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Elvenking: Red Silent Tides

Ein großer Schritt in die richtige Richtung mit ein paar Überraschungen
Wertung: 8.5/10
Genre: Folk Power Metal Hard Rock
Spielzeit: 50:24
Release: 17.09.2010
Label: AFM Records

Album Nummer sechs der italienischen Power Folk Metal-Hoffnung Elvenking geht in den nächsten Tagen über die Verkausftheken dieser Welt. Klar kann man sich fragen, ob die Band immer noch als Hoffnung angesehen werden sollte, wenn man schon vier anständige, aber dann nun auch nicht mehr Versuche hatte. „Red Silent Tide“ führt die Band wieder zurück auf ihrem eigentlichen Weg und zeigt, dass das „Two Tragedy Poets“-Album nur ein kleiner Ausflug in das akustische Folk-Genre war.

„Dawnmelting“ beginnt mit einer kurzen gesprochenen Einführung, bevor der musikalische Sturm beginnt. Gekonnt werden die Gitarren mit den Klängen der Violine verbandelt und man zockt überwiegend im zügigerem Tempo. Zender sorgt mit zünftigen Doublebassdrums für ordentlich Druck - guter Opener für ein erfrischendes Album.

Noch eine Schippe legen die Italiener mit „The Last Hour“ drauf. Fast schon ein wenig im radiotauglichen Härtebereich angekommen, wird hier ein toller Refrain generiert, der es in sich hat. Schon beim ersten Durchgang singt man mit. Damnagoras brilliert am Mikro und man hört seine Freude zu jeder Zeit heraus. Der Kopf nickt gefällig mit und das Gedächtniszentrum wird stimuliert - sehr starke Nummer der Band.

„Silence De Mort“ nennt sich dann der nächste Track. Warum nehmen italienische Musiker einen französischen Titel für einen sonst englisch betexteten Song? Das muss mann nicht verstehen, es ist aber auch egal. Der Name ist auf jeden Fall nicht Programm, denn von Totenstille kann hier wirklich nicht die Rede sein. Mit kräftigem Power Metal, der sich aber auch mal ruhige Auszeiten nimmt, um auch wieder, fast schon ein wenig versteckt, folkige Elemente zu kreieren. Es ist ein sehr starkes Stück, wenngleich das uncoole Ausfaden zum Schluss in dieser Form nicht wirklich begeistern kann.

„The Cabal“ ist ein Melodic Metal-Song, der mit der folkigen Violine weiter aufgewertet wird. Das starke dominante Riffing sorgt für Freude, genau wie das Streichinstrument. So kann es gerne weiter gehen, tut es aber nicht, denn mit „Runereader“ begibt sich die Band wieder auf andere Pfade. Der Song rockt deutlich mehr und wirkt wie ein vermetallisiertes Bon Jovi-Stück. Trotz seiner Vielschichtigkeit geht der rote Faden niemals verloren und der Spaßpegel steigt unaufhörlich. Dazu kommt wieder der folkigere Part und man stampft begeistert mit dem Fuß mit, um kurze Zeit später auf fast symphonischen Pfaden zu wandeln.

„Possession“ ist dann die längst überfällige Ballade, welche sich gekonnt um das Trommelfell schmiegt. Ohne zu schmalztriefend zu wirken, wird hier mächtig Stimmung gemacht. Powerballaden sind nicht immer gelungen, da sie zu sehr auf die Kitschseite abdriften, aber Elvenking zeigen, wie man es richtig macht.

„Your Heroes Are Dead“ ist das nächste klasse Stück. Tief im Folk verwurzelte Parts wechseln sich gekonnt mit Uptempopassagen ab. Ein bisher derart starkes Album hätte man der Band nach den bisherigen Veröffentlichungen gar nicht zugetraut. Die Gitarrenfraktion mit Aydan und Gorlan (am Tieftöner) wissen zu überzeugen.

Frisch rockend kommt anschließend „Those Days“ daher. Es ist nicht wirklich schlecht, kann aber mit dem anderen bisher Gezeigten nicht mithalten. Man könnte es mehr als gelungenen Platzfüller bezeichnen.

„This Nightmare Will Never End“  beginnt melodisch verträumt, wenngleich vielleicht auch ein wenig zu zügig, bevor dann das Power Metal-Gen herausbricht. Ein Break und es wird leicht hektisch zahmer weitergerockt. Dies klingt aufgewühlt und nicht ganz stimmig, nach diversen Durchläufen aber entwickelt sich der Song zu einem klaren Anspieltipp. Ohne die respektable Gesangsleistung von Damnagoras würde dieses kleine Juwel allerdings bei weitem nicht so wirken. Elyghen darf natürlich auch seine Violine und seine Keyboards stärker mit einbringen und somit die Stimmung wieder steigern.

„What’s Left Of Me“ rockt in bester Bon Jovi-Manier durch die Lautsprecher. Wären da nicht die kleinen folkigen Akzente und der härtere Touch. So ist es absolut geeignet, um in den amerikanischen Charts zumindest in den Top 100 einzusteigen. Auf diesem Album wirkt dies aber ein wenig deplaziert. Trotz allem ist es ein Anspieltipp, denn der Song ist einfach zu gut. Aus dem Album heraus gelöst ist das Teil ein echter Singlekandidat. Wer hätte das den Italienern zugetraut?

„The Play Of The Leaves“ beschließt das Album aber wieder im urtypischen Elvenking-Stil. Hier wird guter Power Metal mit Folk Vibes zelebriert. Es folgen ein starker Refrain mit heftigen Riff und ein wenig Popotritt Charakter. Hoffentlich wird die Band dieses Niveau auf dem nächsten Album bestätigen können. Dann stehen die Zeichen wirklich endlich auf Sieg.

Fazit: Elvenking überraschen nicht nur mit nicht erwarteten Elementen in ihrer Musik, sondern dieses Mal auch mit der Qualität. Das Album nutzt sich nicht so schnell ab, da es recht vielschichtig angelegt ist und auch zumeist sehr frisch klingt. Die Spielfreude ist unüberhörbar.

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