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Elitist: Fear In A Handful Of Dust

Eine Vollgasfahrt auf der Autobahn der Irren
Wertung: 8/10
Genre: Downtempo Death Metal
Spielzeit: 34:49
Release: 20.06.2011
Label: Season Of Mist

Eine neue Welle des Downtempo Death Metal schwappt aus Übersee nach Europa. Eine der Bands, die diese Spielart vertreten, sind Elitist aus Oregon. Grundsätzlich kombiniert sich der Stil der Gruppe aus Elementen des Sludge Rock, des Punk Rock, dem Death Metal und aus dem Hardcore-Bereich. Aber eigentlich kann man die Hülle nicht so eng fassen.

Neben den bereits erwähnten Elementen lassen sich noch sehr viele andere Einflüsse deuten oder zumindest erahnen. Die erste CD der Amerikaner klingt sehr verstörend. Dafür sind nicht nur die oben genannten verschiedenen Stile verantwortlich, auch das Songwriting hat hier entscheidend Einfluss genommen. Elitist drehen einfach alles durch den Fleischwolf. Aus der Masse formen sie dann einfach die Songs, die sie sich vorstellen.

So muss man sich als Hörer von „Fear In A Handful Of Dust“ immer auf extreme Stimmungs- und Tempowechsel gefasst machen. Die Musik basiert weniger auf technischen Höchstleistungen, sondern mehr auf dem Gesamtergebnis. Und das kann sich, zumindest nach mehrmaligem Hören, durchaus sehen lassen. Allerdings muss man sich anfangs schon Mühe geben, um sich mit der Spielart der Band vertraut zu machen. Die Songs sind allesamt sehr sperrig und funktionieren gar nicht so wie die typische Fahrstuhlmusik. Elitist machen Stimmungsmusik, nicht wie irgendwelche Bierzeltbands, sondern Musik mit vielen verschiedenen Stimmungen, die durchaus auch in ein und demselben Song mehrmals wechseln können. Neben purer Aggression, blankem Hass und tiefer Verzweiflung flammen auch Angst, Panik und eine Art euphorischer Irrsinn immer wieder auf. Die volle Ladung Emotionen also.

Diese werden durch die ständig wechselnden Arrangements meist unterstützt. Manchmal macht sich die Band den Umstand zu Nutzen, dass ungleich ausgerichtete Passsagen, also ruhigere Musik mit extrem aggressivem Gesang oder umgekehrt, sehr verstörend wirken. So schlängelt sich durch die ganze CD dieses musikalisch-lyrische Wechselspiel. Diese verstörende Wirkung wird auch durch die Klanggebung der Instrumente weiter unterstützt. Das Schlagzeug klingt dabei noch recht natürlich, doch spätestens bei den Gitarren lässt sich ein gewisser psychedelischer Anstrich nicht verleugnen. Es klingt alles ein wenig verstimmt.

Dieses Schicksal teilt der Gesang zwar nicht, durch seinen irgendwie hohlen Klang wirkt er aber genauso beängstigend. So stellt sich „Fear In A Handful Of Dust“ als Achterbahnfahrt der Emotionen dar. Als eine Achterbahn bei der es eigentlich immer nur abwärts geht.

Das Album ist ein recht außergewöhnliches Werk, das verschiedenste Stile auf gewaltsame Art und Weise mischt, um ein Monster zu erzeugen, das es so noch nicht gegeben hat. Ganz so unbekannt ist dieses Monster aber doch nicht, denn die einzelnen Einflüsse kann man meist schon noch irgendwie zuordnen. Die große Bandbreite der verwendeten Musik dürfte das Album grundlegend für viele Hörer interessant machen. Dabei sollte man aber Vorsicht walten lassen und die Scheibe erst einmal anhören, bevor man sie blind kauft.

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