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Elektradrive: Living 4

Manchmal ist weniger mehr
Wertung: 7/10
Genre: 80er Rock, AOR
Spielzeit: 61:48
Release: 12.01.2009
Label: Valery Records

13 Jahre ist es her, seit die italienischen Melodic Rocker von Elektradrive ihr letztes Album herausgebracht haben. Zwar sind seit der Gründung 1983 schon einige Jahre vergangen, doch veröffentlicht hatte man nicht so viel. Dies ist jedoch verwunderlich, spielte man doch schon im Vorprogramm von Manowar oder absolvierte auch einige Auftritte in Amerika. So kommt nun mit „Living 4“ das erst vierte Studiowerk der Band auf den Markt.

Anhand des Bandnamens und der Aufmachung des Longplayers kann man schnell verleitet werden, dass die Musik, welche die Italiener hier bieten, ins Elektronische abrutscht. Jedoch wäre man dann wahrlich auf dem Holzweg. Elektradrive bieten einem melodischen Rock der 80er Jahre wie Bands à la Thunder oder UFO.

Der Opener „Evil Empire“ beginnt geheimnisvoll, tendiert dann aber stark in Richtung Hard Rock; die Gitarre, fast metallisch gestimmt, steht klar im Vordergrund. Tempomäßig bewegen wir uns in etwa im mittleren Bereich, da der Song aber über eine starke Dynamik verfügt, welche sich durch wechselndes Anziehen und Abflauen des Tempos bemerkbar macht, ist dies sehr variabel auszulegen. 

Das Manko des Longplayers sind seine Lückenfüller, die leider aufzufinden sind. Es gibt einige Songs, die dem wirklich guten Opener qualitativ hinterherhinken und auch klangtechnisch anders aus den Boxen tönen. Es sei dahingestellt, welches der wahre Stil der Band ist oder was man mit diesen Tracks darbieten wollte. „What You Still Don‘t Know“ wäre der erste in dieser Reihe. Und der Titel ist hier Programm. Dem geneigten Hörer könnten hier ein paar Fragezeichen über dem Kopf erscheinen. Es fängt zwar noch sehr vielversprechend mit einem ruhigen Intro von der Akusikgitarre an, aber der Titel will sich nicht wirklich entwickeln. Er ist sehr gesetzt und vom Klangbild anders. Da können auch Backingvocals nicht mehr helfen.

Ähnlich ist es auch beim Titeltrack „Living 4“ oder bei „Get Power From The Sun“, um mal zwei weitere zu nennen. Sie sind weiterhin auch recht ähnlich aufgebaut: Interessantes Intro, ruhig, kaum Entwicklung, Einsatz von Backingvocals und noch mal ein etwas besseres Ende, beispielsweise durch Einspielungen von Regen oder einer Flöte. Was wirklich schade ist, ist die Tatsache, dass diese Songs viel mehr Potenzial haben. Ihnen liegt allen eine gewisse Lethargie zu Grunde, die sie etwas behäbig wirken lässt, dadurch können sie sich leider nicht so entfalten und sich als qualitativ guter Track verkaufen. 

Die beiden Titel, die in diesem Punkt mehr Power und Individualität mitbekommen haben, sind „Dirty War Of Bloody Angels“ und „In A Superficial Way“. Erstgenannter weckt den Hörer dann mal wirklich auf. Die Gitarre wird wieder rockiger, der Bass setzt schöne Akzente und ist nicht durchgehend nur Begleitung. Auch der Klang wird endlich wieder voller und scheint nicht wie zuvor in der Luft zu hängen.

Was auf „Living 4“ reichlich vertreten ist, sind (Halb-) Balladen. „Feed The Ground“ kann vor allem durch sein interessantes Arrangement von festen Drumschlägen zu sehr leichten Tönen der Akustikgitarre punkten. Ein interessanter Gegensatz, der kreativ ins Rampenlicht gerückt wird. „Do It For Everyone“ ist zu Beginn klanglich fast meditativ, wandelt sich im Laufe der Spielzeit zum Melancholischen und besitzt somit eine ähnliche Atmosphäre wir „Pain“. Gemein haben sie alle, dazu gehören auch „You Are Always On My Mind“ und „Son Of The Universe“, dass sie sich zum Refrain hin etwas steigern und diesem so etwas mehr Kraft verleihen.

Fazit: Weniger ist manchmal mehr. Elektradrive bieten ein gutes Comeback, sie haben bewiesen, dass sie qualitativ wirklich gute Songs schreiben können und auch handwerklich ist alles im grünen Bereich, jedoch gibt es ebenfalls ein paar Lückenfüller, welche das Gesamturteil dann etwas nach unten ziehen. 

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