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Elffor: From The Throne Of Hate

Eine klangliche und inhaltliche Katastrophe
Wertung: 0/10
Genre: Medieval Black Metal
Spielzeit: 60:21
Release: 28.11.2008
Label: Northern Silence Productions

Hinter dem Bandnamen Elffor verbirgt sich Eöl, seineszeichens Spanier, der dieses Soloprojekt anno 1995 mit dem Ziel gründete, den geneigten Hörern Medieval-Ambient-Musik zu präsentieren.

Es ist ja an sich alles in allem noch nicht schlimm, wenn man als Künstler ein solches Ansinnen hegt. Eine solche Sache beginnt allerdings, schlimm zu werden, wenn man zwar diese Ambitionen hat, diese aber in keinster Weise adäquat in ansprechender Art und Weise umzusetzen weiß.

Gähnend langweilige Instrumental-Passagen wie in „Old“ holen keinen Greis mehr hinterm Ofen hervor - und intonierte klirrende Ketten schonmal gar nicht. Viel zu lang wird diese Einleitung ausgedehnt. Schon hier sollte man zu Genüge gewarnt sein, auch durch diese übel dünnen Keyboard-Teppiche.

Dieses Synthie-Intro von „Rare Woods” ist wirklich schlimm. Ich will nicht behaupten, es sei stümperhaft, nein, primitiv trifft den Kern des Ganzen schon eher. Einziger Lichtblick ist eine angenehme Gitarrenlinie, die ganz weit im Hintergrund zu vernehmen ist. Das wars aber auch leider schon mit den positiven Aspekten dieses Songs.

Die Effekte, die wohl etwas wie einen Donnerhall intonieren sollen, klingen kläglich; die Schreie gehen durch Mark und Bein. Wie kann man so etwas auf eine käuflich zu erwerbende CD pressen? Jeder Band im Demo-Status würde für einen solchen Fauxpas wörtlich der Kopf abgerissen. Und diese Schreie klingen zumindest so, als ob gerade dies gerade geschehen würde. Und am Schluss wird das Teil einfach derbe heraus gefaded – billig und übel.  

Negativ fallen in „My Hatefull End“ der Drumcomputer, diese widerlichen Screams, die matschigen Gitarren, die billigen Effekte und die seichten Synthies auf. Soll ich noch weiter ausholen? Nein, ich denke, das genügt.
Einen vagen Anflug von Pagan Metal-Feeling bekommt man eingangs „Echoes Of The Past“. Dies hätte ein richtig ansprechendes Stück werden können, wenn man das Ganze vernünftig produziert hätte. Doch so bleibt wieder nur ein schaler, seichter Beigeschmack – schade.

So langsam, ganz langsam wird man sauer, denn die Screams, die man in „Upon The Barbarian Woods“ vorgeworfen bekommt, überschreiten die großzügig abgesteckte Toleranzgrenze meilenweit. Und auch dieses Stück verliert sich dann wieder selbstverliebt in den eigenen Klangwelten. Warum lacht der Kerl dann auch noch so diabolisch? Etwa, weil er sich diebisch darüber freut, dass jemand für seine Scheibe Geld ausgegeben hat? Unerträgliches Stück. Wäre dies mein erster Kontakt mit dem Genre gewesen, ich hätte es gleich alles sein lassen und hätte mein Glück in einer anderen Stilrichtung gesucht.

Und wie abzusehen war, gibt es im weiteren Verlauf keine nennenswerten Neuerungen oder positive Überraschungen. Man langweilt sich beispielsweise in „Grimmest Winternights“ auch weiter durch Keyboardnebel, erschrickt sich wegen der miesen Effekte (Schwerter oder ähnliches) und fragt sich ein ums andere Mal, was man hier eigentlich gerade tut.  
Die Beurteilung der restlichen Songs würde in nahezu nichts von dem schon Erwähnten abweichen, weshalb ich - wie es gewohnheitsmäßig sonst zu tun pflege – auf das genauere Eingehen der restlichen vier Songs verzichte – man möge mir dies verzeihen.  
Zu allem Übel gibt es auf diesem Album mit „Misterious Dawn“ und „Ancient Rebirth“ auch noch zwei Bonussongs.

Was der Verantwortliche bei der Produktion der Scheibe verbrochen hat, spottet jeder Beschreibung und ist für eine Label-CD gelinde gesagt eine Frechheit. Der Sound insgesamt klingt dünn wie ein laues Lüftchen, die Keyboards wirken so primitiv, dass man sich fragt, weshalb man hiermit seine Zeit verplempert. Ganz in den Hintergrund gemischt sind die Gitaren und die Drums; die Screams schmerzen einem fast schon in den Ohren.

Wenn eine Band im Underground ein solch dürftiges Ergebnis auf den Markt bringt, lässt man sich das ja noch alles gefallen, da bei diesen Bands die technischen Möglichkeiten nicht gegeben sind,  doch hier handelt es sich um ein Produkt, das durch ein Label veröffentlicht wurde und da kann und sollte man weitaus mehr erwarten als das, was man hier vorgeworfen bekommt.  

„From The Throne Of Hate“ ist das dritte Album des Spaniers. Bekanntlich heißt es ja von einem jeden dritten Album, dass es hier um „make it or break it“ geht. Man mag geteilter Meinung sein, aber meiner Meinung nach wird Elffor sich hiermit keine Lorbeeren verdient haben.

Fazit: Die Eiseskälte kriecht einem bei diesem Output in die Glieder. Aber leider nicht deshalb, weil sie womöglich so richtig fies, böse, kalt oder bedrohlich rüberkommt, sondern weil dies hier einfach schlecht ist. Schlechtes Songwriting, schlecht gestaltetes Coverartwork, schlechte Umsetzung und eine noch schlechtere Produktion machen diese Scheibe zu etwas, das man als unnötig bezeichnen kann und muss. Absolute Zeitverschwendung.

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