odem der Orks zu riechen.

Doch alles weit gefehlt – Elvenstorm fühlen sich im Hochgeschwindigkeits-Power-Metal wohl, der weitestgehend durch drei Zutaten geprägt ist: Erstens wäre das Frontfrau Laura Ferreux, die recht ansprechend und mit immer genügend Druck im Brustkorb die lyrischen Ergüsse hinausbläst, zweitens Gitarrist Michael Hellström, der zwar höllisch geschwind, aber immer wieder mit Standard-Riffing für Daueralarm sorgt und drittens dem Drummer Felix Börner – übrigens noch bis 2009 Fellverklopper bei oben genannten Lonewolf -, der gerne seine Kondition unter Beweis stellt und wie ein Boxermotor in doublebassischer Manier durch fast die komplette Scheibe prügelt und das Wort Abwechslung höchstens aus dem Duden kennt.

Und so wird auch schnell das Manko des Debüts „Of Rage And War“ hörbar – schnell, schnell und schnell, zumindest bei sieben der neun Tracks, alles klingt eingängig und richtig gut hörbar, aber kaum eine Idee ragt aus der Masse heraus. Da lechzt die Metallerseele förmlich nach Unterschieden, die dann zumindest mit dem eher stampfenden „Struggle Within“ auch geliefert wird, und auch „Raven In A Blackend Sky“ unterhält im Mittempo-Rhythmus, doch auch hier verzichtet Monsieur Felix zwischendurch nicht auf seine Bassdrumkanonaden. Und, oh Wunder, „Raven…“ hat sogar einen kleinen, mit sanften Keyboards unterlegten Akustikpart, ein kleines Luftholen vor dem Sturm intus, denn mit den beiden rausschmeißenden „Stand Thy Fall“ (mit heftiger "alte Running Wild trifft auf Helloween"-Schlagseite) und „Legions Of Steel“ – übrigens mit dem gleichen Teutonen-Feeling ausgestattet – powerknüppeln Elvenstorm aufs Herrlichste mögliche aufkommende Langeweile aus den Köpfen.

Und so, wie das Album endet, so beginnt es auch, denn schon der Opener „Winds Of War“ glänzt mit einem ganzen Bündel an Gute-Laune-Melodien, die großen Vorbilder Helloween und Running Wild haben wohl auch schon den Notenschlüssel beigesteuert, die Doublebass wummert fast ohne Unterlass. „Rebirth“ knüppelt dann nicht ganz so wild, ElvenStorm haben hier mehr den Schwerpunkt auf Mitsingkompatibilität gelegt – hochgereckte Powerfäuste allemal – und auch das starke „Witchhammer“ huldigt den schon mehrmals zitierten Heroen. Jedes hier zitierte Lied könnte auf die gleiche Weise beschrieben werden – durch und durch teutonisch.

Natürlich müssen sich die französischen Elvenstorm gefallen lassen, dass sie einfach zu viel Helloween intus haben und auch die alten Running-Wild-Scheiben bei ihnen in Dauerbeschallung eigene Ideen unterdrückten. Auf einer zweiten Scheibe sollten sie genau an ein wenig mehr Eigenständigkeit feilen und auch ein wenig mehr Abwechslung einbringen, doch trotz aller Meckerei liegt mit „Of Rage And War“ ein kurzweiliges, sehr unterhaltsames Debüt vor, bei dem den True-Metallern das Herzelein aufgehen sollte - ein guter Beweis dafür, wie sich das Genre immer wieder neu erfindet.

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