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Elvellon: Spellbound

Unglaublich reif für einen Newcomer
Wertung: 8/10
Genre: Symphonic Metal
Spielzeit: 25:47
Release: 30.01.2015
Label: Eigenregie

Natürlich werden sie mit Nightwish in ein Boot geworfen, warum denn auch nicht, bedienen Elvellon aus Moers doch genau die Symphonic-Metal-Klientel, die eben auf solche Bands abfährt – daran ist ja auch nichts Verwerfliches zu finden. Das Female-fronted-Quintett aus dem Ruhrgebiet legt also mit „Spellbound“ ein erstes echtes Lebenszeichen in EP-Form vor, die beiden ein Jahr zuvor veröffentlichten Singles unterschlagen wir jetzt mal insofern, als dass sie auf der EP ebenfalls zu finden sind.

Wer nun nur von einem Klon spricht, der hat sich noch nicht mit der Band bzw. dieser EP auseinandergesetzt, denn was die noch junge Truppe rund um Frontfrau Nele hier in die digitalen Rillen schnitzt, das hat von vorne bis hinten einfach nur Hand und Fuß und strotzt nur so vor symphonischer Cleverness und Authentizität, was nur den Schluss zulässt: Wenn man Elvellon nur lässt, dann spielen sie mit ihren bisher deutlich bekannteren VertreterInnen in einer Liga – man denke bitte an diese Worte, denn ein Deal dürfte hiermit doch gar nicht mehr lange auf sich warten lassen, es sein denn, alle Talentscouts bleiben auf ihren Ohren weiterhin taub.

Als große Pluspunkte entpuppen sich gleich drei Bausteine in Elvellons Konzept: Zum einen wäre da die extrem gute Frontfrau Nele, die sehr sauber auch in höchsten Tonlagen noch druckvoll klingt und die ein weites Feld von Emotionen bis Sehnsucht sicher, transparent und glaubwürdig transportiert, zum anderen sind es immer wieder die orchestralen Arrangements, die zu begeistern wissen. Dazu kommt dann noch wie u.a. auch im Opener „Oraculum“ – mit kurzem Intro ausgestattet – das sichere Gespür für die ganz große Melodie, die nicht käsig sich zum Ohrenschmalz dazugesellt, sondern die hymnisch auch in den sehr ruhigen Phasen wie in „Born From Hope“ auf reichlich Atmosphäreatü kommt. Und wenn dann noch wie im Opener die Chöre 1a sitzen, kann man trotz der fehlenden Innovationen schnell mal höhere Wertungsnoten aus dem Showbizhut zaubern.

Während das schon erwähnte „Born From Hope“ durchaus schon etwas getragener daherkommt und trotzdem oder sogar gerade deswegen die selbst auferlegten Emotionen transportieren kann, so wird es mit „My Wings“ noch etwas ruhiger, Elvellon reiten auf der symphonischen Welle von Sehnsucht und einer etwas schwermütigen Eleganz, wobei auch hier der Refrain trotz aller Griffigkeit niemals kitschig wirkt. Geschmackssache (sowieso; Anm. d. Red.) ist dann das balladeske „Shore To Aeon“. Das Quintett lebt sich hier gute acht Minuten lang aus und hat mit Ron Korprivica sogar einen richtigen Violinenexperten an Land gezogen, der dieser Nummer durch sein Bogenschwingen eine herrlich frische Note verleiht.

Zuvor hatte sich mit „Dead-End Alley“ der heftigste Bandritt der EP seinen Weg ins Oberstübchen gebahnt, denn bei mehr Dramatik setzen sie nun auch vermehrt auf Double-Bass-Einsatz und verpassen der Nummer auch einen Hauch an Moderne, aber auch bei dieser schnittigen Nummer sorgen sie mit perfekt platzierter Orchesterarbeit dafür, dass ein „unglaublich reif für einen Newcomer“ den heimischen Notizzettel abschließt.

Elvellon sind eine Überraschung – durch und durch. Acht Punkte sind für die EP „Spellbound“ richtig angemessen, man darf gespannt sein, ob sie ihre Dramaturgie auch auf einen Longplayer retten können. Bis hierher aber gilt, dass im Symphonic-Metal-Bereich wohl selten beim Neueinstieg eine Band so zu überzeugen wusste.

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