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Elivagar: Heirs Of The Ancient Tales

Schiefe Whistles und mäßige Riffs
Wertung: 3.5/10
Genre: Folk, Black Metal
Spielzeit: 40:34
Release: 28.03.2008
Label: Trollzorn

Im Allgemeinen kann ich mit der Verbindung von Folk und Metal schon was anfangen, wenn es gut gemacht ist, wie bei Moonsorrow, Finntroll, Ensiferum, Korpiklaani, Turisas oder auch In Extremo.

Bedauerlicherweise offenbart die hier vorliegende Band allerdings doch erhebliche Schwächen, nicht nur in Sachen Songwriting, sondern auch im Beherrschen der Instrumente, ob es sich hier nun um ein Debütalbum handelt oder nicht.

Da wären schon mal die Tin Whistles. Während sie im Intro „Ashore The Elivagar“ noch recht annehmbar klingen, hören sie sich bereits im zweiten Stück, das dann quasi den ersten „richtigen“ Song darstellt, neben den E-Gitarren doch ziemlich schwachbrüstig an, mal ganz abgesehen davon, dass man ewig die gleiche Melodie dudelt und sich das Ganze auch noch völlig schief anhört. Das gilt leider für so gut wie alle Tracks, wo die Flöte erscheint. Bitte darauf achten, dass alle Instrumente gleich gestimmt sind, denn so hat man das Gefühl, hier wurden Grundschüler dazu gezwungen, die Flötenstimmen einzuspielen... Auch die hin und wieder eingesetzten Violinpassagen klingen eher uninspiriert und wie gewollt, aber nicht gekonnt; gleiches gilt für die oftmals sehr unsauber gespielten Akustikgitarreneinsätze.

Ebenso hapert es oft im Zusammenspiel; das Schlagzeug klingt häufig sehr holprig und nicht immer mit der Saitenfraktion in einer Einheit und die teils verwendeten Blastbeats hecheln meist dem Takt hinterher.

Ein weiterer Kritikpunkt ist dann der Gesang: Gitarrist und Frontmann Joshy grunzt, kreischt und grummelt irgendetwas von gefallenen Helden und Schlachten von anno dunnemals, meist eher schlecht als recht intoniert und man wird das Gefühl nicht los, ihm ginge immer wieder der Atem aus, weswegen sich die schnelleren Passagen überhastet anhören und die Worte am Anfang jeder Zeile etwas verschluckt werden. Die clean gesungenen Stellen wiederum sind mit hörbar übertriebenem Pathos vorgetragen.

Das wiederum führt zu den Texten, die auf deutsch, englisch und in alten Sprachen (mittelhochdeutsch?) gehalten sind. Auch hier wurde der Versuch gestartet, anspruchsvoll zu schreiben, letztlich kommt die Chose aber doch äußerst klischeehaft herüber, wie man an Zeilen der Marke „Ob Ehre euch bewahrt, wenn für euch der Schnitter naht/Hat Ruhm noch Gewicht, wenn für euch erlischt das Lebenslicht?“ unschwer erkennen kann.

Den kurzen Zwischensequenzen dagegen kann man zumindest einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen.

Fazit: Einige gelungene Riffs sind schon auf dem Album zu finden („Fone Demo Anneginne“, „Blutrache“ oder „Nightwandering“), aber an Epik à la Moonsorrow (manches Mal hört man die Finnen sogar heraus oder zumindest den Versuch, deren epischen Sound zu erlangen) und Durchschlagskraft einer Band wie Ensiferum (oder meinetwegen auch Elivagars offenkundige Vorbilder Eluveitie) reicht es nicht heran und von gut und variabel eingesetzten und vor allem auch gut gespielten nicht metallischen Instrumenten wie Flöte und Geige wie zum Beispiel bei Turisas kann ebenfalls nicht die Rede sein. Es muss wie eingangs erwähnt noch eindeutig am Zusammenspiel, am Songwriting und der Beherrschung der Instrumente gefeilt werden. Ganz hübsch gemacht sind allerdings Cover-Artwork und Booklet.

Ach ja: Was soll der Bonustrack? Eine dermaßen grauenhafte Rumpel-Qualität ist wirklich nicht auszuhalten, selbst wenn es sich hier lediglich um ein Stück des 2007er-Demos „Followers Of Ancient Tales“ handelt. Man stelle sich vor, das ganze Album würde so klingen! – Achtet mal auf den Schlagzeugsound; dagegen sind die Drums von „St. Anger“ meisterhaft produziert...

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