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Elm Tree Circle: NO FOMO

Deutlich reifer als zuerst vermutet
Wertung: 7,5/10
Genre: Pop-Punk, Emo, Punkrock
Spielzeit: 33:29
Release: 04.09.2020
Label: KROD Records

Elm Tree Circle-Sänger Nic ist, man muss es einfach sagen, prädestiniert für das Genre, dem sich seine Band verschrieben hat – eine höchst amerikanisch klingende Mischung aus Pop-Punk, Rock und Emo, die sich nicht scheut, auch mal das Tempo anzuziehen. Durch das vorherrschende hektische, in Songs wie „Flow“ fast panisch anmutende Tempo straft die Truppe den Albumtitel „NO FOMO“ dann natürlich Lügen; die „fear of missing out“ fühlt sich allgegenwärtig an, da kann man auch im eigentlich weisen Alter von Anfang 30 schon mal hastig die sozialen Medien überfliegen, ob in den letzten Minuten nicht doch still und heimlich das Mega-Event stattgefunden hat.

Aber zurück zur Scheibe: Zehn Songs, gute halbe Stunde – klingt schon mal nach Punk. Die ordentliche Emo-Kante tut der Platte gar keinen Abbruch, fremdschämerischen Kitsch sucht man gottlob eher vergebens, obwohl gerade ruhigere Nummern wie „All About You“ oder das leicht knatschige „Settle In“ eher ein bisschen gewöhnungsbedürftig daherkommen und nicht unbedingt die eigentlichen Stärken der Truppe repräsentieren.

Wenn die Band ihre Veröffentlichungsintervalle beibehält, kann die Fangemeinde sich glücklich schätzen, hat das Trio doch seit der Gründung den Zwei-Jahres-Rhythmus genutzt und somit nach einer EP („Drawn“, 2016) bereits 2018 das Full-Length-Debüt „The Good Life“ nachgeschoben. Gut ist das Leben auch auf „NO FOMO“, oder zumindest so wie es sein soll: voller Hochs und Tiefs, eilig voranpreschende Titel wie das eingangs erwähnte und als Single veröffentlichte, sehr starke „Flow“ teilen sich da die Bühne mit dem zumindest im Refrain an der Grunge-Kante vorbeischrammenden Herzschmerz-Song„I Got It“ und dem absoluten Albumohrwurm „Tripping“.

So jugendlich die Platte im ersten Durchlauf anmutet, so geschickt sind einige Ecken und Kanten eingebaut, die sich hauptsächlich aus Nics teils nasaler, teils angerauter Stimme erheben und die Songs auch nach einigen Durchläufen noch überraschend spannend gestalten. Unfassbar gut auch das erst etwas knatschig klingende „More“ mit seinem überschäumenden Refrain, das man sich direkt in Dauerschleife anhören möchte; zumal das etwas eingeschlafene „Walking In Doom“, das auf dem Fuße folgt, wenig Spannendes bietet. Das finale „Done Running“ sollte man sich dann aber doch noch zu Gemüte führen, wenn man mit US-Pop-Punk was anfangen kann, steht hier doch ein absolut klassisches Gitarrenintro am Anfang, das Nics näseligen Gesang wunderbar einleitet.

„NO FOMO“ klingt im weiteren Verlauf deutlich reifer als zuerst vermutet, was vor allem der absolut überzeugenden Performance der Truppe geschuldet ist. Keine Spur von dem sonst leider recht häufig im Emo zu findenden Gepose oder dem kindischen Gequietsche, dem viele US-Pop-Punk-Sänger frönen – insofern machen Elm Tree Circle, obwohl sie deutlich von den Amis beeinflusst wurden, doch einiges besser als ihre US-Kollegen. Eine schöne Platte mit durchaus ernsten Augenblicken, die hin und her schwankt zwischen dem Wissen, eigentlich nichts zu verpassen und der Angst, ein Außenseiter zu sein.

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