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Elf: And Before Elf... There Were Elves

Nicht nur für Dio-Fans interessant
keine Wertung
Genre: Bluesrock
Spielzeit: 52:30
Release: 21.10.2011
Label: Niji Entertainment Group

Früher war alles besser, werden manche nicht müde zu behaupten. Auch die Musik natürlich. Und für Bands war es sowieso viel einfacher, erfolgreich zu werden und sich durchzubeißen, weil es nicht so viele Gruppen gab – der Markt war nicht so überschwemmt und man hatte es leichter, mit etwas Neuem Aufsehen zu erregen, weil die Rockszene noch in den Kinderschuhen steckte und noch alle Türen offen standen.

Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit – viele dieser Nostalgiker vergessen, dass man auch damals hart für den Erfolg arbeiten musste; auch weltberühmten Combos wie den Beatles, den Stones, Black Sabbath, Led Zeppelin oder Deep Purple flog nicht alles von Anfang an einfach so zu; bevor ihre Karriere steil nach oben ging, mussten diese Musiker meist in schäbigen Clubs drei bis vier Sets oder sogar mehr in einer Nacht zocken und wurden dafür schlecht bezahlt. Ähnlich erging es auch Ronnie James DIO (R.I.P.), der sich vor seiner großen Zeit als Sänger von Rainbow und Black Sabbath und als Solokünstler ebenfalls ordentlich abmühen musste, bevor er die verdienten Lorbeeren einheimsen konnte.

Obwohl der Amerikaner schon zuvor in einigen kleineren Kapellen aktiv war, waren doch The Electric Elves, die sich später in The Elves, und wiederum etwas später ganz simpel in Elf umbenannten, die erste ein wenig bekanntere Band. Auf der hier vorliegenden Compilation sind einige bislang unveröffentlichte Raritäten aus dem Jahre 1971 zusammengetragen worden, die für Fans des Ausnahmesängers selbstverständlich ein Muss sind, denn natürlich ist es hochinteressant, Dios musikalische Wurzeln zu entdecken. Dass diese im Blues liegen, versteht sich fast von selbst, denn Rockmusik entstammt nun einmal dem Blues, und mit dem Eröffnungstrack „You Shook Me“ wird dies sogleich zementiert. Den meisten dürfte sicherlich Led Zeppelins Coverversion bekannt sein, aber damals war Willie Dixon ein unglaublich wichtiger Einfluss für alle Rockmusiker und wurde wohl ähnlich häufig gecovert wie Muddy Waters oder Chuck Berry. In dieser Version wird noch ein fetter Boogie ans Ende gepackt.

Dios Stimme zur damaligen Zeit zu beschreiben, fällt nicht leicht, denn sie hört sich zwar irgendwie jugendlicher an als später – was an sich ja auch logisch ist –, nur sang er auch noch wenige Monate vor seinem Tod brillant, so dass diese Aussage nicht etwa implizieren soll, dass er später auch nur annähernd Probleme in dieser Hinsicht gehabt hätte. Die Power hatte er damals schon, ebenso wie die unverkennbare Stimmfärbung. Übrigens bediente er bei Elf auch noch den Bass, war seinerzeit also sogar einer Doppelbelastung ausgesetzt, und obwohl er diese angesichts seiner musikalischen Klasse sicherlich auch weiter hätte bewältigen können, entschied er sich später, sich nur noch auf den Gesang zu konzentrieren – denn dass da seine größte Stärke lag, weiß ja jeder.

Einige werden sicherlich skeptisch fragen, warum derartige Veröffentlichungen denn immer erst nach dem Tod eines so großen Künstlers herauskommen, aber ganz ehrlich: Man sollte sich lieber darüber freuen, hier einige Perlen aus Ronnies frühen Tagen vorgesetzt zu bekommen, als nach Haaren in der Suppe zu suchen. Denn Perlen sind hier einige vorhanden: Auf der einen Seite mal fetzige, mal heavy tönende Bluesrock-Nummern wie das erwähnte „You Shook Me“, „Buckingham Blues“, „Drown Me In The River“ oder „Little Queenie“ (mit „Johnny B. Goode“-Einlage am Ende) und auf der anderen melancholische Herzerwärmer wie „Wakeup Sunshine“ „Driftin’“ (die Tonfolge, die am Anfang und zwischendurch gespielt wird, erinnert stark an „Let’s Get Together“ von The Youngbloods; unter anderem in den Soundtracks von „Forrest Gump“ und „Fear And Loathing In Las Vegas“ zu hören) oder die hübschen Akustikballaden „Smile For Me Lady“ und „You Felt The Same Way“ – Anhänger alter Mucke kommen hier garantiert auf ihre Kosten. Natürlich ist das vom Sound her nicht immer optimal (wenn auch von Dio-Produzent Wyn Davis ein wenig aufpoliert), hat aber seinen ganz eigenen Charme, zumal die drahtige E-Gitarre bei den härteren Nummern schon richtig geil dreckig klingt – eben nach einer E-Gitarre und nicht nach Fliegenschwarm. Cool und sympathisch auch, wie man hin und wieder mal Verspieler heraushört, wie bei „Simple Man“, wo Ronnie auf dem Bass einmal richtig schön daneben greift. Nostalgie kann eben doch so schön sein…

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