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Elmsfire: Thieves Of The Sun

Tolles Debüt mit reichlich Power, Epik und Melodie
Wertung: 7.5/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 44:02
Release: 24.02.2012
Label: Massacre Records

Gut informierte Power-Metal-Fans, zumindest aus dem Großraum Düsseldorf, dürften die Elmsfire-Truppe schon längst im Visier haben, gründeten sie sich doch schon 1999, überwanden die Demo-Phase mit den drei Werken „Untide“ (2003), „Horizons“ (welches man sich noch für kleines Geld bei der Band sichern kann) aus dem Jahre 2005 sowie dem 2008 3-Track-Werk „Serum“. Das Debüt „Thieves Of The Sun“ veröffentlichten sie dann schon 2010 in Eigenregie, wobei viele Van Canto-Fans auf Elmsfire aufmerksam wurden, da Ross Thompson hier die Vokalparts übernahm. Mittlerweile haben die Düsseldorfer allerdings in Erdmann einen neuen Frontmann gefunden.

Fernab von den gleich reichlich guten Nachrichten doch zuerst die schlechte: Elmsfire haben vor einigen Wochen, wie berichtet, ihre Namen unter einen Kontrakt mit Massacre Records gepinselt, was an sich nicht schlecht ist, doch bei einem Labeldebüt und gleichzeitigem „Re-Release“ hätte man doch locker den einen oder anderen Bonussong draufpacken und die CD nicht nur mit leicht verändertem Artwork (Schriftbild) erneut auflegen können – nun ja, zumindest wird die Scheibe mit dem fanfreundlichen „Newcomer Price“ ausgezeichnet und kommt dementsprechend auch günstiger in die Läden.

Das Ganze ist hier aber Jammern auf hohem Niveau, denn schnell kann das Attest unterschrieben werden: Die Band weiß um ihre Stärken und schafft es immer wieder, damit zu spielen und ein spannendes und sehr hörenswertes Album zu kreieren. In den Fokus rutscht da erst einmal der vermeidlich älteste Track „Ahab“, der sich schon einen Platz auf der ersten Demo sicherte. Der Titel zeigt auch gleich ausreichend an, worum es hier geht: Ruder peitschen durch die Gischt, die Mannschaft lauscht den Worten des Kapitäns, um dann mit gehorsamen Getöse in die Schlacht gegen den Fisch zu ziehen. Zuerst riffen die Gitarren ein wenig hypnotisch monoton, später pieksen sich geschickte Tempiwechsel wie Angelhaken in den Gehörgang. Die sanft eingebauten Keyboards sorgen für einen angenehmen epischen Touch – sicherlich hat „Ahab“ in den ganzen Jahren das eine oder andere Facelifting erfahren, doch ganz großes, dramaturgisch wichtiges Kino ist die Kommunikation zwischen Ahab selbst und seiner Mannschaft, wobei hier ein wenig mehr Herzblut den Effekt sicherlich noch gesteigert hätte.

Der zweite „Alttrack“ heißt „Stormchild“ und tauchte erstmals 2008 auf der „Serum“-Demo auf. Geschickt balancieren Elmsfire mit den Versatzstücken akustischer Gitarre, sanften, wiederum epischen Keys, um dann in einen stampfenden Headbanger mit Double-Bass-Kanonaden zu verfallen. Gerade die Leadgitarre trumpft hier unerwartet stark auf und hebt den Solopart fett über Durchschnitt.

Richtig stark kommt allerdings auch „Taipouri Ake Tonu Atu“ daher. Ross spielt mit seiner Stimme und reizt sie deutlich häufiger aus, auch hier wird geschickt nach einer powernden Phase das Tempo herausgenommen und etwas mehr Melodie eingestreut – definitiv mit hohem Wiedererkennungswert ausgestattet. Da liegen auch eindeutig Elmsfires Stärken: Melodie und Tempowechsel. Das zeigen sie beim Opener „Worth A Tale“ (das wie immer etwas zu lange geratene Intro „Towards The Gate Of Hercules“ ausgeklammert) genauso wie bei „Eolian“ (hier mit etwas Running Wild-Schlagseite).

Im Grunde machen Elmsfire auf ihrem Debüt „Thieves Of The Sun“ alles richtig. Einziger Wermutstropfen ist, wie oben beschrieben, dass es lediglich nur zu einer „Neuauflage“ reichte. Doch die Düsseldorfer haben aber auch so genug Kreativität auf dem Silberling gebannt und können so locker das Gehör (und die Geldbörse) sicherlich bei Fans von Solar Fragment über die fast unschlagbaren Orden Ogan bis hin zu old-schooligen Running Wild (was hier die neue Scheibe wirklich zu verleisten mag, muss noch ohne Vorurteile geklärt werden) erreichen. Sie bauen reichlich Melodie und Epik ein, ohne alles zuzukleistern und die Power zu vergessen. Da freut man sich glatt auf das Folgewerk, denn lange dürfte es nicht mehr dauern, sollten doch schon neue Ideen in hörbare Ergebnisse umgesetzt werden können - nur Elmsfire sollten die Finger von der Sonne lassen, denn die brauchen sogar die Nachtschattengewächse.

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