Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Eluveitie: Spirit

Folk Metal Elite!
Wertung: 10/10
Genre: Pagan Folk Metal
Spielzeit: 50:46
Release: 02.06.2006
Label: Fear Dark

HELVETIAAAAA !!!

So stellt sich dem Intro folgend das neue Referenzwerk des Folk Metals vor. Acht Schweizer versetzen die heidnische Musikszene gerade in Unruhe. Sie veröffentlichen das Album „Spirit“ und setzen damit die Messlatte für nachfolgende Alben dieser momentan sehr beliebten Spielart des Schwermetalls noch höher. Pagan Folk Metal in Perfektion. Und mit diesen Worten gehe ich nicht leichtfertig um.

Ich habe bisher noch keine Band gehört, die so gekonnt und so natürlich traditionelle Instrumente in Einklang mit todesmetallischem Gewitter gebracht haben. Messerscharfe Riffs, die auch ohne Probleme von Dark Tranquillity hätten stammen können, treffen auf wunderbarste Folk-Melodien, welche mit verschiedensten Flöten und Dudelsäcken, Mandola, Violine, Drehleier, Akkordeon und Krummhorn dargeboten werden. Dazu gibt es passende Natur-, Schmiede- und Schlachtensamples vor und während der Songs. Als I-Tüpfelchen bei all dieser musikalischen Glanzleistungen ist noch der Gesang zu vermerken. Wobei Gesänge passender wäre. Gleich sechs der acht Musiker greifen von Mal zu Mal zum Mikrofon und geben ihre Stimme preis, sei es auch nur als Chor. Hauptaugenmerk wurde auf den dreckigen Keif-Gesang gelegt, der so komisch es sich anhören mag mit der Musik wunderbar harmoniert.

In der Musik lassen sich immer wieder traditionelle irische und keltische Melodien entdecken. Zum Beispiel kommt der letzte Song, das Instrumental „anDro“, ursprünglich aus der Bretagne. Aber an sture Wiederverwertung bekannter Melodien grenzt das in keinem Falle. Eluveitie hauchen den Melodien neues Leben ein und interpretieren diese zum Teil auch anders als bisher von Irish Folk-Bands getan.

Jeder Song auf „Spirit“ ist anders, deswegen will ich hier kurz die Eckpunkte eines jeden Songs kurz beschreiben:

Spirit: Außergewöhnliches Intro mit verschiedenen Sprüngen in die einzelnen Lebensbereiche der alten Zeit. Dann kommt der Dudelsack ins Spiel, es steigert sich und ab der Hälfte sollte man wissen, was man auf diesem Album erwarten darf.

Uis Elveti: Fröhlich, treibend und voller Energie. Teilweise hymnisch und episch, aber immer auf das Bedacht, was Eluveities Musik so besonders macht.

Your Gaulish War: Perfekt abgestimmte Instrumentalarbeit, Elementeverschmelzung ganz klar zu erkennen. Auch eine Prise Epik gibt es hier.

Of Fire, Wind & Wisdom: Sehr schnelles Geballer mit vielen starken Breaks.

Aidù: Reines Folk-Stück. Mysthisch und atmosphärisch mit bezauberndem Frauengesang.

The Song Of Life: Geniales Melo Death-Riff mit ordentlich Saft auch am Schlagzeug trifft auf unerschütterliche Flöte. Sehr schöne Wechsel und ordentlich Gebrülle.

Tegernakô: Träumerischer Akustik-Part wird zu treibendem Folk Metal-Stück wird zu getragener metallischer Ballade wird zu herbem Geknüppel, um dann in einem sehr tanzbaren Mix aus schnellen Folk-Melodien und harschen Gitarrenwänden zu münden.

Siraxta: Der Song mit den wohl krassesten Gegensätzen zwischen Folk und Metal. Außerdem macht ihn der Frauengesang sehr interessant. Großes Finale vor dem Outro des Liedes.

The Dance Of Victory: Außergewöhnliches Klangspektrum im Extrem-Gesang. Ansonsten wird recht viel geknüppelt bis zum Akustik-Teil des Stücks.

The Endless Knot: Getragen, episch und klagend kommt mit einigen Chören dieser Song daher.

anDro: Hochmelodisches Instrumental, das wohl noch am nähesten am Original dran ist, gerade von der Schnelligkeit her.

Neben all diesen musikalischen Höchstleistungen kann ich auch dem Sound (Klangschmiede Studio E von Markus Stock sagt wohl alles), der Aufmachung (Künstler ist Travis Smith, der auch schon für Katatonia und Dark Fortress arbeitete) und den Texten (drehen sich im Allgemeinem um die keltische Kultur, sollte man selber lesen und mit der Musik auf sich wirken lassen) absolute Oberklasse attestieren.

Dieses Album hat einfach alles, was sich ein Folk Metal-Liebhaber wünschen könnte. Viele verschiedene Instrumente, abwechslungsreiche Einbindung ebenjener ins Soundgeflecht, wo sie oft aber nicht immer das Ruder übernehmen. Dazu verdammt gute Riffs, die nicht nur zur Untermalung da sind, und sehr abwechslungsreiche Gesänge. Mal tanzbar, mal episch, mal fröhlich, mal klagend. Wow! Ein Werk, wie es so schnell nicht wiederkommen wird. Das ist mir die Höchstwertung allemal wert.

comments powered by Disqus

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend