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Elvenpath: Pieces Of Fate

Leicht beschwingt bis schwermütig – der Weg wird kein leichter sein
Wertung: 7,5/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 68:30
Release: 14.03.2015
Label: Eigenproduktion

Zuerst einmal gilt es, mit tiefer Verbeugung den Hut vor den Frankfurtern Elvenpath zu ziehen, denn nach vierzehn Jahren setzten sie noch immer auf die Eigenregie-Schiene und ballern nun zum vierten Male in Full-Lenght-Querschnitt ihre Version des Power Metal in die weite Welt. Einfach werden sie es dabei weiterhin nicht haben, sind doch Werte wie „Talent“ und „Beständigkeit“ nicht  zwangsweise monetär zu nutzen.

Als sympathische Zeitgenossen haben sie sich ja auch bei diversen Livevisiten erwiesen, unvergesslich auch Dragutins Einsatz beim A Chance For Metal Festival Andernach 2015, als er mit seiner durchaus prägenden Stimme zumindest einen Teil der Dragonsfire-Show zum absoluten Highlight des ganzen Wochenendes mitgestaltete. Hier geht es aber wieder mit neuen eigenen Songs weiter, und wer bisher mit Dragutins Gesangsstil nicht zurecht kam, der wird auch an „Pieces Of Fate“ nur bedingt Gefallen finden, denn wie immer sorgt er mit seiner weiterhin recht ungewöhnlichen Gesangsart für eines der Alleinstellungsmerkmale im Elvenpathschen Sound.

Mehr als 68 Minuten haben Elvenpath auf der Langrille zusammengetragen und gleich zum Anfang und am Ende auch noch zwei überlange Songs gepackt. Los legen sie mit dem Opener „Mountain Of Sorrows“, der sich nach der epischen Einleitung schnell eine Schneise in heftigere  Power-Metal-Pfade fräst und mit sauberer Riffarbeit straight auf die Glocke dongt und mit eingängigem Refrain auf den sonst so häufigen Bombast verzichtet. Mehr als 13 Minuten Aufmerksamkeit verlangen die Hessen dann bei „ On The Elvenpath“ ab, belohnen aber mit locker beschwingten Akustikklampfen auf Feenpfaden, hymnisch erhaben, äußerst gelungen und ein Feuerwerk an Emotionen sowie melodischer Melancholie, was trotz der Länge sehr kurzweilig daherkommt -  solch eine Nummer muss man sich nicht nur trauen, sondern auch erst mal schreiben können.

Und auch wenn sie an Härte wie in „Sons Of The Blood Cult“ mit deutlich teutonischer Prägung zulegen, vergessen sie keineswegs eine riesige Portion an Melodie, lediglich das ungewöhnliche  Horrorszenario am Schluss überrascht dann wirklich. Recht bissige Nummern wie „Queen Millennia“ oder das viel mehr Lebensenergie ausstrahlende „Sentinel Of The Past“, welches allerdings nicht auf ruhige Passagen verzichtet und dabei so manches Mal an Axxis erinnert, haben dieses gewisse Etwas, diese melodiöse Grazie intus.

Im Gegensatz dazu steht im Albummittelteil der Fokus dann eher auf balladeskeren Stoff. Sind in dem mit Kinderstimme eingeleiteten „The Liars' Dance“ noch erste zerbrechliche Fragmente zu vernehmen, so heißt dann „Testament Of Tragedy“ erst recht im halbballadesken Dunstkreis willkommen, nachdenklich, etwas schwermütig, aber auch hymnisch angelegt mit sehr gefühlvoller  Gitarrenarbeit. Klischee en masse für die Taunuskeule im Stampfmodus ist in „Wild Boars Of Steel“ zu finden, einer Neuaufnahme der 2013er Single, die ja damals für „Frauen helfen Frauen e.V." aufgenommen wurde – auf der Emotionsskala sicherlich ganz oben anzusiedeln, als Metalnummer aber kaum über Durchschnitt.

Elvenpath pfeiffen auch auf ihrem vierten Album auf eingängige Dauerkost, verzichten ganz bewusst auf die ganz großen Melodien, die dann häufig auch nur noch banal konstruiert klingen, schmeißen Konventionen wie Songlängen über Bord und haben mit „Pieces Of Fate“ ein schönes Album veröffentlicht, an welches man sich so schnell nicht satt hören kann. Da sieht man doch gerne über das überflüssige Instrumental „Coming Home“ oder das biedere „Battlefield Of Heaven“ hinweg.

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