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Elffor: Unblessed Woods

Soundtrack mit Ecken und Kanten
Wertung: 6.5/10
Genre: Ambient Black Metal
Spielzeit: 74:16
Release: 25.02.2011
Label: Northern Silence Productions

Kriegstrommeln, Pferdegewieher, Schlachtenlärm: So beginnt das neue Album „Unblessed Wood“ von Black-Metaller Eöl bzw. seinem Ein-Mann-Projekt Elffor. „Neu“ ist dabei relativ, denn bei dem vorliegenden „Unblessed Woods“ handelt es sich um ein Re-Release des vierten Albums von 2006. Neben einer generellen Überarbeitung kommen zu dieser CD vor Allem zwei neue Lieder hinzu, die als Bonustitel das Album abschließen („Hondamena“ und „Farryant”).

„Unblessed Woods“ ist ein Album, welches sich musikalisch im Ambient Black Metal einordnen lässt. Sehr episch und fast schon cineastisch fällt dabei allen voran das Intro des gleichnamigen Titelliedes aus. Vom Schlachtenlärm über eine kurze aber mächtige Chorpassage hinweg geht es recht zügig in den erwähnten Ambient Black Metal über. Eöl legt bei seinem Album viel Wert auf Atmosphäre und drückt dies mit epischen, ruhigen Synthesizer-Melodien aus (zum Beispiel „Unblessed Woods“, „Of Heretic Pagan Kingdom“). Untermauert wird dies bei Elffor durchgängig von einem soliden Schlagzeug, das sich nie in den Vordergrund spielt und der Atmosphäre dadurch viel Raum gibt. Den besonderen Black-Metal-Schliff erreicht das Album durch die kreischenden Vocals. Eöl setzt dabei auf ein hohen und heiseren Stil und krächzt sich dabei stellenweise wirklich die Seele aus dem Leib. „Through The Mist“ ist nur ein Beispiel für sein stimmliches Massaker, welches bei „Hondamena“ in piepsendem Geheul und Gezeter seinen Höhepunkt erreicht.

Herausragend wird „Unblessed Woods“ durch seine beeindruckenden Melodien, die die mächtige und mystische Atmosphäre deutlich spürbar machen. Ein großen Anteil daran haben neben den epischen Melodien vor allem die Geräusche, die Elffor als Kulisse dienen. Pferdewiehern, Hörner, surrende Pfeile und, nicht zu vergessen, der beeindruckende Chor machen dieses Album zu einem hörbaren Soundtrack-Genuss. Die Musik selbst ist hingegen nicht ganz so überzeugend, denn nicht immer ist man von der Epik der Melodien berauscht. Bei Elffor gibt es auch immer wieder Passagen, die stark zur Langatmigkeit neigen und Kreativität vermissen lassen („Unblessed Woods“, „Dark Orchestral Hate“). Hinzukommt, dass der Synthesizer-Klang  trotz der umgesetzten, meist guten Ideen einfach allgegenwärtig ist. Durch diesen künstlichen Sound wird die Atmosphäre zeitweise sehr verwischt und verliert seine Authentizität („Gorgrium Goth“, „Farryanth“). Da haben die schauderhaften, eingesetzten Geräusche der Musik leider einiges voraus.

Einen weiteren großen Anteil in diesem Album haben die Vocals. Schaurig, kraftvoll verleihen sie dem Album einen sehr bösartigen Sound. Was sich aber als ein absolut nervtötender Fehlgriff entpuppt, sind die Ausflüge Eöls in die hohen Sphären seiner Stimmlage („From Ancient Scrypts“, „Honadema“). Dieses kopflastige Zetern und Jaulen bringt die Stimmung nicht wirklich voran, sondern zieht sie eher ins Lächerliche. Nicht nur, dass dieser „Gesang“ einfach albern klingt, auch verliert die Stimme dadurch an Kraft. Da gefallen die dunklen Passagen schon viel besser, da sie Mystik und Bösartigkeit ausstrahlen.   

Was an „Unblessed Woods“ besonders schade ist, ist der wenige Einsatz des Chors. Dieser passt, wie man in den kurzen Beispielen in „Unblessed Woods“ und „The Forgotten Dying Moon“ hören kann, perfekt zu der Atmosphäre der Musik. Etwas überflüssig hingegen erscheinen die beiden Bonustitel, die den größten Unterschied zwischen dem Original- und dem Re-Release ausmachen. Sie fügen sich zwar passend in das Konzept des Albums ein, „Hondamena” und “Farryant” sind aber keine Titel, die die CD wirklich einen Schub nach oben verpassen. Die Scheibe wird dadurch also länger, aber leider nicht besser.

„Unblessed Woods“ im Ganzen kann als atmosphärenreiches Black-Metal-Machwerk angesehen werden, welches gute Ideen mit einigen Ausrutschern verknüpft. Der Grundton stimmt, es hapert aber an den ein oder anderen Ecken und Kanten, die sich durch das komplette Album ziehen. Die Soundtrack-Seite des Albums kann man aber uneingeschränkt empfehlen. Ein Platz in oberen Rängen ist dem Album trotz der Schwächen dadurch dennoch sicher.

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