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Eluveitie: Evocation I – The Arcane Dominion

Der dritte Streich - Eluveitie unplugged
Wertung: 8.5/10
Genre: Folk Rock
Spielzeit: 50:59
Release: 11.04.2009
Label: Nuclear Blast

Eluveitie veröffentlichen ihr drittes Album – und zwar ein ziemlich mutiges. Warum es das ist? Nun, nachdem sie mit ihrem bisherigen Folk Metal-Stil sehr gut gefahren sind, ist „Evocation I – The Arcane Dominion“ deutlich ruhiger als seine Vorgänger gehalten. Ob sich das rentiert, wird die Zukunft zeigen. Es gibt jedoch zwei Fakten, die für diese Vorgehensweise sprechen: Erstens haben einst auch Finntroll mit „Visor Om Slutet“ nach zwei Folk Metal-Alben eine (exzellente) akustische Platte veröffentlicht, was ihrer Popularität offensichtlich keinen Abbruch tat. Und zweitens offenbarten Eluveitie bisher stets mehr Potential und Anspruch als viele ihrer Kollegen. Dementsprechend durfte man also gespannt sein, wie sie sich in diesem Umfeld schlagen, wenn sie den Fans keine Hymnen zum Trinken und Tanzen um die Ohren schmettern.

Sehr gut, das kann ich vorweg nehmen. Bisher waren Eluveitie eine der wenigen Bands aus dem Folk/Pagan-Genre, die ich gern gehört habe, von einem wirklichen Fan-Dasein war ich aber weit entfernt. Dieses ungewöhnliche Album könnte sich aber in Zukunft noch öfters in meinem CD-Player drehen. Das tut es am besten am Stück, denn die Lieder harmonieren so sehr miteinander, dass man kaum einzelne Stücke hervorheben kann. Da gibt es beschwingte Nummern wie „Brictom“, das vor allem mit seinem wunderbaren Frauengesang und den dezent, aber dennoch eminent wichtigen Dudelsäcken punktet. Solche Lieder, die trotz ihrer Fröhlichkeit ein wenig mystisch klingen, schreiben nicht viele und würden auch gut zu Skyclad passen. „Omnos“ hat sogar Potential für die Charts und das ist wirklich nicht negativ gemeint. Wenn das Musikgeschäft gerecht wäre, würde das dazugehörige Video bald häufig im Fernsehen zu bewundern sein.

Das wahre kreative Potential von Eluveitie entfaltet sich auf „Evocation I – The Arcane Dominion“ aber in den ruhigen, fast schon besonnen und meditativ zu nennenden Momenten. „Within The Grove“ ist zwar kaum zwei Minuten lang, die Schweizer schaffen es aber, ein Gefühl beim Hören zu kreieren, wonach sich beispielsweise Ensiferum die Finger lecken würden. Denn im Gegensatz zu ihren finnischen Kollegen werden Eluveitie nicht so schnell in Gefahr laufen, den „Lustiger Metal zum Saufen“ - Stempel aufgedrückt zu bekommen. Nicht dass sie jemals in Gefahr gelaufen wären, diesen zu erhalten, sonst hätte sich Alan „Naihmass Nemtheanga“ Averill von den göttlichen Primordial bestimmt nicht dazu bereit erklärt, „Nata“ zu veredeln. Obwohl dieses nur aus einer Art Sprechgesang und einigen wenigen Instrumenten (Flöte und Bagpipe) besteht, fühlt man sich unweigerlich an den Soundtrack von „Braveheart“ erinnert. Und jeder, der schon das Vergnügen hatte, durch Schottlands Highlands zu wandern, wird bei „Nata“ mehr als nur Filmbilder im Kopf haben.

Wie schon erwähnt, es ist schwer, einzelne Lieder hervorzuheben, denn damit täte man den anderen Unrecht. Selbst die kurzen Zwischenstücke sind ein unverzichtbarer Teil des Gesamtwerkes, dessen Titel schon eine Fortsetzung nahe legt. Wenn diese wieder so abwechslungsreich (mal fröhlich, mal nachdenklich) daherkommt und durch die fantastische Produktion, die wirklich allen Instrumenten und Sängern genügend Raum lässt, begeistert, sollten sich Freunde anspruchsvollen Folk-Rocks schon jetzt darauf freuen. „Evocation I – The Arcane Dominion“ wird aber nur schwer zu toppen sein.

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